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BLKÖ:Brambilla, Johann Alexander Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Brambilla, Paolo
Band: 2 (1857), ab Seite: 108. (Quelle)
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Brambilla, Johann Alexander Ritter von (Arzt und Chirurg, geb. zu Pavia 15. April 1728, gest. zu Padua 29. Juli 1800). Zählt zu jenen Männern der Josephinischen Periode, deren Andenken durch das Gute, das sie wirkten, noch in die Gegenwart hereinreicht. Leibarzt und Leibchirurg des Kaisers Joseph, begleitete er denselben auf Reisen, in Feldzügen und stand in unmittelbarer Nähe des Monarchen, der ihn hochschätzte. Diese Stellung benützte B., die Idee zu einem medizinisch-chirurgischen Institute anzuregen, worauf Joseph auch einging und B. als Urheber desselben zum Vorsteher ernannte. Mit diesem Institute ward auch ein Militärspital in Verbindung gebracht und auf diesem Posten waltete B. durch That und Schrift bis 1795, in welchem Jahre er in den Ruhestand versetzt ward, nachdem er früher noch zum k. k. Hofrath und Protochirurg ernannt worden war. B.’s Grundtendenz war [wie die seines Freundes Peter Frank (s. d.)], Medizin und Chirurgie innig zu verschmelzen und beide in ihrer Wissenschaftlichkeit zur Einheit zu potenziren. Als Director der auf seine Anregung von Kaiser Joseph gegründeten Akademie schrieb er: „Instruction für die Professoren der k. k. medizinisch-chirurgischen Militär-Akademie“ (Wien 1784, 2 Bde. gr. 4°.); – „Verfassung und Statuten der Josephinischen medizinisch-chirurgischen Akademie“ (ebenda 1786); – „Reglement für die k. k. Feldchirurgen in Friedenszeiten“ (ebenda 1794, 2 Bde.). Als praktischer Chirurg hat er viele neue Instrumente erfunden und die älteren verbessert. Sein Kupferwerk: „Instrumentarium chirurgicum militäre austriacum“ (Wien 1780, Fol.) weiset auch in diesem technischen Zweige seine [109] Verdienste aus. Die Geschichte der von den Italienern im Gebiete der Physik, Medicin, Chirurgie, Anatomie u. s. w. gemachten Erfindungen schrieb er in dem Werke: „Storia delle scoperte fisico – mediche, anatomiche, chirurgiche“ (Mailand 1780, 3 Bde.). Der erste Band dieses Werkes erschien auch in deutscher Uebersetzung: „Geschichte der von berühmten Männern gemachten Entdeckungen in der Physik, Medizin, Anatomie und Chirurgie“ (übersetzt von Helfenstein) I. Theil (Wien 1788, gr. 4°., mit K. K.). Seine übrigen Schriften sind: „Zwei Abhandlungen über den Gebrauch des Oxykras u. d. trocknen Karpai“ (Wien 1779, Trattner, gr. 8°.); – „Chirurgisch practische Abhandlung von der Phlegmone und ihren Ausgängen“. Aus dem Italien. 2 Thl. (Wien 1773 und 75, Camesina, gr. 8°., mit K. K.; 2. Aufl. ebenda 1786; – „Ueber die Entzündungsgeschwulst und ihren Ausgang“. Aus dem Italienischen; 1. Thl. von Joh. A. Schmidt; 2. Thl. von W. Schmitt (Wien 1786, Hörling, gr. 8°.); – „Rede bei der Einweihung der Josephinischen Akademie“ (Wien 1785, Blumauer, gr. 4°.); – „Rede auf den Tod Kaiser Josephs II.“ (Wien 1790, Blumauer 4°.).

Rigoni (Christian Antonio), Elogio del cavaliere A. Brambilla (Pavia 1830, 8°.). – Haller, Bibl. Chirurg. II. Bd. S. 511. – Kayser (Christ. G.), Vollständiges Bücher-Lexikon (Leipzig 1834, 4°.) I. Bd. S. 329 [gibt den 6. August 1800 als seinen Todestag an]. – Meusel (Joh. Georg), Das gelehrte Deutschland (Lemgo 1783, 4. Aufl.) I. Bd. S. 184. – I. Nachtrag (Ebendaselbst 1786) S. 68. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 363. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausgeg. von Hirtenfeld und Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 485 [nach diesem ist B. zu St. Zenone im Mailändischen geboren]. – Gräffer (Franz), Neue Wiener Localfresken (Linz 1847, 8°.) S. 295: „Kleines Kunterbunt.“ – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de Mr. le Dr. Hoffer (Paris 1853) VII. Bd. Sp. 234 [sagt von seinen schriftstellerischen Arbeiten: „Ses ouvrages n’offrent rien que de médiocre“]. – Porträte: 1) Unterschrift: Joann. Alexand. Brambilla Aug. Imperatoris Josephi II. Chirurg. ordinarius castrensium et praetorianorum Primarius ec. (Joann. Bapt. Lampi pinx. 1783, Jac. Adam sc., Viennae 1784); – 2) Umschrift: Jo. Alex. Brambilla ec. wie die vorige. Im Denkstein, auf welchem das Medaillon mit dem Bilde ruht: Serit arbores que sanitati prosint. Cecilius (C. Vinazer fecit, Ign. Alberti sculpsit 1783, Viennae apud Artaria societ.). Ersteres Bild en face, letzteres profil [beides sehr schön gearbeitete Blätter]. – 3) Ein drittes Bild gestochen von Mansfeld. – Wappen: Ein viermal nach der Quere, nämlich gelb, schwarz, weiß u. schwarz gleichgetheilter Schild, in dessen gelbem Theile ein rechtssehender einfacher, schwarzer Adler mit ausgebreiteten Flügeln und ausgestreckten Krallen zu sehen ist. Ueber den untern drei Theilen liegt ein rechtsschreitender goldener Löwe.