Zum Inhalt springen

BLKÖ:Lanner, Joseph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Lanna, Adalbert
Nächster>>>
Lanner, August
Band: 14 (1865), ab Seite: 134. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Joseph Lanner in der Wikipedia
Joseph Lanner in Wikidata
GND-Eintrag: 118569597, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Lanner, Joseph|14|134|}}

Lanner, Joseph (Walzer-Compositeur, geb. zu Wien, nach der Inschrift des Grabsteins in Döbling, 11. April 1800, gest. zu Döbling bei Wien 14. April 1843). Sein Vater Martin L. war Handschuhfabricant in der Wiener Vorstadt St. Ulrich. Früh verrieth sich das musikalische Talent seines Sohnes, der ohne einen eigentlichen Unterricht erhalten zu haben, bald die Violine mit großer Fertigkeit spielte und selbst die Composition aus theoretischen Werken ohne Anleitung studirte. Bei dem aufstrebenden Geiste, der ihm innewohnte, ließ er es bei diesen Selbstübungen auf seinem Instrumente und bei diesen theoretischen Studien nicht lange bewenden. So jung er war, so wollte er schon dirigiren, und nachdem er einige Collegen gefunden, die gleich ihm die Musik liebten und trieben, versammelte er dieselben um sich, stellte sich an ihre Spitze und führte mit ihnen Quartetten oder Quintetten auf, zu welchem Zwecke er die damals beliebtesten Opernstücke, Märsche, Ouverturen u. dgl. m. selbst arrangirte. In diesem Vereine musikalischer Jünglinge befand sich auch sein nachmaliger Rival Johann Strauß, der bei Lanner längere Zeit die Viola spielte. Um diese Zeit schon begann L. Walzer zu componiren. So kam es, daß zu Anfang der Zwanziger Jahre an schönen Frühlingsnachmittagen vor Jüngling’s Kaffeehause in der Jägerzeile ein schmächtiger Jüngling unter Begleitung einer Viola und Guitarre sich auf der Violine hören ließ. Bogenführung und Vortragsweise dieses noch so jungen Violinspielers erregten bald die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden. Der Geiger aber, nachdem er einige Zeit gespielt, legte Bogen und Geige nieder, ergriff einen Teller, verließ seinen Platz und sammelte bei den im Freien sitzenden, seit seinem Spiele mit jedem Tage sich zahlreicher einfindenden Kaffeehausgästen sein Honorar, welches bei der Beliebtheit, der sich der junge Musikant bald zu erfreuen hatte, ungewöhnlich reichlich ausfiel. Dieser [135] junge Violinspieler war unser Lanner, der nachmalige Walzerkönig Wiens, der Schöpfer der modernen Wiener Volksmusik, deren heitere Klänge später den Weg über den ganzen Erdball machten. Bald vermehrte L. seine Begleitung, die bisher aus Guitarre und Viola bestand, noch um zwei Stimmen und verlegte den Schauplatz aus der Vorstadt nach dem Innern der Stadt. In verschiedenen Gasthauslocalitäten, vornehmlich aber beim „Rebhuhn“ in der Goldschmiedgasse, spielte und entzückte dieses Quintett seine Zuhörer, unter denen sich zu jener Zeit auch Franz Schubert befand. Schubert fehlte nicht, wenn Lanner beim „Rebhuhn“ spielte, und wie Schubert überhaupt, selbst eine echte herzliche Künstlernatur, keinen Künstlerstolz und Künstlerneid kannte, ermunterte er den jungen Walzergeiger durch Beifall und Anerkennung, worüber dieser nicht geringe Freude empfand und gehobenen Sinnes sich dieser Anerkennung würdig zu machen suchte. Da hieß es an einem schönen Maitage, im ersten Kaffeehause des Praters werde ein größeres Orchester aus Streichinstrumenten von Lanner dirigirt aufspielen. Das war in Wien etwas Neues, denn bisher hatte sich in öffentlichen Gärten nie noch Streichmusik, sondern nur die sogenannte Harmoniemusik, die vorzugsweise aus Blech- und Blasinstrumenten besteht, hören lassen. Mit diesem Tage beginnt so zu sagen die neue Aera der Wiener Volksmusik. Vom Prater übertrug L. sein Orchester zum „grünen Baum“ unter den Weißgärbern und zum „Brunnen“ im Lichtenthal, wo sich gewöhnlich auch tanzendes Publicum einzufinden pflegte. Als aber Lanner das Ballorchester beim „Bock“ auf der Wieden dirigirte, da hatten seine Walzercompositionen allenthalben in Wien Alt und Jung bereits elektrisirt und Lanner’s Name lebte im Munde eines jeden Wieners. In diese Zeit fällt sein erstes Auftreten als eigentlicher Walzer-Compositeur und zu seinen ersten Nummern zählt der unter dem Titel „Bock’s Klage“ bekannte Walzer, in welchem sich zuerst jene Eigenthümlichkeit, die alle seine Compositionen charakterisirt, der von keinem seiner Nebenbuhler und Nachahmer, nicht von Strauß, Labitzky und