Zum Inhalt springen

BLKÖ:Lubomirski, Eduard

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 16 (1867), ab Seite: 109. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Edward Kazimierz Lubomirski in Wikidata
GND-Eintrag: 1033248045, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Lubomirski, Eduard|16|109|}}

3. Eduard (geb. zu Dubno in Volhynien im Jahre 1796, gest. im Jahre 1823). Sein Vater Michael war polnischer General. Fürst Eduard besuchte das Lyceum in Warschau, ging dann nach Wien, wo er auch bei der russischen Gesandtschaft die diplomatische Laufbahn betrat und den Gesandtschaften in Berlin und London attachirt wurde. In seine Heimat zurückgekehrt, lebte er ausschließlich der Literatur und landwirthschaftlichen Beschäftigung, indem er seine Besitzungen zu Radymir selbst verwaltete. Mit einem Officier der berittenen polnischen Garde gerieth er in Streit, der eine Herausforderung zur Folge hatte und der Fürst starb an der im Duell empfangenen Wunde. Vor seinem Tode machte er große Stiftungen zu wohlthätigen Zwecken, so widmete er unter anderen eine Summe von 400.000 p. Gulden, seinen Palast und Garten zu Radzymir zur Anlage eines Wohlthätigkeits-Institutes. Der mit der Ausführung dieser Stiftung betraute Graf Eduard Raczynski änderte aber den ursprünglichen Plan und legte aus den dazu bestimmten Geldern ein Institut für Augenkranke in Warschau an, in welchem dürftige Augenkranke christlichen Glaubensbekenntnisses beider Geschlechter unentgeltliche Aufnahme, Pflege und Behandlung finden sollten. Der Fürst Eduard hat außer der polnischen Uebersetzung des Klingemann’schen Faust, welche zu Warschau im Jahre 1819 erschienen [110] ist, noch herausgegeben: „Groby w dniu śmierci Tadeusza Kościuszki. Dumy rycerskie“, d. i. Die Gräber am Todestage Thaddäus Kosciuszko’s. Ritterliche Trauerklänge (Warschau 1821), von diesem Gedichte, das wie die Faustübersetzung anonym erschienen ist, ist nur der erste Theil vorhanden. Der Stoff der Dichtung ist einfach. Der Dichter steht an Kosciuszko’s Todestage (17. November 1817) in der Krakauer Kathedrale, sieht dort vier Ritter und horcht ihren Gesprächen. Das Gedicht enthält solche Schönheiten, daß man auf den Poeten aufmerksam wurde. Gleichfalls anonym gab er heraus. „Obraz historiczno-statysticzny Wiednia“, d. i. Historisch-statistisches Gemälde von Wien (ebd. 1821, 8°.). Nach seinem Tode gab Eduard Graf von Raczynski aus dem Nachlasse des Fürsten das Werk: „Rys statystyczny i polityczny Anglii“, d. i. Statistisch-politischer Abriß von England (Posen 1829, 4°.), heraus. [Woycicki (K. Wl.), Historyja literatury polskiej w zarysach, d. i. Geschichte der polnischen Literatur in Umrissen (Warschau 1846, Sennewald. gr. 8°.) Bd. III, S. 408.] –