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BLKÖ:Trenck, Franz Freiherr von der

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Tremler
Band: 47 (1883), ab Seite: 124. (Quelle)
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Trenck, Franz von der Freiherr (Parteigänger, geb. zu Reggio in Calabrien am 1. Jänner 1711, gest. auf dem Spielberg in Brünn am 4. October 1749). Sein Vater, ein preußischer Edelmann, trat zur Zeit der Belagerung [125] Wiens durch die Türken 1683 aus den brandenburgischen Kriegsdiensten in die österreichischen über und diente in den letzteren nahezu 60 Jahre; seine Mutter, eine geborene Kettler von Hargvatten war mit Gotthard Kettler, dem letzten Großmeister der Schwertritter in Kurland und ersten Herzog dieses Landes, verwandt. Franz, der drittgeborene Sohn dieser Ehe, bestand schon bei seinem Eintritt in das Leben einen Kampf, der ihm später so zu sagen zur Lebensgewohnheit wurde, den Kampf mit dem Tode, dem er nicht nur als fanatischer Parteigänger jeden Tag ins Auge sah, sondern auch in zahlreichen Unglücksfällen und Duellen oft genug nur zu nahe war. Ein Kind von sechs Monaten fiel er durch Fahrlässigkeit der Amme in den Kamin und trug starke Brandwunden davon; vier Jahre alt, erhielt er, als er mit den Sattelpistolen seines Vaters spielte und eine derselben losging, von der an der Wand zurückprallenden Kugel eine schwere Contusion am Schenkel; zweimal war er nahe daran, beim Schwimmen, ein andermal, auf dem Eise zu verunglücken. Kurz ein Unglücksfall folgte dem andern, und wunderbarer Weise kam Franz aus allen mit heiler Haut davon. Frühzeitig gewann der Knabe Kenntniß von fremden Ländern, da ihn der Vater auf seinen militärischen Wanderungen nach Messina, Palermo, Neapel, später nach Venedig, ins Küstenland, nach Kärnten, Steiermark, Tirol, Croatien, Slavonien, Syrmien und in das Banat mit sich nahm. Auch da entrann er zu wiederholten Malen dem augenscheinlichen Tode, besonders einmal, als die scheu gewordenen Pferde mit dem Wagen auf einer Straße durchgingen, welche auf einer Seite 300 Klafter schroff ins Meer abfiel. Während die Pferde längs des Abgrundes dahinsausten, blieb er mit seinem älteren Bruder im Wagen, bis die erschöpften Thiere von selbst anhielten. Der Hofmeister und ein anderer Begleiter, welche aus dem Wagen sprangen, trugen schwere Verletzungen und Beinbrüche davon. Als der Vater den ihm angetragenen Posten eines Commandanten der Citadelle von Messina auf Bitten seiner Gattin, die sich längst aus Italien hinaussehnte, abgelehnt und das Commando der Grenzfestung Brood in Slavonien angetreten hatte, kam Franz auf die Schule in Oedenburg, wo er bald zu den besten Schülern zählte, aber sein unbändiges Wesen verwickelte ihn da in eine Unannehmlichkeit, die erst mit seiner Entfernung von dort ihren Abschluß fand. Er setzte nun bei den Jesuiten zu Posega in Croatien seine Studien fort. Daselbst wurde er einmal von einem Unglück auf der Eisbahn, ein andermal von einem solchen auf der Entenjagd nur mit großer Mühe gerettet. Sein unbändiges Treiben fand dadurch einigermaßen ein Ziel, daß er am 10. Juli 1729, also im Alter von 18 Jahren, als Fähnrich in das Infanterie-Regiment Niclas Graf Pálffy von Erdöd Nr. 8 eintrat. Wenn er nun als Fähnrich auch nicht mehr durch tollen Uebermuth sein Leben gefährdete, so geschah es doch wieder auf andere Weise, da er keine Gelegenheit, die sich ihm zu einem Duell darbot, vorübergehen ließ. So hatte er schon wenige Monate nach seinem Eintritte ins Regiment ein Duell mit einem Kameraden, bald darauf mit einem schlesischen Edelmann, dann mit einem Grafen Paradiso und noch mit Anderen. Eine rohe Beschimpfung fügte er einer der ersten Damen Wiens zu, die sich gegen ihn eines Verrathes schuldig gemacht [126] hatte. Er ließ ihr an ihrem Namenstage durch seinen Privatdiener den Inhalt eines als Blumentopf garnirten unaussprechlichen Gefäßes, da sie noch im Bette lag, über den Kopf schütten. Er hatte deshalb kaum länger im Regimente bleiben können, als eben, 1731, sein älterer Bruder in Wien starb; da bat der Vater den Inhaber des Regiments, in welchem Franz diente, den Herzog von Sachsen-Hildburghausen, um die Entlassung seines Sohnes aus dem Heeresdienste, welche auch sofort gewährt wurde. Nun kaufte er dem Sohne die Herrschaft Prestowacz, damit sich derselbe ihrer Bewirthschaftung widme, und verheiratete ihn 1731 mit des Feldmarschall-Lieutenants und Commandanten der Festung Peterwardein Johann Franz Freiherrn von Tillier [Bd. XLV, S. 160][WS 1] Tochter Josepha, mit welcher Franz bereits ein Verhältniß angesponnen hatte. An ihrer Seite lebte nun Trenck auf seinen Gütern, die Landwirthschaft betreibend, bis ihm nach sechsjährigem Ehestande seine Gattin durch den Tod entrissen wurde. An dieser Stelle müssen wir die Angabe, die man hier und da trifft, daß er keine Kinder gehabt habe, berichtigen; er hatte deren vier, nur starben alle während seiner kurzen Ehe. Als im Jahre 1736 der Krieg zwischen Rußland und der Türkei ausbrach, an welchem auch Oesterreich bald Theil nahm, meldete sich Trenck, nachdem 1737 die Aufstellung einer Armee bei Belgrad beschlossen worden, zu den Waffen. Zuerst bot er dem General Seckendorff [Bd. XXXIII, S. 261] sich an, mit einem