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BLKÖ:Wasserberg, Franz Xaver August von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 53 (1886), ab Seite: 136. (Quelle)
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Wasserberg, Franz Xaver August v. (Schriftsteller, geb. zu Wien am 27. November 1748, gest. ebenda [137] 1791). Wohl ein Sohn oder doch naher Verwandter des Leopold Adam von Wasserberg, Secretärs der Wiener k. k. Akademie der bildenden Künste, dessen Lebensskizze folgt. Wasserberg legte die Gymnasial-, philosophischen und medicinischen Studien an der Wiener Hochschule zurück, erlangte die medicinische Doctorwürde, anläßlich welcher er als Dissertationsschriften die „Aphorismi physiologici de principiis corporis humani in genere“ (Vindobonae 1771, 8°.) und „Aphorismi anatomico-physiologici de dentibus“ (ib. eod. anno, 8°.) herausgab, sonderbarer Weise sich weder der medicinischen Praxis noch dem Lehramte zuwendete, sondern als Freund der Arzeneiwissenschaft, oder wie man das seinerzeit nannte, philiater, und als Corrector in der ihrer orientalischen Drucke wegen berühmten Buchdruckerei des Anton Edlen v. Schmid [Bd. XXX, S. 209] und als medicinischer Schriftsteller thätig war, und zwar theils mit mehreren Originalschriften, zum größeren Theile aber als Herausgeber verschiedener ins Gebiet der Natur- und Arzeneiwissenschaft einschlägiger Sammelwerke und als Uebersetzer solcher Schriften, welche die Aufmerksamkeit der gelehrten und gebildeten Welt auf sich zogen. Die Titel der ersteren sind außer den bereits oben angeführten: „Von dem Nutzen und der Weise die Luft rein und die Städte und Häuser sauber zu halten“ (Wien 1772, 8°.), neu umgearbeitet für die k. k. Real-Zeitung 1772 und 1773, man sieht: diese in der Gegenwart in ärztlichen und nichtärztlichen Zeitschriften stark in Betracht gezogene und nach allen Richtungen behandelte Frage stand schon vor einem Jahrhunderte auf der Tagesordnung; – „Institutiones chemicae. Lectio prior“ (Wien 1773, 8°.]; – „Editio nova emendata et aucta aphorismis chemicis cl. Thessari“ (ebd. 1775, 8°.); – „Bibliotheca physico-medica“ Vol. I (Vratislaviae 1776, 8°.); – Institutiones chemicae in usum eorum, qui scientiae huic operam dant“ Tom. I et II (Vindob. 1778–1782, 8°.); – „Chemische Abhandlung vom Schwefel“ (Wien 1771, 8°.). Uebersetzt sind von ihm erschienen: „Abhandlung von den Gesundheitsversicherungsgesellschaften. Aus dem Französischen“ (Wien 1772, 8°.); – „Beschreibung der Stadt Wien und ihrer Merkwürdigkeiten. Aus dem Französischen“ (ebd. 1773, 8°.); – „Handbuch der Scheidekunst oder Beschreibung der chemischen Behandlungen und ihrer Erzeugnisse. Aus dem Französischen des Herrn v. Baumé ins Deutsche übersetzt und mit Anmerkungen vermehrt“ (Wien 1775, 8°.); es ist dies eine Uebersetzung des damals geschätzten und in zweiter Auflage erschienenen „Manuel de Chimie ou Exposé des opérations et des produits d’un cours de chimie“ des berühmten französischen Arztes Ant. Baumé (geb. 1728, gest. 1804); – „Abhandlung des Herrn von Haen von Einimpfung der Pocken. Aus dem Lateinischen übersetzt und mit einigen Zusätzen vermehrt“ (ebd. 1775, 8°.); – „Des Abtes Felix Fontana physische Untersuchungen über die Natur der Salpeterluft, der vom Brennbaren beraubten Luft und der fixen Luft. Aus dem Französischen und Italienischen übersetzt“ (Wien 1777, 8°.); – „Plenk’s Lehre von den Hautkrankheiten nach ihren Classen, Geschlechtern und Gattungen. Aus dem Lateinischen“ (ebd. 1777, 8°.); – „ Dr. Aug. Schaarschmidtii tabulae anatomicae ex germanica in latinam linguam traductae“ (ebenda 1777, 8°.), – „Praelectiones anatomicae [138] cl. Leber ex Germ. trad.