Morelly, erreichte musikalische Humor Lanner’s, in seiner ganzen unwiderstehlichen Lieblichkeit ausspricht. Wenn auch Fachmänner wissen wollen, daß Strauß in der Kunst, einen großen musikalischen Körper energisch zu leiten, unsern Lanner bei weitem übertraf, so gestehen ihm doch eben diese zu, daß er seinem Orchester mit Umsicht und Rührigkeit vorstand und daß er eifrig jenen Sinn der Einheit hervorzubringen verstand, wodurch seine Aufführungen zur Stufe einer Vollendung gebracht wurden, daß ihm selbst strenge Kunstkenner ihre Anerkennung nicht versagten. Bald beeiferten sich die Inhaber der größten und besuchtesten Erlustigungs-Plätze Wiens, Lanner für sich zu gewinnen. Mit dem Beifall des Publicums wuchs seine Schaffenslust. Jede neue Composition überbot die anderen an Originalität der Gedanken und Lieblichkeit der Melodie. So wurde er der Schöpfer der neuen Tanzmusik, so war es er, der dem Walzer eine neue Form gab und ihn aus dem Joche des achttactigen Rhythmus, unter welchem er bisher geschmachtet, befreite. Obgleich Lanner den Volks- und Paradiesgarten, Dommayer’s Casino in Hietzing und die Säle „zur goldenen Birn“, zum „Sperl“ und zum „goldenen Strauß“ im Josephstädter Theatergebäude zu den eigentlichen [136] stehenden Spielplätzen wählte, so wurde er doch vielseitig angegangen, namentlich zur Carnevalszeit, mit seinem Orchester auch anderwärts Gastrollen zu geben. Bald ergingen an den Liebling der Wiener auch von Städten des In- und Auslandes Einladungen, welche L. jedoch nur zum Theil annahm, indem er zu Preßburg, Pesth, Brünn, Gratz mit seinem Orchester Aufführungen veranstaltete. Im Jahre 1838, bei Gelegenheit der Krönung Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand in Mailand, fiel auf ihn die Wahl der Besorgung der Festmusik bei den öffentlichen Banketten und Hoffesten in Innsbruck, Mailand, Venedig und Triest. Eine lange Reihe von Jahren führte L. auch die Direction der Tanzmusik in den k. k. Redoutensälen, und auf den Hofbällen leitete er abwechselnd mit Strauß das Orchester. Den Einladungen in’s Ausland hat L. aus nicht bekannten Gründen niemals Folge geleistet. In Anerkennung seiner mehrfachen Verdienste als Musiker und als Mensch – denn gern war er jederzeit bereit, für wohlthätige Zwecke mitzuwirken – wurde er zum Capellmeister des zweiten Bürger-Regiments ernannt und ihm von der Stadt Wien das Ehrenbürgerrecht verliehen; überdieß haben ihm auch mehrere Musikvereine ihre Diplome übersandt. Seine Compositionen, welche weiter unten namentlich aufgeführt werden, erreichen die Opus-Zahl 208. Außerdem sind aber einige nicht numerirte und mehrere Hefte aus seinem Nachlaß ausgegeben worden, deren aller weiter unten Erwähnung geschieht. Außerdem hat er die Ouverture zu dem Zaubermärchen „Der Preis einer Lebensstunde“ und eine Pantomime componirt. Bis Opus 15 erschienen seine Compositionen bei Diabelli und Comp., von 16 bis 32 bei Tobias Haslinger; von 33 bis 169 bei Pietro Mechetti und von 170 bis 208 wieder bei Haslinger. Die Walzer: „Der Hexentanz“, „Die Rosensteiner“, „Almacks-Tänze“, „Victoria-Quadrille“, ein „Original-Bolero“ und zwei große „Potpourris“ nebst einem reichhaltigen Skizzenbuche, haben seinen musikalischen Nachlaß gebildet. Als Mensch zeichnete sich L. durch seltene Herzensgüte und einen biederen gemüthlichen Charakter aus. Seine letzte Aufführung hatte am 21. März 1843 in Dommayer’s Casino in Hietzing stattgefunden. Zwei Tage später befiel ihn in Folge einer Verkühlung das Nervenfieber, dem er nach dreiwöchentlichen Leiden erlag. Sein Leichenbegängniß in Döbling, wo er gewohnt, fand unter einem Zusammenlaufe von mehr als 20.000 Menschen Statt. Sein College Strauß begleitete den Conduct an der Spitze der Bande des ersten Bürger-Regiments. Ueber seine Kinder, von denen zwei, August und Katharina, die künstlerische Laufbahn erwählten, vergleiche Näheres in den Quellen. Auch die Dichtung in verschiedenen Formen hat sich Lanner’s Namen zu Nutze gemacht, er wurde mit Strauß im Verein dramatisch behandelt, und zwar in einem dreiactigen Genrebild von Anton Langer und, wenn Herausgeber nicht irrt, in einem Lustspiele von Dr. Toepfer; eine große Rolle spielt er auch in E. M. Oettinger’s Roman: „Strauß und seine Geiger“, der in neuer Ausgabe unter dem veränderten Titel: „Strauß und seine Zeitgenossen“ erschien, und in Augsburg ist im Jahre 1846 ein komisches Gedicht: „Lanner’s Ankunft im Olymp“, erschienen.