selbstgeworbenen Corps Panduren in Bosnien einzufallen. Aber Seckendorff, von Trenck’s Abenteuern unterrichtet, wollte mit dem unruhigen Kopfe nichts zu thun haben und lehnte ab, in Folge dessen trat. Trenck bald darauf in russische Dienste, und zwar als Rittmeister im Huszaren-Regimente des Obersten Cumming. Das anfänglich gute Einvernehmen zwischen Oberst und Rittmeister dauerte nicht lange, und es kam zu Reibungen, deren Kenntniß bis vor den Höchstcommandirenden, den Feldmarschall Grafen Münnich gelangte. Auch mit dem Feldzeugmeister Baron Löwenthal gerieth Trenck in Händel, was Alles ihm Arrest und sonstige Unannehmlichkeiten zuzog. Doch bewährte er sich immer als tapferer Soldat und wurde Major im Olow’schen Dragoner-Regiment. Aber auch hier entzweite er sich mit seinem Obersten und wurde, nachdem er diesen öffentlich thätlich insultirt (geohrfeigt) hatte, vor ein Kriegsrecht gestellt. Dieses verurtheilte ihn zum Tode, und am 10. Jänner 1740 sollte er erschossen werden. Er befand sich schon auf dem Richtplatz, und eben wollte der Commandant der Executionstruppe Feuer commandiren, als der durch den Feldmarschall Münnich, der trotz aller Händel und Raufereien des sonst tapferen Officiers demselben wohlwollte, ausgesprochene Pardon eintraf, in Folge dessen Trenck degradirt, zu halbjährigem Gefängniß verurtheilt und dann für immerwährende Zeiten aus Rußland verwiesen wurde. Ein Theil der Haft ward ihm erlassen, und nun kehrte er nach Ungarn zurück, wo er Ende 1740 bei seinem Vater in Leutschau eintraf und daselbst sich vorerst auf dessen Gütern beschäftigte. Der Einfall von Räubern in sein Haus, deren exemplarische Züchtigung er auf eigene Rechnung übernahm, brachte ihn in starken Conflict mit den kaiserlichen Gerichten. Der Esseger Auditor von Salzenthal, von früher her ein geschworener Gegner [127] Trenck’s, stellte die Angelegenheit in einer für denselben sehr nachtheiligen Weise dem commandirenden General Guadagni dar. Es wurde nun Trenck’s Verhaftung angeordnet, und dieser entzog sich derselben durch die Flucht nach Wien. Als Guadagni ihn bis dahin verfolgen ließ und die Auslieferung des Flüchtigen verlangte, suchte dieser Schutz bei den Capucinern, die ihm auch so lange ein Asyl gewährten, bis die ganze Angelegenheit durch Verwendung des Herzogs Karl von Lothringen beglichen war. Mit der Versicherung der Huld seiner Kaiserin begab sich Trenck auf seine Güter in Slavonien. Nun thürmten sich drohende Wolken über Oesterreich zusammen. Nach Karls VI. Tode erhoben trotz der anerkannten pragmatischen Sanction Bayern, Sachsen, Spanien und Sardinien theils Ansprüche auf die Erbfolge, theils auf einzelne Staaten, und Friedrich II., dem sein Brandenburg zu klein geworden, fiel, um es zu vergrößern, Mitte December 1740 sofort in Schlesien ein. Maria Theresia befand sich in einer Bedrängniß ohne Gleichen. Als nun Alles im Kaiserstaat zu den Waffen griff, erbot sich auch Trenck, zum Dienste seiner Kaiserin tausend Panduren mit Gewehr und Montur auf eigene Kosten zu stellen; dieses Anerbieten wurde auch angenommen und Trenck das Majorspatent eingehändigt. Im März 1741 stellte derselbe innerhalb dreier Wochen seine tausend Mann auf und kam mit ihnen nach Wien, wo diese Truppe durch die Schönheit der Leute, ihre eigenthümliche Tracht und Bewaffnung allgemeine Aufmerksamkeit erregte. Bald erhielt er von dem commandirenden General Grafen von Neipperg [Bd. XX, S. 159] Befehl, nach Schlesien abzurücken und einen Streifzug gegen die Preußen auszuführen. Mit Glück begann er sein Unternehmen und führte mehrere erfolgreiche Streifereien aus. Auf einer derselben sollte ihn auf Neipperg’s Befehl ein Baron Menzel, der später noch bekannt gewordene Parteigänger [Bd. XVII, S. 377], begleiten. Aber Trenck hatte schon vorher Streit mit Menzel gehabt, in welchem er ganz richtig einen Nebenbuhler witterte, und weigerte sich, ihn mitzunehmen, dem General Neipperg erwidernd: „er habe dieses Corps Panduren aufgestellt, und Ihre Majestät hätten nur ihm allein dessen Anführung anvertraut“. Neipperg, über diese etwas undiplomatische Antwort erbittert, befahl nun ganz entschieden die Mitnahme Menzel’s, ja noch mehr, dieser sollte das Pandurencorps commandiren und Trenck dem Commando gehorchen. Das endlich war Letzterem zu viel, er vergaß sich gegen Neipperg zu ungebührlichen Ausdrücken, und auf dessen Befehl wurde er arretirt. Aber auch die Panduren, die an ihm mit aller Begeisterung hingen, weigerten sich, Menzel zu gehorchen, und deren vierzig kamen wegen Widersetzlichkeit nach Glatz auf Schanzarbeit. Fünf Wochen dauerte Trenck’s Haft; da ihm weiter kein Vorwurf gemacht werden konnte, übernahm er wieder das Commando über seine Panduren, die nur von ihm geführt sein wollten. Aber an Neipperg behielt Trenck einen bleibenden und sehr erbitterten Gegner, der jede Gelegenheit benützte, ihn zu kränken oder ihm sonst eine Unannehmlichkeit zu bereiten. Trenck machte sich nun an seine Streifzüge, und es ist kaum glaublich, was er darin leistete, wenn auch die Form seiner Leistungen vom humanen Standpunkte nichts weniger als Billigung verdient. Wir theilen hier [128] nur die wichtigsten Unternehmungen Trenck’s mit, der unter dem Befehle des Feldmarschalls Khevenhüller stand. Es