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BLKÖ:Brambilla, Paolo

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 109. (Quelle)
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Brambilla, Paolo (Mathematiker, geb. zu Fornaci im Mailändischen 1762, gest. 25. März 1851). Ist der Sohn armer Eltern, besuchte die Schulen der Brera, und insbesondere zur Mathematik hingezogen, das astronomische Observatorium, welches an der Brera bestand. Zu gleicher Zeit studirte er die lateinische Sprache, italienische Literatur und die modernen Sprachen. Im J. 1776 wurde zu Mailand die patriotische Gesellschaft zur Förderung des Ackerbaues und der Industrie begründet. Als an dieser nach des Ab. Cattaneo Tod die Stelle eines Vicesecretärs erledigt wurde, erhielt 1782 B. dieselbe durch Mehrheit der Stimmen bei der Wahl. Fleißig setzte er seine Studien fort, als ihn die Stürme des J. 1796 um den Posten brachten, den er seiner Geschicklichkeit und seinen Kenntnissen verdankte. 1798 bekleidete er nach Allodi’s Tode provisorisch die Stelle der Professur der Algebra und Geometrie an den höhern Schulen der Brera; nach mannigfaltigen Wechselfällen – durch Veränderungen des Unterrichtswesens in Italien veranlaßt – wurde B. vom Kaiser [110] Franz I. zum Lycealprofessor in Mailand bestätigt, welche Stelle er bis an seinen Tod versah. Die lombardische Akademie der Wissenschaften und Künste ernannte B. seiner reichen Kenntnisse wegen zum Ehrenmitgliede. Als das in Frankreich eingeführte Decimalsystem in Maß und Gewicht auch in Italien angewendet werden sollte, stieß man bei Ausführung dieser Maßregel auf große Hindernisse Seitens der unwissenden Bevölkerung. Alle Versuche des berühmten Venturi scheiterten. Es wurde nun eine Commission aufgestellt, welche aus Isimbardi, Oriani und Brambilla bestand; diese Commission sollte Vergleichungstafeln zwischen den neuen metrischen und den alten üblichen Municipalmaßen ausarbeiten. An dem dritten Bande dieser später in Druck gelegten Tafeln hat B. wie aus Oriani’s Briefen erhellet, wesentlichen Antheil. In der Folge wurde er auch mit dem genannten Oriani, mit Carlini u. A. in die Commission gewählt, welche die neuen Maße und alles was mit der Ausführung dieser wichtigen Maßregel in Verbindung stand, bestimmen sollte. Als Schriftsteller beschränkt sich B.’s Thätigkeit nur auf die Herausgabe des dritten Bandes der Werke des Frisi, auf die Redaction und Veröffentlichung der mathematischen Werke des Venini und der Mailänder Ausgabe der Werke des großen Galilei. Seine zahlreichen mathematischen Arbeiten aus der Geometrie, ferner auch den bei einer akademischen Feierlichkeit gehaltenen Vortrag auf die berühmte Agnesi, ließ er, wie manches andere, aus reiner Bescheidenheit nicht drucken. Er stand in innigem Verkehr mit den bedeutendsten Männern seiner Zeit und seines Faches, mit Parini, Frisi, mit Cagnoli und Venturoli, mit de Cesaris, Venini, Pino, Moscati u. A. Sein Monument befindet sich in einem Porticus des ehemaligen Lyceums von San Alessandro, wo auch die Denkmäler anderer Professoren aufgestellt sind. Die auf demselben eingemeißelte Inschrift von Pietro Molinelli wird in der in den Quellen bezeichneten Schrift von Veladini mitgetheilt.

Giornale dell’Ingegnere, Architetto (Mailand, gr. 8°.) 1853, S. 124. – Veladini (Giovanni), Del Prof. Paolo Brambilla. Commemorazione letta da.. (Milano 1853, Boniardi Pogliani, 19 S.)