I. Uebersicht der Compositionen Lanner’s. Eine solche Uebersicht ist ebenso des Tonsetzers [137] wegen, der als Walzer-Compositeur obenan und noch unübertroffen dasteht, als culturgeschichtlich interessant, weil viele Titel auf Zeitereignisse und Sitten anspielen. „Neue Wiener Ländler“, Op. 1. – „Gowatschische Ländler“, Op. 2. – „Sieben Oberländler“, Op. 3. – „Jewatzdorfer Ländler“, Op. 4. – „Krönungs-Deutsche. Tänze“, Op. 5. – „Tiroler Ländler“, Op. 6. – „Aufforderung zum Tanze“, Op. 7. – „Mitternachts-Walzer“, Op. 8. – „Dornbacher Ländler“, Op. 9. – „Cotillons“, Op. 10. – „National-Oberösterreichische Ländler“, Op. 11. – „Terpsichore-Walzer“, Op. 12. – „Kirchweih-Ländler“, Op. 13. – „Die Cavallerie zu Fuß (Galopp)“, Op. 14. [Die bisher angeführten Compositionen (1–14) sämmtlich bei A. Diabelli u. Comp.] – „Vermälungs-Walzer“, Op. 15. – „Erstes Wiener Quodlibet“, Op. 16. – „Trennungs-Walzer“, Op. 19. – „Die Achtundzwanziger. Ländler“, Op. 20. – „Hollabrunner Ländler“, Op. 21. – „Zweites Wiener Quodlibet“, Op. 22. – „Blumenfest-Ländler“, Op. 23. – „Eröffnungs-Walzer“, Op. 24. – „Zeisel-Jux-Ländler“, Op. 25. – „Katharinen-Tänze“, Op. 26. – „Drittes Wiener Quodlibet“, Op. 27. – „Willkommen zum Sperl. Ländler“, Op. 28. – „Jubelfest-Tänze“, Op. 29. – „Redoute-Carneval-Tänze“, 1. Lieferung, Op. 30. – „Zauberhorn-Ländler“, Op. 31. [Die Opera 16–31 bei Haslinger.] – „Schwechat-Ländler“, Op. 32. – „Flora Walzer“, Op. 33. – „Ankunft-Walzer“, Op. 34. – „Leopoldstädter Ländler“, Op. 35. – „Schnellsegler-Galopp“, Op. 39. – „Altenburger Ländler“, Op. 40. – „Katharinen-Tänze“, Op. 41. – „Redoute-Carneval-Tänze“, 2. Lieferung, Op. 42. – „Lustig, Lebendig! Gelegenheits-Ländler“, Op. 43. – „Bruder lauf und Bruder spring. Zwei Galoppen“, Op. 44. – „Musikverein-Tänze“, Op. 45. – „Flüchtige Lust. Walzer“, Op. 46. – „Schnellsegler. Ländler“, Op. 47. – „Armen-Einladungs-Walzer“, Op. 48. – „D’Wuarla. Ländler“, Op. 49. – „Karlsbader Sprudel-Walzer“, Op. 50. (Volksgarten-Musik. 1. Heft, mit der Ansicht des Volksgartens.) – „Devisen-Redoute-Cotillons“, Op. 51. – „Paradies-Soirée-Walzer“, Op. 52. (Paradiesgarten-Musik, 1. Heft, mit der Ansicht des Paradiesgartens.) – „Amoretten-Walzer“, Op. 53. – „Mazur. H-dur“, Op. 54. – „Die Einunddreißiger. Walzer“, Op. 55. (Volksgarten-Musik. 2. Heft.) – „Elisens und Katinkens Vereinigung. Galoppe und Redowak“, Op. 56, Nr. 1; – „Carrière-Galoppe“, Op. 56, Nr. 2. – „Bekannte Töne der Unbekannten. Cotillons nach den beliebtesten Motiven der Oper: La Straniera“, Op. 57. – „Louisen-Galoppe“, Op. 58, Nr. 1; – „Syrenen-Galoppe“, Op. 58, Nr. 2; – „Magnet-Galoppe“, Op. 58, Nr. 3. – „Die Wiener Ländler“, Op. 59. – „Lemberger Mazur. F-dur“, Op. 60. – „Favorit-Galoppe nach den beliebtesten Motiven der Oper Zampa“, Op. 61, Nr. 1; – „Neujahr-Galoppe“, Op. 61, Nr. 2; – „Redoute-Galoppe“, Op. 61, Nr. 3. – „Sophien-Walzer“, Op. 62. (Paradiesgarten-Musik, Nr. 2.) – „Capricciosa, großes Potpourri“, Op. 63. – „Die Badner Ring’ln. Walzer“, Op. 64. – „Die jüngsten Kinder meiner Laune. Ländler“, Op. 65. – „Nordklänge. Mazurka“, Op. 66. – „Olymps-Walzer“, Op. 67. – „Quadrille“, Livr. 1, Op. 68. – „Gusto-Ländler“, Op. 69. – „Wiener Juristen-Ball-Tänze“, 1. Lfg., Op. 70. – „Musenklänge. Cotillon in Galoppen“, Op. 71. – „Cotillons aus der Oper: J. Montecchi