war im Feldzug 1741 gegen die verbündeten Bayern und Franzosen. Anfangs December überfiel er die von Letzteren besetzte Stadt Steyr und machte 200 Feinde zu Gefangenen. Bald darauf nahm er mit seinen Panduren das Schloß Klaus, welches eine Besatzung von 130 Mann mit drei Kanonen vertheidigte; dann Windischgarsten, ferner Spital, wo 664 Mann sich an ihn ergaben; noch im Jänner 1742 besetzte er mit Generalmajor Bärnklau Ried, wo sie 30.000 Portionen Hafer fanden und 300 Milizen nebst einigen Reitern gefangen nahmen, gegen Ende Jänner wirkte er bei der Einnahme von Plattling am linken Isarufer mit; Ende März bei Traunstein, wo er mit seinen Panduren die Häuser vor der Stadt besetzte; gegen Ende Mai griff er gegen tausend bewaffnete Bauern, die sich bei Lenggries verschanzt hatten, an, zwang sie zur Niederlegung der Waffen, und noch mußten sie die gegen einen Einfall von Tirol errichteten Schanzen selbst zerstören; Mitte Juli nahm er das an der böhmisch-bayrischen Grenze gelegene Schloß Diesenstein; dessen Commandant Oberstlieutenant Baron Drechsler, zwei Brüder Freiherren von Schenk, welche sich wahre Gräuel gegen die österreichischen Soldaten hatten zu Schulden kommen lassen, nebst 90 Mann ergaben sich. Trenck, dessen Tapferkeit und Verdienste Feldmarschall Khevenhüller ebenso rühmt, als er dessen grausame Härte und Beutegier strenge rügt, wurde zum Oberstlieutenant befördert. Anfang Juli besetzte er die Oerter Zwisel, Regen und Schloß Au und machte Beute von großen Vorräthen an Heu und Stroh. Im September folgte die so viel besprochene Einnahme von Cham, bei welcher wegen der von den Panduren verübten Gräuel die Gegner Trenck’s alle Schuld auf ihn warfen. Daß aber der Adel in der Umgebung von Cham schändlichen Verrath gegen Trenck vorbereitete, indem dieser und seine Officiere bei einem ihnen gegebenen Feste überwältigt und dann die führerlosen Panduren zusammengehauen werden sollten, das wird immer verschwiegen und war die Hauptursache der Gräuel, die dort verübt wurden. Wie sehr Trenck später diese Vorgänge tief bereute, wird weiter unten berichtet. Im Feldzuge 1743 kämpfte er mit seinem Corps am Rhein, zerstörte die Schanzen bei Fort Mortier, nahm am 3. September auf der Insel Rheinmark zwei Redouten mit Sturm und tödtete inmitten der Feinde, die fast alle fielen, mit eigener Hand den französischen General Crèvecoeur. Im Feldzuge 1744 wirkte er bei der Einnahme von Lauterburg mit, eroberte am 8. September Neuburg an der Donau, bewies seine alte Bravour in Böhmen, wo er am 9. October Tein nahm, am 20. Budweis stürmte und den preußischen General Kreutz mit dessen an tausend Mann starkem Infanterie-Regimente nach fünfstündigem Kampfe entwaffnete. Am 23. October zwang er die Besatzung des Schlosses Frauenberg, nachdem er ihr die Wasserleitung abgeschnitten hatte, in der Stärke von 600 Mann bedingungslos zur Ergebung; am 2. November sprengte er bei Doropul ein Bataillon des feindlichen Regiments Alt-Anhalt; beim Angriff auf Kolin in der Nacht vom 13/14. November wurde er durch eine dreipfündige Kanonenkugel schwer verwunden So hatte er bis dahin in seinen verschiedenen Gefechten, Erstürmungen [129] und sonstigen Actionen 4500 Gemeine, verschiedene Unteroffiziere bis zum Feldwebel aufwärts, 72 Ober- und 9 Stabsofficiere zu Gefangenen gemacht, 22 Kanonen, 3 Mörser, 7 Fahnen und 3 Standarten erbeutet. Kurz vor dem im Jänner 1744 erfolgten Tode des Feldmarschalls Khevenhüller war der tapfere Trenck von demselben der Kaiserin zur Beförderung zum Obersten empfohlen worden. Mit diesem Range bekleidet, begab er sich nach seiner Genesung im Februar 1745 nach Wien, wo ihn die Kaiserin mit Auszeichnung empfing. Er erschien vor Maria Theresia auf Krücken gestützt und durfte sich vor ihr setzen. Dieser huldvolle Empfang steigerte seine Verehrung für die Kaiserin zur Begeisterung. Von Wien ging er auf seine Güter zurück, wo er für den bevorstehenden Feldzug neuerdings 800 Mann anwarb, und als er sich wieder völlig zum Kriegsdienste gestärkt fühlte, rückte er zur Armee ab. In den Feldzug des Jahres 1745 fallen einige der denkwürdigsten Unternehmungen der Trenck’schen Panduren, so die Einnahme der Festung Kosel, wo 19 Officiere mit 400 Mann zu Gefangenen gemacht und 27 Kanonen mit mehr als 100 Munitionswagen und sonst vielem Schanzzeug und Proviant erbeutet wurden. In der Schlacht bei Striegau am 4. Juni erhielt er Auftrag, die Armee zu decken und genau den Feind zu beobachten, was er trefflich vollzog. Im August ging er mit zwei Compagnien seiner Panduren zur Hauptarmee nach Böhmen ab und von da nach Ober-Schlesien. Einer vorübergehenden Einnahme von Neustadt am 11. September folgte am 20. September ein Ueberfall bei Jaromir, bei welchem die 15.000 Mann starke Colonne der Preußen ganz zersprengt, ein großer Theil derselben niedergehauen, ein anderer gefangen genommen und 16 Kanonen erbeutet wurden. Auch in der Schlacht bei Soor, am 30. September, welche für Trenck später so verhängnißvoll werden sollte, focht er mit, aber als er den Sieg der Unseren bereits entschieden wähnte, plünderte er das preußische Lager, wobei das Zelt des Königs und dessen silbernes Tafelservice auf seinen Antheil kam. Als man dem Könige Friedrich II. die Nachricht von der Plünderung