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Erinnerungen (Gartenlaube 10/1896)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: A.
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Titel: Erinnerungen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 10, S. 164
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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[153]

Erinnerungen.
Nach dem Gemälde von W. Hannemann.

[164] Erinnerungen. (Zu dem Bilde S. 153.) „Lang’, lang’ ist’s her“, daß diese beiden Alten frohgemut vor dem Altar standen und dann in ihr armseliges Häuschen einzogen, wo Sorge und Arbeit sie erwarteten und harte Jahrzehnte lang nicht mehr von der Schwelle wichen. Aber zwei andere Hausgenossen hielten gleichfalls in all dieser Zeit treulich mit aus: Friede und Liebe. Sie machten das Schwere leicht, trösteten in Kummer und Trübsal, und sie sind es auch jetzt, welche die Hände der beiden Altgewordenen fest zusammenschließen, wenn diese am Sonntag vor dem Kirchgang, an dem sie nicht mehr teilnehmen kann, sich gemeinsam in Erinnerungen an vergangene Zeiten vertiefen. Sie möchten sie nicht noch einmal erleben, selbst um den Preis neuer Jugend nicht den heißen, schweren Arbeitstag nochmals beginnen. Aber jetzt, am Feierabend, noch ein paar Jährchen so in Stille beisammen bleiben – ja, wenn das der liebe Gott gewährte, dann wollten sie dankbar erkennen, daß er’s doch nur gut und gnädig mit ihnen gemeint habe! A.