e Capuleti“, Op. 72. – „Blumen der Lust. Walzer“, Op. 73. – „Isabella-Walzer“, Op. 74. – „Marsch und Galoppe nach beliebten Motiven der Oper Norma“, Op. 75. – „Der Uhlane (le lancier). Mazur“, Op. 76. – „Melorama, großes Potpourri“, Op. 77. – „Musikalische Revue. Potpourri“, Op. 79. – „Lock-Walzer“, Op. 80. – „Die Unwiderstehlichen. Walzer“, Op. 81. – „Jägers Lust. Jagd-Galoppe“, Op. 82. – „Hygieia-Galoppe“, Op. 83. – „Wiener Juristen-Ball-Tänze“, 2. Lfg., Op. 84. – „Valses, dédiées à S. M. la Reine des Français“, Op. 85. – „Rosen-Cotillon“, Op. 86. – „Komet-Walzer“, Op. 87. – „Dessauer Galoppe“, Op. 88. – „Sehnsuchts-Mazur“, Op. 89. – „Sommernachts-Traum-Galoppen“, Op. 90. – „Die Abenteurer. Walzer“, Op. 91. – „Die Humoristiker. Walzer“, Op. 92. – „Pesther Walzer“, Op. 93. – „Dampf-Walzer“, Op. 94. – „Abschied von Pesth. Monument-Walzer“, Op. 95. – „Walzer-Bouqet“, Op. 96. – „Panorama Nr. 1, enthaltend: Italienische, spanische, englische und ungarische Galoppen“, Op. 97. – „Hesperiens Echo. Cotillons nach beliebten Motiven der neuesten italienischen Opern“, Op. 98. – „Die Schwimmer. Walzer“, Op. 99. – „Jubel-Walzer“, Op. 100. – „Walzer, gewidmet I. M. der Kaiserin von Oesterreich“, Op. 101. – „Blech, Holz und Stroh, großes Potpourri“, Op. 102. – „Die Werber. Walzer“, [138] Op. 103. – „Die Lebenswecker. Walzer“, Op. 104. – „Die Liebes-Tändler. Walzer“, Op. 105. – „Ouverture aus dem Zaubermärchen: Der Preis einer Lebensstunde“, Op. 106. – „Die Neapolitaner. Walzer“, Op. 107. – „Panorama Nr. 2, enthaltend Nr. 1: Der Zapfenstreich; Nr. 2: Galoppe nach beliebten Motiven der Oper: Beatrice di Tenda von W. Bellini“, Op. 108. – „Labyrinth-Walzer“, Op. 109. – „Walzer, gewidmet S. M. dem Könige beider Sicilien“, Op. 110. – „Walzer, gewidmet I. k. H. der Erzh. von Oesterreich, Maria Ludovica, Herzogin von Parma“, Op. 111. – „Die Haimbacher. Erinnerungs-Walzer“, Op. 112. – „Aeskulap-Walzer“, Op. 113. – „Panorama Nr. 3, enthaltend: Gartenfest-Hugenotten und Champagner-Knall-Galoppen“, Op. 114. – „Hymens Feierklänge. Walzer“, Op. 115. – „Mille fleurs-Walzer“, Op. 116. – „Die entfesselte Phantasie. Potpourri zur Erinnerung an Ferdinand Raimund“, Op. 117. – „Lenz-Blüthen. Walzer“, Op. 118. – „Melodion, großes Potpourri“, Op. 119. – „Amors-Flügel. Walzer“, Op. 120. – „Musikalische Reisebilder. Potpourri über National-Melodien“, Op. 121. – „Panorama Nr. 4, enthaltend: 3 Galoppen nach beliebten Motiven der Oper: Der Postillon von Lonjumeau, von A. Adam“, Op. 122. – „Prometheus-Funken. Gratzer Soirée-Walzer“, Op. 125. – „Die Aelpler. Walzer“, Op. 124. – „Tarantel-Galoppe“, Op. 125. – „Orpheus-Klänge. Walzer (Forts. d. Olymps-Walzer)“, Op. 126. – „Die Bestürmung von Constantine. Galoppe“, Op. 127. – „Die Kosenden. Walzer“, Op. 128. – „Walzerfluth oder zwanzig Jahre in zwanzig Minuten. Großes Walzer-Potpourri“, Op. 129. – „Drei Märsche für das löbl. 2. Wiener Bürger-Regiment“, Op. 130. – „Frohsinns-Scepter. Walzer“, Op. 131. – „Die Petersburger. Walzer“, Op. 132. – „Krönungs-Walzer. Introduction, Nr. 1, 2: Die Tiroler; Nr. 3, 4: Die Lombarden; Nr. 5, 6: Die Venetianer und großes Finale“, Op. 133. – „Regata-Galoppe“, Op. 134. – „Bankett-Polonaise. Es-dur“, Op. 135. – „Rococco-Walzer“, Op. 136. – „Quadrille“, Livr. 2, Op. 137. – „Victoria-Walzer“, Op. 