des Lagers überbrachte, rief derselbe ganz vergnügt aus: „Desto besser, desto besser, so haben doch meine Feinde etwas zu thun, und ich werde an der Hauptsache nicht gehindert“. Und in der That siegten denn auch die Preußen. Trenck aber wurde später beschuldigt, er habe den König, den er in dessen Zelte gefangen genommen, eigenmächtig wieder freigelassen und sich vorsätzlich mit der Plünderung des Lagers aufgehalten, anstatt den Feind im Rücken anzugreifen und so den Sieg zu unseren Gunsten zu entscheiden. Nach beendetem Feldzuge ging er, obwohl er von dieser Beschuldigung wußte, nach Wien, wo sich bereits eine Menge seiner Feinde und Gegner, deren er bei seinem herrischen und kurz angebundenen Wesen mehr denn genug zählte, zusammengefunden hatten und gegen ihn Klage erhoben. Die Kaiserin erfuhr nun: Trenck sei Atheist, habe sich und seiner Mannschaft im Feindeslande allerlei unzüchtige Handlungen erlaubt, unerhörte Grausamkeiten vollführt, Reichthümer gesammelt und dieselben zum Nachtheile seiner Monarchin verschwendet. Auch wurde ihr erzählt, er habe im Lager bei Soor den König gefangen genommen und, von diesem bestochen, wieder freigegeben. Die Klagen wurden endlich so dringlich, daß [130] die Kaiserin befehlen mußte, eine Commission aufzustellen, welche die Sache untersuchen und vor welcher Trenck sich rechtfertigen sollte. Diese Commission trat zusammen, und das ganze Resultat war, daß man ihm eine geringe Geldbuße auferlegte. Hierauf begab er sich Anfangs 1746 neuerdings auf seine Güter, wo er für den bevorstehenden Feldzug in den Niederlanden wieder ein Corps von 600 Mann anwarb. Als bald darauf der Friede geschlossen wurde, machte sich Trenck auf den Weg nach Wien, wo er gegen seine Feinde, die während seiner Abwesenheit verdoppelte Thätigkeit wider ihn entfalteten, seine Vertheidigung selbst führen wollte. In Wien angekommen, erhielt er sofort Hausarrest. Diesen nicht achtend, fuhr er in seiner schönsten Equipage in der Stadt öffentlich herum und machte Besuche. War nun schon das strafwürdig, so ging er noch weiter. Im Theater erblickte er einen seiner erbittertsten Ankläger, einen von ihm cassirten Hauptmann, in einer Loge. Er eilte hinauf, um seinen Feind zu züchtigen, und nun entstand im Theater, in welchem eben die Kaiserin anwesend war, ein grauenhafter Scandal. Nun war für Trenck keine Rettung mehr, man brachte ihn nach Hause, stellte Wache vor seine Wohnung und ordnete ein Kriegsgericht an. Als Präsident desselben fungirte General Löwenwalde, welchem Trenck vor Jahren im Vorgemach des Herzogs Karl von Lothringen wegen eines vermeintlichen Insults einen Fußtritt angeboten hatte. Dieser erbittertste Gegner des Pandurenobersten leitete die Untersuchung in höchst parteiischer Weise. Aus allen Gegenden wurden Zeugen förmlich herbeigezerrt und einigen derselben täglich je ein Ducaten Diäten verabreicht, so daß innerhalb vier Monate die Auslagen hiefür allein schon die Summe von 15.000 fl. überstiegen. Die gegen Trenck erhobenen Beschuldigungen lauteten: daß er Regimentsgelder veruntreut, mehrere seiner Panduren mit eigener Hand niedergemetzelt, daß er seine Leute zum Raube von Kelchen und sonstigem Kirchengeräthe aufgefordert, außerdem selbst solches weggenommen, manches davon auch seinen Panduren abgekauft und eingeschmolzen habe, daß er Geistliche mit Schlägen mißhandelt, Uebelthäter aus den damals noch üblichen und allseits respectirten Freistätten der Kirchen und Klöster gewaltthätig herausgeholt habe und nun gar mit der Absicht umgehe, in Slavonien einen Aufruhr anzuzetteln. Auch die Soorer Lagergeschichte wurde wieder aufgefrischt. Als man ihm dieselbe in einem der letzten Verhöre vorhielt und er mit dem Zeugnisse des Herzogs Karl, welches zu seiner Rechtfertigung dienen sollte, sich vertheidigte, vergaß sich Löwenwalde so weit, auf dieses Zeugniß des Prinzen ehrenrührige Bemerkungen zu machen. Da hielt der ohnehin stets in höchst gereizter Stimmung befindliche und wohl auch absichtlich in solche versetzte Trenck nicht länger an sich, aufspringend packte er den Präsidenten des Gerichts Löwenwalde an der Brust, trug ihn zum Fenster, riß es auf und würde wohl seinen Richter hinabgestürzt haben, wenn nicht die anwesenden Wächter herbeigeeilt wären und Löwenwalde aus Trenck’s Händen befreit hätten. Der Pandurenoberst wurde sofort ergriffen, ins Militärstockhaus gebracht und kreuzweise an den Füßen mit Ketten geschlossen. Nun war es auch um ihn geschehen. Die Protokolle mit den Aussagen seiner Feinde wurden weiter gar nicht geprüft. Nach dem Vorgefallenen nahm das Kriegsgericht keinen [131] Anstand, die Todesstrafe über Trenck auszusprechen. Um die Unterfertigung des Urtheils zu erschleichen, wollte man die Abwesenheit des Kaisers und dessen Bruders des Prinzen Karl auf einer Jagd benützen. Aber durch Trenck’s Freunde – und er besaß deren noch immer – wurde die Sache hintertrieben. Beide nahmen sich bei der Kaiserin warm des Beschuldigten an, und als man ihr das Urtheil des Kriegsgerichts zur Unterschrift vorlegte, weigerte sich die hochsinnige Fürstin, es zu unterschreiben, und ordnete eine Wiederaufnahme des Processes an. Dieser begann denn von Neuem. Nun kamen wohl alle Unrechtmäßigkeiten des früheren Verfahrens und sonstige