Zum Inhalt springen

Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/103

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


langweilig - aber mit einem einsamen Herzen neben dem Geliebten zu stehen - ist zu traurig.“

„Siehst Du, Cornelie, Du kannst mir nicht vergeben! Du denkst noch immer an mein Unrecht.“

„Nein, Eustach, die Saiten der Harfe zittern nur nach, wenn sie zu Boden gefallen war, und so ist mir zu Muth. Ich kann mich nur noch nicht fassen über das so plötzlich wiedergekehrte Glück. Du mußt mir wiederholen daß sie fort ist; daß sie nie wiederkommen wird, daß, wenn sie auch käme, sie für Dich dennoch nicht da sein würde, daß Du ganz und gar mit dem Herzen und mit den Gedanken zu mir zurückgekehrt bist - und nicht aus einer Laune. O, ich glaube Du hast sie nie wirklich geliebt .… sonst wärst Du wol jezt nicht hier.“

„Ich glaube es auch nicht,“ sprach er und setzte sich zu ihr sie zärtlich umschlingen.

Und sie war so glücklich, die arme Cornelie, neben diesem Mann, der es eine recht pikante Situation fand die verrätherische liebenswürdige Polin bei seiner eigenen Frau zu vergessen; - so vertrauenvoll, ahnungs- und harmlos glücklich, daß Fürst Gotthard, wenn ihm diese Wendung der Dinge bekannt geworden wäre, gewiß wieder gesagt hätte: Arme Kleine! so tröstet man sich! Er aber rollte

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 99. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/103&oldid=- (Version vom 31.7.2018)