138. – „Festmarsch zur Ankunft Sr. k. H. des Großfürst-Thronfolgers von Rußland, Alexander Nikolajewitsch“, Op. 139. – „Die Flotten. Walzer“, Op. 140. – „Hommage à Dlle Taglioni. Grande Valse av. Trio“, Op. 141. – „Tourbillon- und Gitana-Gallope“, Op. 142. – „Marien-Walzer“, Op. 143. – „Vier Mazuren“, Op. 144. – „Norwegische Arabesken“, Op. 145. – „Die Osmanen. Walzer“, Op. 146. – „Themis-Strahlen. Walzer“, Op. 147. – „Malapou- und Amazonen-Galoppe“, Op. 148. – „Soirée-Plauderer. Potpourri“, Op. 149. – „Liebesträume. Brünner Walzer“, Op. 150. – „Quadrille“, Livr. 3, Op. 151. – „Quadrille“, Livr. 4, Op. 152. – „Nymphen-Galoppe“, Op. 153. – „Die Vaterländischen. Harmonie-Ball-Tänze“, Op. 154. – „Die Preßburger. Comité-Ball-Tänze. Walzer“, Op. 155. – „Aurora. Künstler-Ball-Tänze“, Op. 156. – „Drei Bürger-Märsche“, Op. 157. – „Hoffnungsstrahlen. Walzer“, Op. 158. – „Air de Ballet“, Op. 159. – „Nacht-Violen. Walzer“, Op. 160. – „Hofball-Tänze. Walzer“, Op. 161. – „Alpen-Rosen. Walzer“, Op. 162. – „Die Schwärmer. Potpourri“, Op. 163. – „Quadrille“, Livr. 5, Op. 164. – „Steirische Tänze“, Op. 165. – „Melange. Potpourri“, Op. 166. – „Die Romantiker. Walzer“, Op. 167. – „Ungarischer Nationaltanz“, Op. 168. – „Maskenbilder. Walzer“, Op. 170. – „Die nächtlichen Wanderer. Walzer“, Op. 171. – „Lebenspulse. Walzer“, Op. 172. – „Soldaten-Tänze. Walzer“, Op. 173. – „Wiener Bürger-Fest-Parade“, Op. 174. – „Genre-Bilder. Walzer“, Op. 175. – „Talisman. Walzer“, Op. 176. – „K. K. Kammerball-Tänze“, Op. 177. – „Der Tanz um die Braut. Mazuren“, Op. 178. – „La Victoire de la Danse. Quadrille“, Op. 179. – „Abendsterne. Walzer“, Op. 180. – „Elite-Tänze“, Op. 182. – „Die Sonderlinge. Walzer“, Op. 183. – „Souvenirs des artistes. Quadrille“, Op. 184. – „Les Adieux. Walzer“, Op. 185. – „Oberösterreichische Ländler“, Op. 186. – „Tarantelle“, Op. 187. – „Der Traum. Londoner Saison-Potpourri“, Op. 188. – „Cerrito-Polka“, Op. 189. – „Jagd-Quadrille“, Op. 190. – „Geistes-Schwingen. Walzer“, Op. 191. – „Ideale. Walzer“, Op. 192. – „Ball-Contouren. Walzer“, Op. 193. – „Hans Jörgel-Polka“, Op. 194. – „Die Vorstädtler. Walzer“, Op. 195. – „Die Mozartisten. Walzer“, Op. 196. – „Die Troubadours. Walzer“, Op. 197. – „Nixen-Tänze“, Op. 198. – „Rouge et Noir. Quadrille“, Op. 199. – „Die Schönbrunner. Walzer“, Op. 200. – „Favorit-Polka“, Op. 201. – „’s Hoamweh. Steirer-Ländler“, Op. 202. – „Hexentanz. Walzer“, Op. 203. – „Die Rosensteiner. Walzer“, Op. 204. – „Almacks-Tänze“, Op. 205. [139] – „Victoria-Quadrille“, Op. 207. – „Minuten-Spiele“, Op. 208. Die Opus-Nummern 17, 18, 36, 37, 38, 78 und 169 fehlen in der vorstehenden Uebersicht; sie sind in den Musik-Katalogen nicht ausgewiesen, und alle meine Bemühungen, ihre Titel aufzufinden, waren vergebens; sie mögen also, was öfter vorkommt, übersprungen worden und wohl gar nicht erschienen sein. – Ohne Nummer sind erschienen: „Ungarischer National-Marsch“. – „Marsch nach beliebten Motiven der Oper Zampa“. – „Detto ein zweiter Marsch nach beliebten Motiven aus der Oper Norma“. – „Damen-Galopp. – „Hollabrunner Galopp“. – „Lager-Galopp“. – „Osagen-Galopp“. – „Marsch aus dem Ballet: Corso donate“ (?). – „Bolero“, letzte Composition L.’s. – Nachlaß: Walzer, Quadrillen, Ländler und Mazuren. 