Unfüge zutage, aber es blieb noch immer genug von Trenck’s Schuld übrig. Um ihn zur Flucht zu bereden und ihm zur Rettung behilflich zu sein, eilte sogar sein Vetter Friedrich [siehe den Folgenden S. 138] nach Wien. Aber Trenck’s wildes Wesen und rohes Benehmen waren ihm auch jetzt hinderlich. Der Proceß nahm seinen Gang, und wenn auch manche der früheren Beschuldigungen entkräftet wurden, fand sich die Revisionscommission doch bemüssigt, folgendes Urtheil zu fällen: „daß er Zeit seines Lebens auf der Festung Spielberg zu Brünn in Mähren als Staatsgefangener verbleiben, seine Güter und Habschaften unter die Administration des von ihm selbst gewählten Hofrathes von Kämpf und seines Freundes Baron Pejacsewicz gestellt, ihm, Trenck, aber alle Jahre die Rechnungen von seinen Beamten zur Uebersicht eingesendet werden sollten“. Dieses Urtheil erhielt die Bestätigung der Kaiserin, und Trenck wurde nun an seinen Bestimmungsort, auf die Festung Spielberg gebracht, wo er sein bewegtes Leben auch beschloß. Die Kaiserin, die dem unglücklichen Manne, der ja doch für sie unzählige Mate sein Leben dem sichern Tode preisgegeben, und welcher immer und immer, wenn ein neuer Krieg ausbrach, neue Truppen warb, und als ein ebenso tapferer als geschickter Parteigänger so oft zum Siege der kaiserlichen Waffen und zum Verderben des Feindes beigetragen hatte, trotz seiner Verirrungen wohlwollte, befahl, da sie das kriegsrechtliche Urtheil nicht umstoßen konnte und wollte, daß man Trenck in seiner Haft Alles, was er nur wünsche, nur nicht die Freiheit gewähre. Und unter diesen Umständen wurde denn auch seine Haft eine möglichst leichte. Wenige Wochen vor seinem Tode bat er sich durch seinen Advocaten Dr. Berger von der Kaiserin die Gnade aus, über sein Vermögen unter erforderlichen Solemnitäten und mit Berufung der nöthigen Zeugen ein giltiges Testament errichten zu dürfen. Und dies gewährte ihm auch die Kaiserin mittels Handbillets, in welchem sie ausdrücklich noch bemerkt: „er könne sich wegen besserer Pflege zu den Capucinern in der Stadt bringen lassen“. Davon jedoch machte Trenck keinen Gebrauch. So setzte er denn auch am 24. September 1749 in 22 Paragraphen sein Testament auf, welches der Vicecommandant des Spielbergs Oberstlieutenant Grat Kotulinsky, dessen sechs vorhandenen Kindern und dem siebenten anzuhoffenden er je 200 Ducaten, im Ganzen 1400 Ducaten legirte, dann der Platzmajor von Amadei und noch vier Oberofficiere als Zeugen unterschrieben und welches seinem ganzen nicht uninteressanten Inhalte nach in Dr. A. Schmidl’s „Oesterreichischen Blättern“ 1845, S. 97 bis 99 abgedruckt ist. Außer den theils größeren, theils kleineren Summen, die [132] er für Messen und einzelne Personen bestimmte, verfügte er die Interessen von 4000 fl. für die Tuchmacherei der Capuciner, 3000 fl. zur Erbauung eines Altars in der Festungscapelle des Spielberges, 4000 fl. für ein in einem Städtchen oder Marktflecken des Erzherzogthums Oesterreich zu errichtendes Spital für dreißig Personen, zu deren Unterhalt er die Interessen von 30.000 fl. widmete. Und in diesem Paragraph ist eben die Stelle bemerkenswerth: daß in diese seine Stiftung und Spital vorzüglich diejenigen Armen und bedürftigen Personen aufgenommen werden sollen, welche sich legitimiren werden und können, daß sie in der Stadt Cham oder im Isarwinkel oder an dem Fluß Isar in Bayern von dem letzten Kriege her verunglückt oder verarmt seien. Im 20. Paragraph aber schreibt er: „Die Grundfeste eines jeden Testamentes ist die Einsetzung der Universalerben; als bename und setze ich zu meinem Universalerben meines Vaters Bruders erstgeborenen Sohn, welcher vor zwei Jahren bei mir in Wien gewesen, jedoch dergestalten und unter den ausdrücklichen Bedingnissen: wenn dieser mein Vetter den katholischen Glauben annehmen, sich in den österreichischen Landen seßhaft machen und von einer fremden Potenz nicht Dienst nehmen oder behalten wird... Im Falle aber dieser mein Vetter unter vorgesetzten Bedingnissen mein Erbe nicht sein wollte oder aber nicht sein könnte, so solle sein Bruder, der zweitgeborene Sohn meines Vatersbruders mit seiner männlichen Descendenz, jedoch unter allen obigen Bedingungen und Klauseln, mein Erbe und Fideicommissarius sein. Und wenn auch dieser mein Vetter obige Bedingnisse nicht erfüllen und auf obbeschriebene Art mein Erbe nicht sein wollte, so substituire ich in solchem Falle zu meinem wahren Universalerben die oben gemachte Stiftung und Spital“... Zehn Tage nach Aufsetzung dieses Testamentes starb Trenck, ohne eigentlich krank gewesen zu sein, und zwar zu der Stunde, welche er vorausgesagt hatte. Am 4. October ließ er nämlich die Officiere der Bürgergarnison sich versammeln, ließ sich als Capuciner tonsiren und in das Habit dieser Ordensbrüder sich kleiden, dann hielt er eine warme Anrede, in welcher er alle seine Fehler bereute. Gegen 11 Uhr rief er aus: Gottlob, meine Stunde ist gekommen. Nun setzte er sich mit aufgestützten Armen an den Tisch, betete, schloß die Augen und blieb ganz stille. Als geraume Zeit verging und er sich noch immer nicht rührte, trat man zu ihm heran und fand, daß er – todt war. Dieser Vorgang erregte nicht geringes Aufsehen. Des Pandurenobersten Erbe, Major Friedrich Trenck