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BLKÖ:Zlinszky, Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Zlatohorský, Dominik
Band: 60 (1891), ab Seite: 202. (Quelle)
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Zlinszky, Georg (Mitglied des ungarischen 1861er Reichstages, geb. in Ungarn, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt), Zeitgenoß. Seinem Namen nach slavischer Abstammung, vielleicht einer Slovakenfamilie angehörig, ist er der Sproß eines ungarischen Geschlechtes, das im 17. Jahrhundert geadelt wurde. Ivan Nágy in seinem großen Adelswerke Ungarns: „Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal“ (Pesth, gr. 8°.) gibt im XII. Bande, S. 400 und 401 wohl Nachrichten über diese Familie, erwähnt aber auch nicht mit einer Sylbe des in Rede stehenden Parlamentariers. Für unser Werk gewinnt er in letzterer Eigenschaft Bedeutung, da er als Mitglied des denkwürdigen ungarischen 1861er Reichstages [vgl. zum Verständniß der Sachlage Jámbor Bd. X, S. 60] für den Beschluß stimmte und in einer der heftigsten Reden, welche von rohen Ausfällen gegen Deutschösterreich, speciell Wien, den Minister Bach und alle von der kaiserlichen Regierung nach Niederwerfung der magyarischen Rebellion getroffenen Maßregeln und insbesondere gegen die Februar-Verfassung wimmelt, die Institutionen des ungarischen Staates pries und verherrlichte. Es widerstrebt dem Autor dieses Werkes, auch nur eine Blütenlese dieses parlamentarischen Excurses mitzutheilen; wer danach Verlangen trägt, kann sich aus den in den Quellen angeführten Schriften genau unterrichten. Uebrigens ist diese interessante Rede auch im Sonderdrucke erschienen. Wir bemerken nur, wie wenig solche Tiraden à la Zlinszky über Verfassungs- und Völkerrechtsverletzung mit dem Gebaren der ungarischen Nation gegenüber den verbrieften Rechten der Siebenbürger Deutschen und der Croaten stimmen. Sehen doch diese Herren nicht den Balken im eigenen Auge!

Pesther Lloyd, (deutsches politisches Blatt, gr. Fol.) 1861, Nr. 130. – Der ungarische Reichstag, 1861 (Pesth 1861, Osterlamm, 8°.) Bd. II, S. 193 bis 202.