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Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Hoheneck

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Textdaten
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Titel: Hoheneck
Untertitel:
aus: Erzgebirgischer Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 4, Seite 213
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Erscheinungsdatum: [1856]
Verlag: Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons = SLUB Dresden
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Hoheneck

südlich von Stollberg, ganz in der Nähe der Stadt, an der Strasse die von Stollberg nach Zwönitz führt, auf einer bedeutenden Anhöhe gelegen, von der man eine reizende Aussicht geniesst.

Früher stand auf derselben nur das Königliche Schloss nebst den Wirthschaftsgebäuden, später wurden für die Fröhner Häuser erbaut. Daraus ist das Dorf Hoheneck entstanden.

An der Stelle des alten verfallenen Schlosses ward 1814 ein schönes Gebäude errichtet, wohin das Königliche Justiz- und Rentamt von Stollberg verlegt wurde.

In dessen Nähe liegen die Oeconomiegebäude des Königl. Kammergutes. Die uralte Herrschaft oder Pflege Stollberg, deren Mittelpunkt das Städtchen Stollberg bildete, war ursprünglich eine kaiserliche Besitzung und ein Reichslehn.

Schon 1287 kommt ein Eckenbert als Burggraf von Stolburg oder Stolberg vor. 1300 ein Heinrich, der mit denen von Gelenau zusammen genannt wird. Bereits 1388 besassen jedoch die von Schönburg die Herrschaft, wahrscheinlich als böhmisches oder Reichsafterlehn. 1367 verkauften sie die Pflege an den König Wenzel. Siegismund verpfändete sie nebst vielen andern Gütern, wegen der Kriegskosten, an Friedrich den Streitbaren. Sie ward nicht eingelöset und blieb so sächsisch. Bis 1447 hatte ein Hans von der Kagen Stollberg. Dann kam es in die Hände derer von Schlick, an die Friedrich der Sanftmüthige das Amt Stollberg verkaufte. 1499 finden wir die Herren von Schönberg als Besitzer der Herrschaft, von denen sie durch Kauf 1565 an den Churfürsten August übergingen und bei dem Chur- und Königshause verblieb.

Die Einwohner von Hoheneck treiben, wie die von Stollberg, Strumpfwirkerei, und die Tagelöhner von Hoheneck finden auf dem Kammergute und in dem benachbarten Walde Arbeit.

Hoheneck hat erst seit 1840 eine eigene Schule, früher besuchten die Kinder die Stollberger Unterrichtsanstalten.

Die Häuserzahl des Orts beträgt 45, worunter 5 Gärtner und 1 Gasthof sich befinden, und die Einwohnerzahl beläuft sich auf 400 Seelen.