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Beschreibung des Oberamts Geislingen/Kapitel B 28

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28. Stubersheim,

ein evangelisches Pfarrdorf auf der Alp, 13/4 Stunden südöstlich von Geislingen, Sitz eines Revierförsters, Kameralamt Geislingen, Forstamt Alpeck. Der Ort, welcher 48 Wohnhäuser und 302 Einwohner enthält, liegt auf einem der höchsten Punkte der sog. Stubersheimer Alp und gewährt eine weite und freie Aussicht, namentlich gegen Süden, wo sich besonders im Spätjahr und Winter die ganze Kette der Tyroler Berge deutlich darstellt.

Die Einwohner, welche sich durch Fleiß und Betriebsamkeit auszeichnen, nähren sich hauptsächlich vom Ackerbau und Viehzucht. Der größere Theil derselben ist wohlhabend; notorisch Arme gibt es nicht im Ort.

Die Gesammt-Markung begreift 40473/8 Morgen, deren Felder mit den gewöhnlichen Halmfrüchten angebaut werden; auch ist der Kleebau nicht unbedeutend. Ungeachtet der hohen Lage sind Wiesen, und zwar meistens zweimädige, vorhanden | im Ganzen 164 Morgen. Auf die Schafweide können 4–500 Stücke getrieben werden.

Sämmtliche Güter sind zehntpflichtig und gehören im Großzehnten zur Kirchenstiftung Ulm, im Futter-Kleinzehnten zur Pfarrei, welche auch den Blutzehnten bezieht.

Außerdem sind Gülten und Gefälle theils an die Kirchenstiftung Ulm, theils an die Herrschaft, als Rechtsnachfolgerin des Reichsstiftes Kaisersheim, zu entrichten.

Es sind im Orte 35 Real-Gemeinderechte, bestehend in 3–4 Morgen Güter, 3 Klafter Holz und 3 Pförchnächten.

Die Gemeinde hat Aktiv-Kapitalien, die Stiftung besitzt 46 Morgen Waldung und 4455 fl. Kapital. Der Heilige führt den Namen „Johannes der Täufer“ und hat die Baulast der Kirche und des Schulhauses.

Der Staat hat die Baulast des Pfarrhauses. Zu ulmischer Zeit war Stubersheim Sitz eines Amtes.

Auf den das Dorf auf zwei Seiten umgebenden Feldern findet sich Bolus, und die Thon- und Bolusgruben betragen 14/8 Morgen. Diesem Umstand ist es wahrscheinlich zuzuschreiben, daß der Ort ungeachtet seiner hohen Lage immer reichlichen Vorrath von Quellwasser hat. Außerdem findet sich schöner, blauadriger Marmor. Die Wasserscheide der Donau und des Rheins geht durch die Markung.

Die Stubersheimer Leihkasse, welche fortwährend an Bedeutsamkeit zunimmt, verdankt ihre Entstehung und Ausbreitung hauptsächlich der Thätigkeit des auch sonst verdienten Schultheißen Buck. Ihre Statuten sind gedruckt unter dem Titel: Statuten der Privat-, Leih- und Sparkasse in Stubersheim. Wiesensteig 1840 in der Schmid’schen Buchdruckerei. 8.

In Beziehung auf die Herrschaften, unter welchen es stund, hatte Stubersheim gleichen Wechsel, wie Geislingen.

Begütert in Stubersheim war hauptsächlich das Kloster Kaisersheim; an solches verkaufte Graf Ulrich von Helfenstein im Jahre 1295 seine Güter in diesem Orte (Lang | Reg. 4, 591), 4 Jahre früher waren sie dem Kloster verpfändet worden (Lang 4, 493).

Aus den frühern Schicksalen von Stubersheim ist zu erwähnen, daß es den Franzosen im Jahre 1688 2450 fl. Kontribution zahlen mußte, wozu Ulm 1200 fl. beisteuerte.

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