meint, daß Franz das Geheimniß des sogenannten Aqua Toffana besessen, welches, wenn man es nimmt, den Tod bis auf die Stunde voraussehen lasse, und mit diesem Gifte habe sein Vetter sich das Leben genommen. Es ist ein reich bewegtes, von Abenteuern aller Art erfülltes Leben. Es spiegelt sich darin eine Fülle der wildesten Leidenschaften und heroischer Tugenden. Dem Historiker ist mit diesem Manne ein Stoff geboten, wie er nicht so leicht zu finden, und dem Psychologen ein Räthsel, das nicht leicht zu lösen und auch zur Stunde nicht genügend gelöst ist. Das richtige Urtheil über diesen merkwürdigen Charakter wurde vornehmlich dadurch getrübt, daß sein lieb- und gegen ihn charakterloser Vetter und Erbe den nichtswürdigen Ausspruch that: „Trenck lebte als [133] Tyrann und Menschenfeind und starb als heiliger Schurke“. Friedrich Trenck, der, um das große Erbe seines Vetters nicht zu verlieren, den Katholicismus nur zum Scheine annahm, wie er es im ersten Bande seiner Lebensbeschreibung in frivolster Weise selbst bekennt, war am mindesten berechtigt, ein solches Urtheil über Franz von der Trenck zu fällen. Gewiß sind dessen große Frevel nicht zu entschuldigen, wenngleich auch nicht Alles, was man ihm zur Last legt, von ihm, oder überhaupt wirklich begangen worden ist. Sein Ehrgeiz kannte keine Grenzen, ebenso auch seine Begeisterung für seine Monarchin, der er mit Gut und Blut ergeben war. Daß er vorzügliche Eigenschaften als Soldat und als Mensch besaß, dafür zeugt, daß zwei große Feldherren: Khevenhüller und Prinz Karl von Lothringen, große Stücke auf ihn hielten und ihn gegen seine Widersacher warm vertheidigten; seine Panduren aber, gegen die er drakonische Strenge übte, hingen an ihm mit unbegrenzter Begeisterung, und eine handvoll seiner Leute, wenn er sie führte, ging ohne zu zaudern auf ein feindliches Quarré los. Während seine Gegner Alles hervorsuchen, um ihn in das schlechteste Licht zu stellen, nimmt sich Niemand die Mühe, alle Erscheinungen seines Charakters sorgfältig zu prüfen und Gut und Schlecht abzuwägen. Daß er seinen Richter Löwenwalde, seinen geschworenen Feind, in der Gerichtssitzung packte und zum Fenster brachte, um ihn hinunter zu stürzen, ist gewiß ebenso frevelhaft als unerhört. Aber wodurch ließ sich Trenck zu diesem Attentat hinreißen? Schon vor Jahren hatte Löwenwalde Trenck so beleidigt, daß dieser ihm in dem Vorzimmer seines Generals einen Fußtritt antrug. Löwenwalde hatte diesen Insult feige hingenommen. Aber als er jetzt Trenck’s Richter war, wollte er ihm den Fußtritt heimzahlen. Jede nur denkbare Parteilichkeit ließ er sich gegen ihn zu Schulden kommen, anerkannte falsche Zeugenaussagen, ließ keine Rechtfertigung Trenck’s gelten. Und das Alles ertrug dieser durch eine Reihe von Verhören. Erst als Löwenwalde in der letzten Sitzung das Zeugniß des Prinzen Karl von Lothringen, wodurch Trenck’s Unschuld in der Schlacht von Soor bestätigt wurde, in zweideutiger Weise verhöhnte, erst da riß dem heißblütigen Pandurenobersten die Geduld, erst da fühlte sich der tapfere Soldat dem feigen und parteiischen Richter gegenüber im Uebergewicht, und er that, was er nicht lassen konnte. Andere staunen über seine Plünderungen im Felde. Eine Gewissenlosigkeit in dieser Richtung war ihm anerzogen. Trenck’s Vater, seinerzeit Commandant von Brood, nahm es in dieser Hinsicht leider nicht sehr genau, und der Sohn sah dergleichen als etwas sich von selbst Verstehendes an. Die Commandanten von Brood, Alt-Gradisca und Rača genossen das freie Schankrecht. Commandant von der Trenck übte es sogar, seit die Kammer die Einkünfte der Saveüberfuhr an sich gezogen, als ein ihm zugestandenes Monopol in der Festung aus, und in der Palanka bei Brood concurrirte er mit den Grenzern. Auch ließ man es geschehen, daß die Fleischhacker dem Commandanten von einem geschlagenen großen Ochsen die Zunge und ein Oka (gleich dritthalb Pfund) Fleisch, von einem kleinen die Hälfte, von Schafen und Geißen verhältnismäßig ein halbes Pfund nach altem Brauche freiwillig einlieferten. Die Mannschaft durfte aber nicht dazu gezwungen werden, bei ihren Marketendern die [134] Lebensmitteln zu nehmen, besonders wenn dieselben hier in schlechterer Qualität und um einen höheren Preis als anderwärts zu beziehen waren. Commandant Trenck, der Vater unseres Franz, hielt sich nicht daran und überschritt seine Rechte um ein Bedeutendes: so strich er für jeden Schlachtochsen sieben Groschen Accise ein, nahm ohne Rücksicht auf die Capitäne das Heu für sich in Anspruch, forderte auf Jahrmärkten von Gewürz, Zucker u. dgl. m. unter Drohungen ein Regale ab. Freilich wurden ihm diese Erpressungen unter Androhung scharfer Strafen eingestellt und nur das zugelassen, was ihm die Grenzer aus freiem Willen zugestanden. Daß aber bei solchen Beispielen des Sohnes Moral eine sehr laxe geworden, begreift sich leicht, und gar, wenn das der Vater im Frieden gethan, was wollte der Sohn im Kriege viele Umstände machen? Eine auf Grundlage der Untersuchungsacten seines Processes authentisch hergestellte Biographie würde Aufschluß geben über diesen merkwürdigen, groß angelegten und leider durch die Unbändigkeit einer nie gezügelten Leidenschaft irregeführten, im Ganzen doch nicht schlechten Charakter.

