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BLKÖ:Wasseige, Karl Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wass, die Grafen
Band: 53 (1886), ab Seite: 135. (Quelle)
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Wasseige, Karl Freiherr von (k. k. Major, geb. 4. März 1778, gest. in Wien 12. Jänner 1858). Ein Sohn des k. k. Obersten Johann Freiherrn von Wasseige aus dessen Ehe mit Anna Maria geborenen von Störk. Die Familie, welcher der Freiherr entstammt, ist ein altes Patriciergeschlecht, das in der Grafschaft Namur im ehemaligen Fürstbisthum Lüttich in den Niederlanden seßhaft war, und in welchem die zwei Brüder Stephan und Johann von Kaiser Joseph II. am 18. Juli 1779 die Bestätigung ihres Reichsfreiherrenstandes erhielten. Freiherr Karl trat in die Fußstapfen seines Vaters und in ein Uhlanen-Regiment der k. k. Armee. Im Jahre 1809 war er Rittmeister bei Graf Klenau-Uhlanen Nr. 9 und machte mit dem Regiment [136] den Feldzug dieses denkwürdigen Jahres mit. In den blutigen Pfingsten desselben Jahres am 21. und 22. Mai, focht das Regiment in der Völkerschlacht bei Aspern und hatte in der zweiten, von dem General der Cavallerie Grafen Bellegarde befehligten Colonne seine Eintheilung. In dem entscheidenden Momente als unsere Infanterie die französischen Kürassiere bis auf dreißig Schritte herankommen ließ und sie dann mit einem wohlgezielten Gliederfeuer empfing, worauf die feindlichen Reiter zu wanken begannen, in diesem entscheidenden Augenblicke führte Generalmajor Peter Baron Vecsey einen Theil des Regiments ins Gefecht und hieb auf die Kürassiere ein, daß diese sich wandten und bis zu ihrer Infanterie zurückwichen. Der Verlust des Regiments an diesen beiden Schlachttagen war ein beträchtlicher und betrug 13 Offiziere, 113 Mann und 135 Pferde an Todten und Verwundeten, unter welch’ letzteren sich Rittmeister Wasseige befand. Im Feldzuge des Jahres 1813 focht das Regiment bei Dresden am 26. und 27. August und erlitt starke Verluste; Mitte September ward Rittmeister Wasseige mit seiner Escadron dem Streifzuge zugewiesen, den der Generallieutenant Thieleman unternahm, und von diesem in der Relation vorzüglich angerühmt. Auch in der Schlacht bei Leipzig am 18. October kämpfte das Regiment, und für sein tapferes Verhalten am 28. October bei Altenburg und Zeitz, wo eine Infanteriemasse des Feindes niedergeworfen und die Cavallerie desselben zum Rückzuge genöthigt wurde, ist der Baron Wasseige mit dem russischen Wladimirorden ausgezeichnet worden. Im Jahre 1815 rückte der Freiherr zum Major in seinem Regimente vor, aus welchem er dann 1821 in den Ruhestand übertrat. In dieser Zeit widmete er dem Gedeihen eines in der Folge zu seltener Großartigkeit gediehenen Institutes, der am 4. October 1819 in Wien eröffneten ersten österreichischen Sparcasse, seine Thätigkeit und bekleidete längere Zeit die Stelle eines Präsidenten derselben. Freiherr Karl hatte sich im Jahre 1809 mit Anna, geborenen Subich de Nagy-Colon (gest. 13. December 1838) vermält und aus dieser Ehe fünf Kinder, drei Söhne und zwei Töchter, erhalten, von welchen im Jahre 1863 nur noch ein Sohn Moriz (geb. 1815), ehemals Lieutenant beim Platzcommando zu Eger in Böhmen, am Leben war. Auch dieser scheint gestorben – wenigstens ist die Familie im „Genealogischen Taschenbuch der freiherrlichen Häuser“ seit zwei Decennien nicht mehr ersichtlich – und das Geschlecht der Freiherren Wasseige erloschen zu sein.

Nagy (Iván). Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Ungarns Adelsfamilien mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1865, Moriz Ráth, gr. 8°.) Bd. XII, S. 87. – Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1882, Prochaska, gr. 8°.) Bd. II, S. 92, Jahr 1813.
Wappen. In Roth ein silberner Sparren, begleitet von 3 (2, 1) silbernen Sternen. Auf dem Schilde ruht die Freiherrenkrone, auf welcher zwei Turnierhelme sich erheben. Die Krone des rechten trägt einen silbernen Stern, aus jener des linken wächst einwärts gewendet ein silberner Löwe. Die Helmdecken sind roth mit Silber unterlegt. Die Schildhalter: zwei rückwärts schauende silberne Löwen.

Anmerkungen (Wikisource)