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BLKÖ:Lambeck, Peter (Lambecius)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lambek, Gregor
Band: 14 (1865), ab Seite: 20. (Quelle)
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Noch Einer dieses Namens, Peter Lambeck, bekannter mit dem lateinischen Ausgang Lambecius, muß hier erwähnt werden: Peter Lambecius (geb. zu Hamburg 13. April 1626, gest. zu Wien im April 1680). Aus Hamburg gebürtig, wo sein Vater Lehrer an der dortigen Jacobsschule war, kam er im Alter von 18 Jahren nach Amsterdam zu seinem Oheim Lucas Holstein, nachmaligem Präfecten der vaticanischen Bibliothek in Rom. Daselbst begann er das Studium der Rechte, ging dann nach Leyden, 1646 nach Paris, von dort 1647 zu seinem Oheim nach Rom, wo er bis 1649 den Studien oblag, und dann nach Frankreich zurückkehrte, um in Toulouse die Rechte zu beendigen. In seine Vaterstadt zurückgekehrt, wurde er dort Professor der Geschichte, 1660 Rector des dortigen Gymnasiums. Mancherlei Verfolgungen bewogen ihn, 1662 dem Rathe der Königin Christine von Schweden zu folgen und eine Reise nach Italien anzutreten. Als er in Wien ankam, durfte er dem Kaiser Leopold I. in einer Audienz, am 16. März 1662, einige seiner Werke überreichen, wofür er mit einer Medaille mit dem Bildniß des Kaisers an einer goldenen Gnadenkette ausgezeichnet wurde. Er setzte nun seine Reise fort, besuchte die größeren Städte Italiens, lernte ihre Bücherschätze kennen und kehrte nach Wien zurück, wo er sich die Freundschaft Mauchters, damaligem Hofbibliothekars, erwarb, und über dessen Verwendung zum kais. Historiographen und Vicebibliothekar, und als sein Gönner Mauchter seine Stelle niederlegte, am 26. Mai 1663 zum Präfecten der Hofbibliothek ernannt wurde. Seine Wirksamkeit auf diesem Posten bildet eine der Glanzperioden der damals im schönsten Aufblühen begriffenen Anstalt. Mosel’s „Geschichte der Hofbibliothek“ gibt darüber ausführlichere Aufschlüsse; hier sei nur der zwei Haupterwerbungen, welche L. bewerkstelligte, gedacht: Nämlich der kostbaren Handschriften und Bücherschätze des Schlosses Ambras, welche L. nach des Erzherzogs Sigismund Franz Tode auf des Kaisers Befehl aus der dortigen Sammlung aussuchte, und seiner eigenen, aus Hamburg nach Wien gebrachten Bibliothek, welche so reich an kostbaren Werken und Manuscripten war, daß L. dafür die Summe von 25.000 fl. erhielt. L., einer der ausgezeichnetesten Literatoren seiner Zeit, hat mehrere noch heute mustergiltige Werke herausgegeben, als: „Prodromus lucubrationom criticarum in Gellii noctes atticas“ [21] (Paris 1646); – „Origines Hamburgenses“ (Hamburg 1652); – „Commentarii de Augustissima Bibliotheca Caeserea Vindobonensi“, 8 Bde. (Wien 1665–1679; neue von Kollar[WS 1] besorgte Ausgabe ebd. 1766–1782), an welches Hauptwerk des Lambecius sich die Arbeiten von Nessel, Kollar[WS 1], Denis, Kammer, Krafft und Deutsch anschließen; – „Diarium itineris Cellensis Leopoldi I.“ (Wien 1666); – „Historiae litterariae prodromus, cur. J. A. Fabricii (Leipzig und Frankfurt 1710). L. erfreute sich der besonderen Huld des Kaisers Leopold I., der, wie bekannt, selbst ein tüchtiger Musicus war und Künste und Wissenschaften überhaupt liebte und förderte. Die Wiener Hofbibliothek bewahrt noch 79 vertraute Briefe des Kaisers an Lambecius, welche Zeugniß geben für das kaiserliche Wohlwollen, das Leopold seinem Bibliothekar zuwendete. In neuester Zeit erst ist des Lambecius Leben und literarisches Wirken wieder Gegenstand einer ausführlicheren Arbeit des Dr. F. L. Hoffmann geworden, auf welche in den folgenden Quellen gewiesen wird. – [Wilkens (Nikol.), Leben des gelehrten Peter Lambecii. S. C. M. consiliarii, historiographi et bibliothecarii (Hamburg 1724, 8°., mit Porträt). – Vangerow (Wilhelm Gottl.), Commentatio historica critica de P. Lambecii in Bibliothecae caesaream Vindobonensem meritis (Halae 1764, 4°.). – Hoffmann (Friedr. Laurenz Dr.), Peter Lambeck als bibliographisch-literarhistorischer Schriftsteller und Bibliothekar (Soest 1864, Lex. 8°.). – Catalogus librorum, quos P. Lambecius composuit et in lucem edidit ab anno aetatis XIX usque ad annum LXIV (Vindob. 1673, 4°.). – Mosel (Ignaz Fr. Edler von), Geschichte der k. k. Hofbibliothek zu Wien (Wien 1835, Franz Beck, 8°.) S. 68–90. – Porträte. 1) Böcklein sc. (8°.); – 2) J. J. Haid sc. (4°., Schwarzk.); – 3) (Fritzsch sc.) Fol.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. a b Vorlage: Koller.