I. Selbständige Ausgaben der Biographie, Bearbeitungen im Romangewande, Uebersetzungen. Leben und Thaten des weltberühmten Herrn Francisci Freyherrn von der Trenck, k. k. Obristen über ein Corps Panduren und Slavonischer Huszaren (Frankfurt 1745, 139 S.; auch Wien 1807, 8°.) [von ihm selbst verfaßt]. – Comandante de’ Panduri Barone di Trenck. Memorie scritte da lui medesimo e date in luce dall’abate Pietro Chiari. (In Helmstadt 1764, 8°., 232 S. ) – Lebensgeschichte des Franz Freiherrn von der Trenck. Kaiserl. Königl. Obersten, Parteigängers, und ersten Errichters und Anführers eines Pandurencorps, aus bewährten Urkunden gesammelt (Wien, gedruckt bei Christian Friedrich Wappler, 1788, 2 Bl. Vorrede. 187 S. ). – Franz von der Trenck. Dargestellt von einem Unparteiischen. Drei Bändchen (Stuttgart 1788). [Verfasser dieses Buches ist E. F. Hübner, und Schubart hat die Vorrede dazu geschrieben.] – Leben, Thaten, Abenteuer, Gefängniß und Tod des Franz Freiherrn von der Trenck (Leipzig 1837, Schreck, 8°.) [bildet den zweiten Band des Werkes: „Die Trencks. Zwei Bände“ (Leipzig 1837, 8°.). – Leben und Schicksale des Abenteurers Friedrich Freiherrn von der Trenck, nebst einem Anhange: Anekdoten und Charakterzüge aus dem Leben dessen Vetters, des berühmten und berüchtigten Pandurenanführers Franz Freiherrn von der Trenck. Nach Originalquellen und mit den nöthigen Anmerkungen und Berichtigungen von M. S. Erich (Leipzig, Dirnböck, 1846, 8°., VIII und 160 S.). – Memorie del Barone di Trenck, Comandante de’ Panduri, scritte da lui medesimo e date in luce dal Abbate Pietro Chiari in Venezia. Tomi II (Venezia, appresso Vincenzo Radici 1782, cum effigie Trenckii; zweiter Band: presso Leonardo e Giammaria Fratelli Bassaglia; Bd. I: 208 S., Bd. II: 172 S. ) [erschien bereits früher, und zwar in Helmstadt 1764, 8°., 232 S. ). – Der österreichische Panduren-Oberst Franz von der Trenck. Historischer Roman aus der Zeit Maria Theresias von A. von L. Drei Bände (Celle 1860, Schulze, 8°.) [Seitenstück zu dem historischen Roman: „Friedrich von der Trenck“ desselben Verfassers im gleichen Verlage]. – František Trenk vůdce rak. pandurův. Historicky roman z dob Marie Terezie. Z nemciny přeložyl A. H. Sokol, d. i. Franz Trenck, Führer der österreichischen Panduren. Historischer Roman aus der Zeit der Kaiserin Maria Theresia. Aus dem Deutschen übersetzt (Brünn 1865, J. Pustovsky, kl. 8°.).
II. Zerstreut gedruckte Biographien. Episoden aus seinem Leben. Novellistische Bearbeitungen. Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst. (Von Hormayr.Hormayr) XV. Jahrg. (1824), Nr. 103: „Des Pandurenoberst Trenck Lebensende“. – Arneth (Alfred Ritter von). Maria Theresias erste Regierungsjahre (Wien 186., Braumüller, gr. 8°.) Bd. I, S, 149, 267, 308 und 406. – Baur (Samuel). Galerie historischer Gemälde aus dem achtzehnten Jahrhundert. Ein Handbuch für jeden Tag des Jahres (Hof 1805, G. A. Grau, 8°.) IV. Theil, S. 19–24: „Franz Freiherr [135] von der Trenck“. – Brünner Anzeiger (Brünn, kl. Fol.) 1856, Nr. 32–37 und 46 u. f.: „Geheimnisse des Spielberges. 2. Der Pandurenoberst Franz Freiherr von der Trenck im Sterben und sein Testament. – Die bösen Tage in Cham“. – Curiositäten- und Memorabilien-Lexikon von Wien. Ein belehrendes und unterhaltendes Nachschlag- und Lesebuch u. s. w. Von Realis. Herausgegeben von Anton Köhler (Wien 1846, Lex.-8°.) Bd. I, S. 357: „Czygraischer Rechtshandel“. [Ein Scherz von Franz Trenck.] – Deutsche Familienblätter (.Stuttgart, Verlag von H. Loof, schm. 4°.) Jahrg. 1876, S. 70: „Der Diplomat mit der Sense“. [Eine Erzählung mit interessanten Details über Trenck’s Tod und dessen Folgen.] – Echo, das, zur Unterhaltung für geselliges Leben (Jägerndorf, 4°.) 1866, Nr. 33–37: „Die Liebe des Panduren Trenck. Historische Novelle“. Ohne Angabe des Autors. – Erneuerte vaterländische Blätter (Wien, 4°.) Jahrg. 1817, S. 63 u. f.: „Trenck’s Panduren“. – Frankl (Ludwig August). Sonntagsblatt (Wien, Pfautsch und Voß, 8°.) III. Jahrg. (1844), S. 129: „Die Panduren des Freiherrn von Trenck“. Von Realis. – Gartenlaube. Herausgegeben von Rob. Keil. 1860, Nr. 45–48: „Huszar und Pandur“. Novelle von Levin Schücking [betrifft den Pandurenführer Trenck].– Dieselbe, 1865, Nr. 22, S. 345: „Die Ruhestätte eines Ruhelosen“. Von E. V. [Nachricht über Trenck’s Ruhestätte im Capucinerkloster zu Brünn.] – Gräffer (Franz). Kleine Wiener Memoiren. Historische Novellen. Genrescenen, Fresken u. s. w. zur Geschichte und Charakteristik Wiens und der Wiener in älterer und neuerer Zeit (Wien 1843, Fr. Beck, 8°.) II. Theil, S. 94, im Artikel: „Bey Joseph II.“; III. Theil, S. 294, im Artikel: „Wieder eine Augarten-Vision“. – Derselbe. Josephinische Curiosa (Wien 1850, J. Klang, 8°.) V. und letztes Bändchen, S. 132–160, im Artikel: „Wie Trenck auf Kaiser Joseph zu sprechen ist u. s. w.“. – Das Inland. Ein Tagblatt für das öffentliche Leben in Deutschland mit vorzüglicher Rücksicht auf Bayern (München, J. G. Cotta, 4°.) Jahrg. 1829, S. 147–175: „Der Pandurenoberste Franz Freiherr von der Trenck“ [höchst parteiische Schilderung des unglücklichen Trenck]. – Neuigkeiten (Brunner polit. Blatt) 1853, Nr. 31 und 32, im Feuilleton: „Spaziergänge durch Brünn 14. In der Gruft der PP. Capuciner. Franz Freiherr von der Trenck“. [Nachrichten eines Augenzeugen über Trenck’s Grabstätte.] – Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst. Redigirt von Doctor Adolph Schmidl (Wien, 4°.) II. Jahrg., 30. Jänner 1845, Nr. 13: „Die letzten Tage des k. k. Pandurenoberst Franz Freiherrn von der Trenck“. Von Prof. Beda Dudik. – Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) Jahrg. 1848/49, 9. Heft. – Thürheim (Andreas Graf). Feldmarschall Ludwig Andreas Graf von Khevenhüller-Frankenburg. seiner großen Herrscherin „treuer Vasall und Beschützer“. 1683–1744. Ein Lebensbild (Wien 1878, Braumüller, gr. 8°.) S. 155–157 und noch an vielen Stellen dieses Werkes, welche das Register angibt. – Derselbe. Feldmarschall Otto Ferdinand Graf von Abensperg und Traun. Eine militärhistorische Lebensskizze (Wien 1877, Braumüller, gr. 8°.) S. 160, 166, 188, 199, 209, 210, 270 und 400.
