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BLKÖ:Trautson, Johann Leopold Donat Fürst

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 47 (1883), ab Seite: 50. (Quelle)
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16. Johann Leopold Donat erster Fürst (geb. 21. Mai 1659, gest. 18. October 1724), ein Sohn des Grafen Johann Franz aus dessen dritter Ehe mit Maria Margaretha Freiin Rappach und Halbbruder des Grafen Franz Euseb [S. 48, Nr. 8], widmete sich dem Staatsdienste. Am 20. December 1683 als wirklicher Reichshofrath introducirt, wurde er 1685 Erzherzog Josephs Kammerherr und 1694 desselben, als römischen Königs, Oberstkämmerer und Vice-Ajo. 1695 Kaiser Leopolds I. geheimer Rath und 1698 Ritter des goldenen Vließes. Als Kaiser Joseph I. 1705 die Regierung antrat, ernannte er Trautson zu seinem Oberstkämmerer, 1709 zum Conferenzrath und noch am 29. August dieses Jahres zu seinem Obersthofmeister. Am 14. März 1711 erhob ihn der Kaiser in den Reichsfürstenstand, mit der Verfügung, daß nur der Erstgeborene weltlichen Standes die fürstliche, alle übrigen Kinder die gräfliche Würde führen und bei Ausgang der fürstlichen Linie die anderen sich gleicher Vorrechte erfreuen sollten. Nach dem Tode Kaiser Josephs I. wurde Trautson der Interimsregentin Kaiserin Eleonora als Assistenzrath beigeordnet. Als dann Kaiser Karl VI. den Thron bestieg, bestätigte ihn derselbe in der geheimen Rathsstelle und ernannte ihn in dem darauffolgenden Jahre 1712 zum Präsidenten des Reichshofrathes, welche Stelle jedoch Trautson ablehnte. [51] Am 28. August 1715 erfolgte des Fürsten Immatriculirung bei der Landschaft im Erzherzogthume Oesterreich ob der Enns, und im nämlichen Jahre ernannte ihn der Kaiser zum Gouverneur der kaiserlichen neu errichteten Universal-Banco, ferner zum Conferenz- und Ministerial-Finanzconferenz-Rathe und am 15. October 1721 an des Fürsten Liechtenstein Stelle zu seinem Obersthofmeister. Kurz vor seinem Tode erlangte er vom Kaiser die Genehmigung zur Errichtung eines Familienmajorates aus den Gütern, welche er in Ungarn und Oesterreich besaß. Außerdem hinterließ er eine Bestimmung, welcher zufolge eine in Böhmen gelegene Allodialherrschaft, die auf 1,400.000 fl. bewerthet wurde, gleichfalls allein seinem ältesten Sohne zufallen solle, damit derselbe die Reichsfürstenwürde entsprechend aufrechterhalte. Seiner am 24. Juni 1695 mit Maria Theresia Ungnad Gräfin Weißenwolf geschlossenen Ehe entsproßten sechs Söhne und .sechs Töchter, sämmtlich aus der Stammtafel ersichtlich, von denen aber nur der älteste Sohn Johann Wilhelm den Stamm fortpflanzte. –