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BLKÖ:Tartler, Thomas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Taschek, Franz
Band: 43 (1881), ab Seite: 115. (Quelle)
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5. Thomas Tartler (geb. in Kronstadt 9. October 1700, gest. 8. Februar 1770). Des Knaben, der frühzeitig seinen Vater durch den Tod verlor, nahm sich der Stadtpfarrer Paul Neidel an. Nachdem Thomas die Schulen in Kronstadt besucht hatte, ging er 1724 nach Halle, wo er Theologie studirte. Im Juni 1731 kehrte er heim, wurde 1734 Lector, 1739 Conrector und 1744 Rector des Gymnasiums in Kronstadt. Im April 1749 erfolgte seine Anstellung als Prediger an der großen Stadtkirche daselbst, 1751 seine Berufung zum Pfarrer in Tartlau. Als solcher wurde er wiederholt in wichtigen geistlichen Angelegenheiten delegirt und in Anerkennung der großen Dienste, die er zur Erstickung der Pest in Tartlau geleistet im Jahre 1756 von der Kaiserin Maria Theresia mit einer goldenen Denkmünze geehrt. Er besaß nur einen Sohn, mit welchem seine Familie erlosch. Die Annahme, daß derselbe der Maria Theresien-Ritter Bartholomäus Tartler [s. d. S. 111][WS 1] sei, stimmt nicht gut zusammen. Denn da Thomas 1700, Bartholomäus 1761 geboren wurde, so wäre Letzterer zur Welt gekommen, als sein Vater bereits im Alter von 61 Jahren stand. Möglich, aber doch nicht wahrscheinlich. Der in Rede stehende Pfarrer von Tartlau war neben seinem Berufe auch schriftstellerisch thätig und hat in Manuscript manches hinterlassen, was der Aufzeichnung Werth erscheint. So: „Catalogus Judicum, Quaestorumque Coronensium et Pastorum Capituli Barcensium“; – „Diarium rerum memorabilium Barcensium ab anno 1716 ad annum 1750“, ein für die Geschichte. Siebenbürgens nicht unwichtiges Tagebuch, über welches Trausch in dem unten angegebenen Werke des Näheren berichtet; – „Brevissima et verissima Deductio, quod Brassovienses vel Barcenses ipsi sint Teutones vel Saxones in Privilegio Andreae II. de anno 1224 allegati“, betreffs welcher Handschrift auf den bemerkenswerthen Excurs von Trausch in dessen „Schriftsteller-Lexikon“ [Bd. III, S. 362–366] hingewiesen wird; – „Qu. D. B. V. Collectanea zu einer Particular-Historie von Kronstadt“; – Thomae Tartleri Idea historiae universalis; – „Elenchus historico-alphabeticus Pastorum Barcensium. a Th. Tartlero Gym. Cor. Conrectore 1742 conscriptus“; – „Tartlauer Chronika oder Historie von dem königlichen Markt Tartlau in dem Burzenländischen Districte, aus wahrhaften Schriften kürzlich verfaßt, [116] anno 1755“; – „Capituli Barcensis in Tran(silvan)ia brevis et humillima Deductio Privilegiorum circa Decimarum integrarum perceptionem“; – „Illustratio Articulorum quorundam historicorum rem et historiam Valachorum concernentium“, wurde für eine Arbeit J. Filstich’s [Bd. IV, S. 228] angesehen, bei genauerer Prüfung aber als ein Werk Tartler’s erkannt. [Joh. Seivert’s Nachrichten von siebenbürgischen Gelehrten und ihren Schriften (Preßburg 1785, Karolinßky, 8°.) S. 426. – Trausch (Joseph), Schriftsteller-Lexikon oder biographisch-literarische Denkblätter der Siebenbürger Deutschen. (Kronstadt 1871, Johann Gött und Sohn, gr. 8°.). Band III, S. 360 u. f.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: [s. d. S. 117].