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Goethe’s Frauenbekanntschaften

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Textdaten
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Titel: Goethe’s Frauenbekanntschaften
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 48, S. 810
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1879
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[797]

Charlotte von Stein.
Corona Schröter.
Käthchen Schönkopf.
Bettina von Arnim.
Friederike Oeser und ihre Schwester.
Christiane von Goethe geb. Vulpius.
Anna Elisabeth Schönemann.
Marchesa Branconi.
Charlotte Kestner.
Frauengestalten aus Goethe’s Leben. Nach alten Originalen.
Aus dem eben erscheinenden Werke: „Goethe’s Leben“ von G. Düntzer Leipzig, Fues’ Verlag (R. Reisland).

[810] Goethe’s Frauenbekanntschaften. Wir führen unseren Lesern, wie die Unterschrift unter der Portraitgallerie auf Seite 797 anzeigt, einige „Frauengestalten aus Goethe’s Leben“ vor, welche in größerer Anzahl das dort erwähnte Düntzer’sche Buch schmücken. An der Spitze unserer liebenswürdigen Gesellschaft steht diejenige, welche im Leben den galanten Dichter allein haben wollte; und wohl eben deshalb wendet sie sich sogar noch im Bilde stolz von all den anderen ab: Frau Charlotte von Stein ist die Dame, diese Frau mit dem weitesten Herzen; denn es konnte einen Gemahl, sieben Kinder und noch den ganzen Goethe dazu in sich aufnehmen. Ihre Nachbarin zur Rechten ist das berühmte „Kind“ Bettina von Arnim, geborene Elisabeth Brentano. Als Dritte in der obersten Reihe erscheint Elisabeth Schönemann, die schöne Frankfurter Bankierstochter, die Goethe als seine „Lili“ feierte, mit der er sich am 23. April 1775 sogar verlobte; nach der Verlobung kam die gegenseitige Entfremdung und Goethe’s Abreise nach Weimar.

Die Mitte der zweiten Reihe nimmt das Schwesternpaar Oeser ein, deren frisches kunstbelebtes Wesen Goethe’s Leipziger Studentenzeit verschönte. Sein besonderer Liebling war Friederike, welche auf unserm Bilde ein Buch in der Hand hält; die Lautenspielerin war die Gattin eines Kupferstechers Geyser. Ueber Goethe’s Verhältniß zum Vater Oeser vergl. „Gartenlaube“ 1868, Nr. 9. Zur Linken und Rechten sind den Schwestern zwei Schönheiten ersten Ranges zugesellt: Corona Schröter und die Italienerin Marchesa Branconi, des damaligen Herzogs von Braunschweig „heimlich angetraute“ Gemahlin. In dem untersten freundlichen Gesichtchen links begrüßen wir das brave Käthchen Schönkopf, von welchem die „Gartenlaube“ 1865, S. 742 Ausführliches erzählt hat. Ihr gegenüber erinnert Charlotte Kestner, die als Lotte Buff eine Flamme des verliebten jungen Wetzlarer Juristen war, an Werther’s Leiden. Es bleibt uns zum Schluß nur noch die wohlconservirte Dame in der ovalen Umrahmung zu betrachten übrig. Das ist Christiane Vulpius, die in den überreichen, von glühendster Poesie strahlenden Liebesblumenstrauß des großen Dichters als ehrsame Kornähre gesteckt wurde, indem sie, die Dreiundvierzigjährige, dem Siebenundfünfziger, nachdem sie achtzehn Jahre dessen treue Geliebte gewesen, als Frau von Goethe angetraut wurde.