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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/102

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Rettung eintritt, in überirdische Seligkeit. Du hast nie gewußt wie ich Dich geliebt habe! ich selbst habe es nicht gewußt. Mein Leid hat mir erst den Maßstab dafür gegeben. All diese Eifersucht, Entmuthigung, Seelenpein, Trostlosigkeit - der ganze volle bittre Gallentrank war nothwendig um mich erkennen zu lassen wie stark und tief meine Liebe ist.“

„Daß Du soviel gelitten hast, mein Engel!“

„So viel? nennst Du das viel was ich Dir da erzählt habe? .… O mein armer Eustach, das Wort ist sehr öde und eng, aber die Empfindung ist so gewaltig, daß das was Du viel nennst ihr wie nichts erscheint. Nichts habe ich Dir von meinem Leid sagen können .… und noch weniger kann ich es jezt, denn seit fünf Minuten .… hab ichs für ewig vergessen!“

„O Du Herz!“ rief er überwältigt. Madame Orzelska war vergessen, denn hier feierte er einen höheren Triumph. Seine zornige Erregung ging unter in lieblicher Berauschung.

„Wie das lange her ist, seitdem Du nicht allein mit mir den Thee getrunken hast,“ sagte sie als um neun Uhr Diener eintraten. Wie fühlte ich mich einsam grade in dieser Stunde, die uns sonst so lieb war. Allein zu sein ist wol traurig und

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 98. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/102&oldid=- (Version vom 31.7.2018)