6 Hefte. – Mehrere seiner Compositionen sind in einen leichteren Styl umgesetzt worden, u. z. erschienen bei Mechetti: „Der Kinderball. Album der beliebtesten Walzer“, Heft 1 bis 20; – ebenda ein „Album“, die Opera 133, 143,137, 142, 140, 144 enthaltend, mit Lanner’s Porträt; – dann ebenda ein „Walzer-Bouquet. Für die Jugend eingerichtet von C. Czerny“, 5 Hefte; – bei Haslinger: „Tanzsalon. Walzer im leichten Styl und in leichten Tonarten“, 23 Hefte. – Und viele seiner Tänze sind für verschiedene Instrumente eingerichtet worden und auch so im Stiche erschienen.
II. Quellen zur Biographie Lanner’s. Frankl (Ludw. Aug.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) II. Jahrg. (1843), S. 333 [mit der falschen Angabe, daß Lanner am 30. März 1843 gestorben sei. Am Schlusse dieses Nekrologes heißt es treffend: „Jede Schöne Wiens sollte diesem musikalischen Abraham a Santa Clara einen Strauß auf’s Grab legen und sollten künftig Frauen an seinem Todestage wie um das Grab des berühmten deutschen Minnesängers (Frauenlob), einen Todtentanz aufführen. Wenn seine Geige klang, schien Vielen der Himmel voll Geigen zu hängen. Besser wie Karl V. mit den Uhren gelang es ihm, Hunderttausende von Herzen nach einem Tacte schlagen zu machen]; – dieselben 1843, S. 350: „Berichtigung der verfrühten Todesnachricht“. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex. 8°.) S. 805 [unter dem Artikel Strauß; nach Gaßner ist Lanner am 11. April 1802 geb.]. – Gräffer (Franz), Kleine Wiener Memoiren: Historische Novellen, Genrescenen, Fresken, Skizzen u. s. w. (Wien 1845, Fr. Beck, 8°.) Bd. III, S. 119. [Gräffer theilt da in seiner bekannten grotesken Weise folgende Thatsache über Lanner mit: „Lanner ein Hogarth, ein Messerschmidt, ein Chodowiecki auf der Geige! Ja! Unter Freunden bei einem fröhlichen Abendmahl, springt Lanner plötzlich empor und ergreift seine Violine. Die Gesellschaft glaubt, er wolle irgend einen ganz neuen Walzer vortragen. Lanner aber bittet um Stille und sagt: Freunde, es ist mir etwas Eigenes eingefallen. Wie Ihr da seid, einen Jeden von Euch will ich nach seiner Eigenthümlichkeit auf meinem Instrumente charakterisiren. Diese Idee überraschte; man war gespannt. Da fängt Lanner an zu geigen, porträtirt den Ersten, den Zweiten und so fort Jeden der Reihe nach. Ein Jeder versicherte, daß er vollkommen „getroffen“ worden sei. Aber die Töne sind verklungen, kaum weiß man die interessante Thatsache selbst.“) – Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien. Erinnerungen ... (Prag 1863, I. L. Kober, 8°.) Bd. II, S. 35. [Die Angabe, daß L. am Säuferwahnsinn gestorben sei, ist eine grobe Unwahrheit; Lanner war ein Lebemann, aber kein Säufer und hatte sich den Tod durch Verkühlung zugezogen.] – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Bd. XIX, 1. Abtheilung, S. 1015 [nach diesem geb. 11. April 1803]. – Morgenblatt der Neuen Salzburger Zeitung 1855, Nr. 22 u. 23: „Lanner und Strauß. Eine Carnevals-Erinnerung“. – Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B. Fr. Voigt, kl. 8°.) XXI. Jahrg. (1843), 1. Theil, S. 291, Nr. 95 [nach diesem geb. am 11. April 1802]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 360 [nach dieser geboren im Jahre 1801]; Bd. VI, S. 531. – Der Sammler. Beilage zur Augsburger Abendzeitung 1854, Nr. 17, S. 66: „Joseph Lanner. Ein Beitrag zur Geschichte der Volksmusik in Wien“ [stand ursprünglich in der Wiener „Presse“ und wurde dann in vielen deutschen Blättern, als „Frankfurter Konversationsblatt“, „Rheinische Blätter“ u. a., mit und ohne Angabe der Quelle, nachgedruckt]. – Schuberth (Jul.), Musikalisches Hand-Buch. Eine Encyklopädie für Tonkünstler und Musikfreunde (Leipzig und New-York, 8°.) 