III. Porträte. 1) Mansfeld sc. (8°.). – 2) (Mansfeld sc. ?) (8°.), im Medaillon, mit Panduren ornamentirt. Selten.
IV. Trenck’s Sarg. Im Jahre 1872 brachten die Journale die Nachricht, Trenck’s Leichnam werde aus der Gruft der Capuciner in Brünn, wo er bis dahin gelegen, nach Wien überführt und daselbst in der Gruft der Stephanskirche beigesetzt werden. Diese Meldung beruhte auf einem Irrthume. Eine Ueberführung der Leiche von Brünn nach Wien ist unstatthaft, denn Trenck selbst wünschte (laut §. 1 seines Testaments) bei den Capucinern in Brünn begraben zu werden, welche auch für immerwährende Zeiten am Freitage eine Seelenmesse für ihn zu lesen haben, zu welchem Zwecke er 4000 fl. legirte (§. 4 seines Testaments). Der Irrthum aber entstand dadurch, daß der letzte Descendent der Trenck in Oesterreich, Heinrich von der Trenck für seinen Ahn einen neuen Sarg von Metall bei der Entreprise des pompes funèbres in Wien anfertigen ließ. Dieser sieben Centner schwere (8 Schuh lange, 3 Schuh 4 Zoll breite und 3 Schuh hohe) Sarg umschließt einen zweiten aus Glas, in welchem nun die Gebeine des Pandurenobersten ruhen. Auf dem Deckel des reich ausgestatteten Metallsarges enthält eine Denktafel mit dem Trenck’schen Wappen folgende Inschrift: „Franz Freiherr v. d. Trenck k. k. Oberst und Commandant des Panduren-Corps, geboren zu Reggio in Calabrien am [136] 1. Jänner 1711, gestorben zu Brünn am 4. October 1749. Seinem Vorfahren gewidmet vom Großneffen und letzten Descendenten in Oesterreich Heinrich Freiherrn v. d. Trenck, k. k. Major außer Dienst. 1872“. Die Feierlichkeit der Umlegung der Leiche in den neuen Sarg fand am 5. October 1872 in der Capucinerkirche in Brünn statt, bei welcher Gelegenheit auch mehrere Reliquien der Trenck’schen Familie, nämlich aus dem Besitze des Pandurenobersten Franz und dessen Vetters, des unglücklichen Magdeburger Häftlings Friedrich, ausgestellt waren. Hier sei noch bemerkt, daß die Grabinschrift Trenck’s, die er selbst in Versen verfaßt hat, und in welcher er, seine Unschuld betheuernd, sich als das Opfer von „List, neid, Verleimdung, Hass’ und Begierd zu meinen Sachen“ bezeichnet, in der Zeitschrift „Das Inland. Ein Tagblatt für das öffentliche Leben in Deutschland mit vorzüglicher Rücksicht auf Bayern“ (München, 4°.) | 21. Februar 1829, Nr. 44, S. 1753 ihrem vollen Wortlaute nach abgedruckt ist. [Presse (Wiener polit. Blatt) 1872, Nr. 274: „Der neue Sarg für Trenck’s Gebeine“, und Nr. 276: „Franz Freiherr von der Trenck“. – Deutsche Zeitung (Wien) 1872, Nr. 219: „Der Sarg des Pandurenchefs Baron Trenck“, und Nr. 232: „Freiherr v. d. Trenck“. – Neues Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1872, 19. August, Nr. 227: „Pandurenoberst Trenck“. – Neue Freie Presse, 5. October 1872, Nr. 2915: „Trenck-Feier“. – Bohemia (Prager polit. und belletr. Blatt, 4°.) 15. October 1852, Nr. 193: „Ein Besuch in der Gruft des Barons Trenck. Aus dem Schreiben eines Officiers“.]
V. Trenck-Reliquien. Deren gibt es von dem Pandurenobersten und Spielberger Gefangenen Franz von der Trenck, sowie von dem Magdeburger Arrestanten Friedrich Freiherrn von der Trenck. Am bemerkenswerthesten sind die von Letzterem während seiner mehrjährigen Kerkerhaft mit Inschriften versehenen Becher, deren hie und da aufbewahrt werden. Dr. Julius Petzholdt beschrieb einen solchen ganz ausführlich in seinem interessanten Büchlein: „Fr. v. d. Trenck’s Erzählung seiner Fluchtversuche aus Magdeburg. Nach Trenck’s eigenhändigen Aufzeichnungen“ (Dresden 1866, G. Schönfeld’s Buchhandlung, 12°.). Er führte diese Beschreibung nach einem Becher aus, der sich im Besitze weiland Sr. Majestät des Königs Johann von Sachsen befand. Ein ähnlicher Becher, dann Bildnisse beider Trenck und andere auf Beide bezügliche Gegenstände waren gelegenheitlich der Uebertragung der Leiche des Franz von der Trenck in den neuen Metallsarg im Museumssaale zu Brünn im Jahre 1872 ausgestellt zu sehen. [Neues Fremdenblatt (Wien, 4°.) 1872, Nr. 274: „Franz Freiherr v. d. Trenck“.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Joseph Maximilian Freiherrn von Tillier [Bd. XLV, S. 159].