“ (ebd. 1777, 8°.]; – „Joh. Jac. Plenk’s Lehre von den Augenkrankheiten. Aus dem Lateinischen“ (ebenda 1778, 8°.); – „Desselben Lehre von den Krankheiten der Zähne und des Zahnfleisches. Aus dem Lateinischen übersetzt und mit einigen Anmerkungen vermehrt“ (ebd. 1779, 8°.); – „Desselben Lehre von den venerischen Krankheiten. Aus dem Lateinischen“ (ebd. 1780, 8°.); – „Desselben Anfangsgrunde der gerichtlichen Arzeneiwissenschaft und Wundarzeneikunst. Aus dem Lateinischen“ (ebd. 1782, 8°.): –, „Joh. Nep. Bartholotti’s politisch-theologische Abhandlung, in welcher die Gewissensfreiheit und die politische sowohl als theologische Duldung der in dem römisch-deutschen Reiche aufgenommenen Religionen untersucht, wie auch von dem Stande der nicht vereinigten Griechen gehandelt wird. Aus dem Lateinischen“ (ebd. 1783, 8°.); – „Tobern Bergman’s Abhandlung von dem Arsenik, nach der vorigen deutschen Uebersetzung mit der lateinischen Urschrift verglichen, verbessert und übersetzt“ (ebd. 1783, 8°.); – „N. J. von Jacquin’s Abhandlung von den pharmaceutischen Compositionen der Arzeneimittel. Aus dem Lateinischen“ (Wien 1786, 8°.); – „Franz Anton Obermayer’s chemische Untersuchung des Sedativsalzes. Aus dem Lateinischen“ (ebd. 1787, 8°.); – des Dr. Brandis Abhandlung: „De oleorum unguinosorum natura” in deutscher Uebersetzung von Wasserberg befindet sich in der deutschen von J. X. Lippert besorgten Uebersetzung von Tobern Bergman’s „Grundriß des Mineralreiches u. s. f.“ (Wien 1787, 8°.) angehängt. Herausgegeben hat Wasserberg nachstehende Sammelwerke und neue Auflagen von Werken Anderer: „Sammlungen nützlicher und angenehmer Gegenstände aus allen Theilen der Naturgeschichte, Arzeneiwissenschaft und Haushaltungskunst“ 1. Theil (Leipzig 1773, 8°.), nicht mehr erschienen; – „Fasciculi IV operum minorum medicorum et dissertationum, collegit, recensuit, edidit” (Wien 1775, 8°.); – „Ant. de Haen Praelectiones in Hermanni Boerhaave Institutiones pathologicas, collegit, recensuit et additamentis auxit.“ Tomus I–V (Wien 1780–1782, 8°.); – „Desselben Vorlesungen über die Krankheitslehre, nach Boerhaave, gesammelt, durchgesehen, mit Zusätzen vermehrt und herausgegeben. Aus dem Lateinischen“ 1. Band (Leipzig 1786, 8°.); – „Beiträge zur Chemie, in Uebersetzung oder vollständigen Auszügen neuer chemischer Abhandlungen, sammt einigen neuen Aufsätzen (Wien 1791, 8°.). Wasserberg besorgte auch einige Zeit die Herausgabe der k. k. Real-Zeitung, Sein hauptsächliches Verdienst besteht darin, die Schriften mehrerer berühmter Aerzte seiner Zeit, wie: de Haen, Fontana, Plenk, Leber, Schaarschmidt, Jacquin u. A., durch sorgfältige und gute Uebersetzungen dem größeren Publicum zugänglich gemacht zu haben. Dies wurde in gelehrten Kreisen auch anerkannt und Wasserberg von mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften als Mitglied aufgenommen. Dr. J. F. C. Hecker läßt ihn schon 1779 gestorben sein, welche unrichtige Angabe schon daraus erhellt, daß er von 1779 bis zum Jahre 1791 zahlreiche[WS 1] Uebersetzungen und sonstige Werke herausgegeben hat.

(De Luca). Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch. Des ersten Bandes zweites Stück (Wien 1778, Trattner, gr. 8°.) S. 240. – [139] Hecker (J. F. Dr.). Geschichte der neueren Heilkunde (Berlin 1839, (Enslin, 8°.) S. 491, 579, 606. – Poggendorff (J. C.). Bibliographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften u. s. w. (Leipzig 1863, K. Ambr. Barth, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 1266.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: zahreiche.