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Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Neumark

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: M. G.
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Titel: Neumark
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aus: Erzgebirgischer Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 4, Seite 215–216
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: [1856]
Verlag: Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons = SLUB Dresden
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[215]
Neumark

liegt mitten zwischen Werdau und Reichenbach, 2⅝ Stunden südwestlich von Zwickau, ½ Stunde von der Grenze des reussischen Gebietes und des Voigtländischen Kreises, unter beinahe 50° 40′ der Breite und 30° 1′ der Länge, an dem eigentlichen Bildungspunkt der Pleisse, westlich vom langen Berg.

Neumark gilt bereits seit länger als einem Jahrhundert nur noch als Marktflecken, während es früher und noch bis 1575, eine Stadt war, wo es 64 Häuser durch Brand verlor, welchen zwei Knaben (Zwillinge, gedungen von einem hiesigen Bürgerssohne) entzündet hatten.

Neumark hatte ein befestigtes Schloss und der Ort hat einem alten Adelsgeschlecht zuerst den Namen gegeben, dann erst folgte im 15. Jahrhundert das alte berühmte Geschlecht der von Römer im Besitze.

Der Zwickauer Crösus und dasige Amtshauptmann Martin von Römer, war der erste Besitzer, dann kann es, 1500, an Markwardt von Hermannsgrün und 1544 an die von Wolframsdorf.

Erst 1633 erwarb Moritz Haubold von Schönberg Ober- und Nieder-Neumark, bis es 16 Jahr später abermals in den Besitz der von Römer’schen Familie gekommen ist, bei welcher sich es auch bis heutigen Tages noch befindet. Erst 1753 besass es der Hauptmann Rudolf Gottlob von Römer, 1828 der Ober-Steuer-Einnehmer, Jobst von Römer auf Löthayn, und jetzt dessen Sohn Rudolph Bruno von Römer auf Löthayn.

Das Rittergut Neumark ist eines der bedeutendsten des Erzgebirges und wurde früher mit 3 Ritterpferden verdient.

[216] Es besitzt schöne Felder, grosse Waldungen, mehrere Teiche und vortrefflichen Wiesewachs.

Die Ziegelei ist nahe beim Gute. Die Schäferei aber entfernter in Südwesten. Das Vorwerk in Römersgrün.

Neumark ist immer noch ein lebhafter Ort und hat durch den Anhaltepunkt der sächsisch-bayerischen Staatsbahn bedeutend gewonnen, obwohl schon die frühere Hauptstrasse von Zwickau nach dem Voigtlande nicht uneinträglich für die Ortsbewohner war.

Neumark zählt jetzt 350 Feuerstellen, in welchen 1500 Seelen leben.

Seit dem Jahre 1669 hat Neumark zwei Jahrmärkte, mit welchen Churfürst Johann Georg den Ort begnadigt hat.

Der Hauptnahrungszweig der Ortsbewohner ist Ackerbau, übrigens findet man alle Arten von Handwerkern hier.

Neumark hatte sonst seine eigenen Gerichte, jetzt gehört es zum Gerichtsamte Reichenbach.

M. G.