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BLKÖ:Lambeckhoffen, Gottfried

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 14 (1865), ab Seite: 21. (Quelle)
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Lambeckhoffen, Gottfried (gelehrter Jesuit, geb. zu Wien 1702, gest. in China um das J. 1783). Trat, 18 Jahre alt, in den Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem er seine theologischen Studien beendete. Im Jahre 1735 ging er als Missionär nach Ost-Indien, wo er neun Jahre, von dort nach Cochinchina, wo er zwölf Jahre zubrachte. Im Jahre 1756 – nachdem er schon 1752 zum Bischof von Nanking ernannt worden – begab er sich nach China, wo er, durch drei Jahrzehende allen Gefahren und Verfolgungen trotzend, für die Verbreitung der christkatholischen Lehre thätig war. In Stöcklein’s „Briefe und Reisebeschreibungen, welche von den Missionärs der Gesellschaft Jesu aus beiden Indien u. s. w. angelangt sind“, sind seine Briefe aus den Jahren 1737, 1738, 1739, 1740, 1741, 1743, 1746, 1747 und 1750, und in Murr’s „Journal zur Kunstgeschichte und zur Geschichte der Literatur“ im Jahrgange 1780, ein vom 25. Juli 1780 aus Nanking datirter Brief, in welchem auch Nachrichten über sein Leben enthalten sind, abgedruckt. Selbstständig ist von ihm 1749 bei Kurzböck in Wien die Beschreibung seiner Reise von Wien nach Ulyssipon und von dort nach Goa, mit vielen astronomischen und geometrischen Beobachtungen und mit zwei Karten, im Drucke erschienen. Aus einem im 13. Bande von Murr’s Journal mitgetheilten Briefe erhellet, daß er im Jahre 1782 – damals bereits 80 Jahre alt – noch gelebt habe.

Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, Joh. Ambr. Barth, 8°.) Sp. 1355. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex. 8°.) p. 202.