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BLKÖ:Lubomirski, Anton Fürst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lubomirski, Eduard
Band: 16 (1867), ab Seite: 109. (Quelle)
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2. Anton Fürst L. (geb. im Jahre 1719, gest. zu Warschau 8. März 1782), ein Sohn des Fürsten Joseph aus dessen Ehe mit Therese Mniszech. Wurde im Jahre 1745 Commissär des Przemysler Kreises beim Tribunal zu Radom und im Jahre 1748 Kronhüter. Im Jahre 1752 zum Wojwoden von Lubelsk ernannt, erhielt er zugleich die Würde eines Hofmarschalls der königlichen Prinzen. Als sich im Jahre 1758 dem Prinzen Karl Aussichten auf das Fürstenthum Kurland eröffneten, wurde L. zu seinem Marschall ernannt und begleitete den Prinzen auf seiner Reise nach St. Petersburg. Als durch den Tod des Königs der polnische Thron erledigt war, legte er seine Aemter nieder, hielt aber zur sächsischen Partei, nahm auch im Jahre 1768 Urlaub in’s Ausland und lebte mehrere Jahre in Sachsen, bis ihm sein Bruder Stanislaus, der damals bereits Hofmarschall war, den Rath gab, daß es an der Zeit wäre, in das Vaterland zurückzukehren. Fürst Anton kehrte nun im Mai 1772 nach Polen zurück. Im December 1778 wurde er Wojwode und im folgenden Jahre Kastellan von Krakau, als welcher er die erste Stelle im Senate einnahm. Fürst Anton, wie schon oben bemerkt, hielt entschieden zur sächsischen Partei und war mit dem Grafen Brühl auf das Innigste befreundet. Der Fürst war mit Sophie Krasinska, Kastellanin von Wislice und Witwe des Sandomirer Wojwoden Tarlo, vermält. Der einzige Sohn dieser Ehe starb vor den Eltern im Jahre 1769 und die ausgedehnten Besitzungen L.’s in der Ukraine, in Posen, Sandomir und Lubelsk gingen auf eine Seitenlinie der Lubomirski’schen Familie über. Die Fürstin, eine der gefeiertesten Frauen ihrer Zeit, überlebte ihren Gatten noch acht Jahre und starb im Jahre 1790. Sie brachte Fabrikanten und Industrielle nach Przeworsk in Galizien, wo Leinwand- und Baumwollspinnereien, Tapetenfabriken, Zeugdruckereien entstanden und sich allmälig ein vorher nicht gekannter Wohlstand und eine industrielle Rührigkeit ohne Gleichen entwickelten. Die Fürstin war eine leibliche Tante der durch ihre Schönheit ausgezeichneten Gräfin Franziska Krasińska, in welche sich der Kronprinz so verliebte, daß er sich später mit ihr in aller Stille trauen ließ. Durch diese verwandtschaftlichen Bande erklärt sich auch des Fürsten Anton Parteistellung, der es immer mit dem sächsischen Hofe hielt, wo er an dem Grafen Brühl und dieser wieder an dem Fürsten Anton, der einer der reichsten und mächtigsten polnischen Magnaten war, eine Stütze hatte. –