5. Auflage, S. 157. – [140] Allgemeine Theater-Zeitung, herausgegeben von Adolph Bäuerle (Wien, 4°.) 36. Jahrg. (1843), S. 411; „Lebensskizze“ von F. C. Weidmann [nach dieser geboren 1800]. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1856, R. Schäfer, Lex. 8°.) Bd. II, S. 717 [nach diesem geb. 11. April 1801]. – Der Wanderer (Wiener Unterhaltungsblatt, 4°.) XXVII. Jahrgang (1840), Nr. 265: „Ein Wörtchen über Lanner’s Musik“. – Wiener Feuilleton (Unterhaltungsblatt), I. Jahrg. (1853), Nr. 35: „Der alte und der junge Lanner. Ein Blatt zur Wiener Chronik“. Von Märzroth. – Wiener allgemeine Musik-Zeitung, herausg. von August Schmidt, III. Jahrg. (1843), S. 168, 188, 195 [daselbst Lanner’s ausführlicher Nekrolog; nach diesem ist Lanner am 11. April 1801 geboren; die Bemerkung am Schlusse dieses Nekrologes, daß ein einziges Porträt von Lanner (von Kriehuber’s Meisterhand) vorhanden sei, wird durch die weiter unten folgende Aufzeichnung von zwei Porträten Lanner’s widerlegt, welche beide der Herausgeber selbst besitzt]. – Wigand’s Conversations-Lexikon, Bd. VII, S. 908 [nach diesem geb. 11. April 1802]. – Ein Curiosum eigener Art bietet der Partezettel Lanner’s dar, der folgendermaßen anfängt: „Franziska Lanner geb. Johns, gibt hiemit in ihrem und im Namen ihrer unmündigen Kinder, als: Katharina, August und Franziska, sämmtlich geborne Lanner, Nachricht u. s. w. Dieser eben so ungewöhnliche als ganz ungehörige Beisatz „geborne Lanner“ ist ein unwürdiger Racheact, der statt die Unglückliche zu treffen, auf die er eigentlich gemünzt war und die den Walzer-Compositeur besser zu fesseln verstand, als das eigene Weib, vielmehr den Todten auf der Bahre beschimpfte. Es herrschte damals große Entrüstung über diesen, trotz der Censur gedruckten Insult.
III. Porträte. 1) Unterschrift: Joseph Lanner. Cä. Brand (lith.), Steindruck von A. Kneisel (Leipzig). – 2) Unterschrift. Facsimile des Namens: Joseph Lanner. Kriehuber 1839. Gedr. bei Joh. Höfelich (Mechetti in Wien, Halb-Fol.).
IV. Grabdenkmal. Lanner liegt auf dem Friedhofe in Döbling begraben. Dort haben die Verehrer der heiteren Tanzmusik, also nicht die von Lanner in Wohlstand zurückgelassene Familie, ihrem Repräsentanten, dem Musikdirector Lanner, ein schönes Monument aufstellen lassen. Es besteht aus einer steinernen Pyramide, auf deren Spitze sich ein Kreuz erhebt. Das Mittelfeld nimmt die Inschrift ein. Ueber derselben lehnt ein schlafender Genius, die rechte Hand auf eine bekränzte Lyra gestützt, mit der Linken eine brennende Fackel zur Erde senkend. Am Fußgestelle eine mit dem Flor umhangene Lyra. Die Inschrift lautet:
Joseph Lanner,
geboren den 11. April 1800,
gestorben den 14. April 1844 (sic).
Errichtet von seinen Verehrern.
[Diese Inschrift mit dem fehlerhaften Todesdatum 1844, statt 1843, ist den Frankl’schen „Sonntagsblättern“, Jahrgang 1845, Nr. 44, S. 1010, entnommen. Ob sie auch auf dem Steine falsch ist, weiß Herausgeber nicht.]
