Zum Inhalt springen

BLKÖ:Wolkenstein-Rodenegg, Veit

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 58 (1889), ab Seite: 69. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Veit von Wolkenstein in der Wikipedia
Veit Freiherr von Wolkenstein in Wikidata
GND-Eintrag: 138464308, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wolkenstein-Rodenegg, Veit|58|69|}}

35. Veit (gest. 1498), ein Sohn Oswalds des Jüngeren von Wolkenstein-Rodenegg aus dessen Ehe mit Barbara von Trautson, wurde durch Kriegsgewandtheit und Muth einer der Lieblinge Kaiser Maximilians I. In der Schlacht bei Guinegate (7. August 1479) rettete er denselben aus augenscheinlicher Todesgefahr. Im Jahre 1488 theilt er zugleich mit Wolfgang und Martin von Polheim und dem Grafen Adolf von Nassau die Haft des Kaisers, den die Empörer von Brügge und Gent gefangen genommen hatten. Ebenso weise im Rath, wie todesmuthig im Kampfe, ordnete er das Reichskammergericht, dessen Leitung ihm der Monarch übertragen hatte. Im neuerlichen Kriege erstürmte er das bis dahin unbezwingbare St. Omer. 1490 wurde er vom Kaiser zum Kämmerer, am 5. Jänner 1491 zum königlichen obersten Feldhauptmann ernannt und dann, der erste tirolische Edle, mit dem Orden des goldenen Vließes, der höchsten Auszeichnung, begnadet. Am 22. Juli 1491 erhielt er vom Kaiser die Herrschaften Ivano und Rodenegg mit allen Gerechtsamen und Hoheiten zum Geschenke und führte infolge dessen mit seinem Bruder Michael und dessen Söhnen die Würde eines unmittelbar freien Reichsstandes im österreichischen Kreise. Er starb als Statthalter von Oberösterreich und liegt im Frauenmünster zu Freiburg begraben. Seine Gemalin Sybilla entstammte dem alten vlämischen Geschlechte de Roo und Archot, doch entsprossen aus dieser Ehe keine Kinder, den Stamm pflanzte Veits Bruder Michael [Nr. 26] fort. Im „Freydal“ erscheint der Freiherr dreimal, zweimal im deutschen Gestech und einmal in einem Geschiftrennen mit dem Kaiser dargestellt. [Freydal. Des Kaisers Maximilian I. Turniere und Mummereien. Herausgegeben unter der Leitung des k. k. Oberstkämmerers, Feldzeugmeisters Franz Grafen Folliot de Crenneville von Quirin von Leitner (Wien 1880–1882, Folio) S. CII und Tafeln 49, 133, 166. – Bergmann (Jos.). Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844 u. f., Tendler, 4°.) Bd. I, S. 164. – Denkwürdiger und nützlicher rheinischer Antiquarius u. s. w. Von einem Nachforscher in historischen [70] Dingen (Coblenz 1844, R. F. Hengt, gr. 8°.) II. Abtheilung. Historisch und topographisch dargestellt von Chr. von Stramberg) Bd. XVI, S. 13.] –