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BLKÖ:Lubomirski, Stanislaus (II.) Fürst

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 16 (1867), ab Seite: 115. (Quelle)
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16. Stanislaus (II.) Fürst L. (geb. im Jahre 1719, gest. zu Lancut 12. August 1783), ein Sohn des Fürsten Joseph, Wojwoden von Czerniechow, und der Theresia Mniszech, Tochter des Kronmarschalls. Ein um sein Vaterland viel verdienter Magnat, den leider schwächliche Gesundheit hinderte, überall einzugreifen, wo es einer starken Hand bedurfte, um das Land vor dem Verfalle zu bewahren, der in Folge der Uneinigkeit und Herrschsucht eines unbändigen Adels über dasselbe hereinbrach. Auf den Landtagen der Jahre 1746, 1756, 1758, 1761 und 1762, immer als Abgeordneter von Sandomir, entfaltete er eine große und verdienstliche Thätigkeit. Seine ganze Macht aber brachte er nach des Königs August III. Tode zur Geltung, als er durch seine Energie auf dem Wahllandtage den Umtrieben der Partei Mokronoski’s, welche die Wahl verhindern und den Landtag auseinandertreiben wollte, begegnete. Nützliche Reformen leitete er im Justizwesen und in der Wahlordnung der Abgeordneten ein. Im Jahre 1765 erhielt er die Starostei von Wislice, wurde im folgenden Jahre Commissär des Schatzes, welche Würde er aber niederlegte, als er bald darauf nach Bieliński’s Tode erster Minister der Krone wurde. Auf dieser Stelle begründete er sich durch seine Umsicht, Energie, Thätigkeit und Gerechtigkeit ein segensvolles Andenken. Im Jahre 1771 ließ der König Stanislaus August, seine Verdienste zu ehren, eine Medaille prägen mit folgender Aufschrift: „Quod ex munere officii bene prospexit saluti, quieti, etiam decori metropolis Varsaviae luctuoso et difficili tempore pertis, dissidii civilis et caritatis: hoc meritae laudis praemium Stanislaus Augustus Rex dedit anno MDCCLXXI“. Der Fürst, der eine tüchtige Bildung und gründliche Kenntnisse besaß, war ein eifriger Sammler von Münzen und Medaillen. Seiner leidenden Gesundheit wegen zog er sich auf seine Herrschaft Lancut in Galizien zurück, wo er im Alter von 64 Jahren starb. Seine Gemalin Isabella geb. Fürstin Czartoryska brachte ihm ein bedeutendes Vermögen zu. Sie überlebte ihren Gatten um 33 Jahre und starb als Matrone von 83 Jahren, ihrer Güte und Mildthätigkeit wegen gepriesen, zu Wien am 25. November 1816. –