V. Zur Charakteristik Lanner’s des Walzer-Compositeurs. Gaßner sagt von Lanner: „Strauß’ Rival und in jeder Hinsicht eigentlicher Meister ist Lanner. Seine Compositionen, Ouverturen, Walzer, Ländler, Märsche, Potpourris, Galopps, Quodlibets, Cotillons u. dgl. m. sind wirklich geistreich, voll Anmuth, Leben, Lieblichkeit, Humor und Grazie; neu, eigenthümlich, originell und meist wahrhaft interessant, mit hinreißender Genialität instrumentirt, daher auch von überraschender Wirkung, besonders wenn sein feuriger Bogenstrich das Losungswort angab. Mit einem Worte, es ist ächte Musik darin, während seine Collegen auf kein anderes Ziel hinarbeiten und auch kein anderes erreichen, als die Füße zu allarmiren.“ – Einer seiner Biographen charakterisirt Lanner als Violinspieler und Compositeur und faßt sein Urtheil in folgender Weise zusammen: „Als Violinspieler seines Faches war Joseph Lanner wirklich einzig zu nennen. Er war Strauß an technischer Behandlung des Instrumentes und an Vielseitigkeit des Vortrags von Natur aus überlegen. Nicht mit Unrecht nannte man ihn damals den „Mayseder unter den Walzergeigern“. Die Töne entflossen den Saiten seiner Geige bald so lieblich und weich, und bald schwollen sie mit durchdringender, das ganze Orchester beherrschender Kraft zu stürmischer Leidenschaft an, plötzlich aufjauchzend und gleich darauf wieder schwermüthig klagend. Wenn die Athener von Perikles behaupteten, daß er mit seiner [141] Rede zu blitzen und donnern verstehe, so machte Lanner die Wiener abwechselnd lachen und weinen. Wer seine gelungensten Tanzpartien, seine „Ungarischen“ und besonders die „Steierischen“ jemals von ihm selbst vortragen gehört, zumal wenn ihn in vorgerückter Abendstunde der eigentliche Künstlerraptus überkam, wer jemals unmittelbarer Zeuge davon war, welche magische Gewalt dieser kleine, bleiche Walzertroubadour auf sein ihm mit Leib und Seele ergebenes Auditorium ausübte, der wird unsere Worte keiner Uebertreibung beschuldigen. Seine hinterlassenen Werke müssen jedenfalls als die hervorragendsten Leistungen in diesem Zweige musikalischer Literatur betrachtet werden. Es spricht sich in dieser gedrängten Form der uralt deutschen Tanzweise, wie sie L. so glücklich zu handhaben wußte, ein solcher Reichthum poetischer Ideen, ein so gesundes Eingehen auf das innerste Gefühl des Donauländers aus, daß sie die heutige Generation noch länger überdauern werden, als sich vielleicht unsere musikalische Pedanterie und Vornehmthuerei träumen läßt. Unter allen „Schnadahüpflern“, welche in Oesterreich jemals in Farben, Schrift und Tönen zum Vorschein kamen und wozu wir in höherem Sinne gewissermaßen sogar Raimund und Danhauser rechnen müssen, hat es unstreitig niemand so gut verstanden, die specifischen Gemüthseigenschaften des Oesterreichers auf das tiefste anzuregen wie Lanner. Was andere vergebens ihr Lebelang suchten, aber niemals gefunden, jenen unnachahmlichen Ausdruck ländlicher Einfalt, verbunden mit artistisch vollendeter Grazie – Lanner hat ihn erreicht, und seine sämmtlichen Compositionen von Opus 1 anzufangen, bis zu den „Schönbrunnern“, seinem Schwanengesang, werden von diesem eigenen Hauche der Wiener Volksthümlichkeit durchweht, deren ungeschminkte Aechtheit in letzter Instanz nur der Eingeborene zu bestätigen berufen ist.“ – Ein Musikkritiker bemerkt über Lanner’s Compositionen folgendes: Lanner ist der Mozart der Tanzmusik. Bis jetzt wurde Lanner in seinem Fache noch nicht erreicht: so Viele sich auch versuchten, es gelang noch Keinem, ihm nahe zu kommen. Lanner hat keinen Rivalen, selbst Strauß nicht; Lanner ist Walzer-Dichter, Strauß ist Walzer-Componist. Lanner’s Compositionen altern nicht, unterliegen keiner Mode, sie wirken nach Decennien mit demselben Zauber, den sie bei ihrem ersten Aufspielen ausgeübt. Merkwürdig ist es, mit den „Werbern“ hat L. den Höhepunct der Walzer-Composition erreicht, Schöneres, Lieblicheres als die „Werber“ hat er nicht mehr componirt. Sie bilden auch mit ihrer Opus-Zahl 103 fast gerade die Mitte der Gesammtzahl seiner Werke.“
VI. Lanner’s Kinder. Von Lanner’s drei Kindern August, Katharina und Franziska betraten der Sohn und die Tochter Katharina die künstlerische Laufbahn.