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BLKÖ:Welsperg von Raitenau und Primör, die Grafen, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 54 (1886), ab Seite: 246. (Quelle)
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I. Zur Genealogie der Grafen Welsperg von Raitenau und Primör. Ob diese Familie aus Etrurien stamme, von da vertrieben in den Schluchten der rhätischen Alpen Zuflucht gefunden, sich unweit Chur am Rhein ein Schloß gebaut, das dann der Strom unterwühlt und endlich zerstört habe, worauf sie sich nach Tirol begeben und dort eine feste Stätte gegründet, das Alles wollen wir nicht untersuchen, sondern diese historische Maulwurfsarbeit der in dieser Richtung Großes leistenden Sippe der Genealogen überlassen. Wir treten an das Geschlecht heran in dem Momente, da es auf historischem Boden steht, und dieser befindet sich in Tirol, wo einige Stunden von Bruneck das Dorf Welsberg und im Umfange der nicht zu fernen Gemeinde Taisten das Schloß Welsberg, ohne Zweifel die Stammburg des edlen und ritterlichen Geschlechtes, liegt, das noch heute fortblüht. Urkundlich nachweisbar ist dasselbe nur bis in die erste Hälfte des zwölften Jahrhunderts, wo zwei Brüder, Otto und Schwikher von Welfesberg, erwähntes[WS 1] Schloß 1140 erbauten. Die Genannten erscheinen auch um diese Zeit als Zeugen bei Schenkungen an das Augustiner Chorherrenstift Neustift und selbst als dessen Wohlthäter. Dies im Pusterthale eine Stunde von Brixen gelegene Kloster gehört zu den bedeutenderen Tirols, sein Vorsteher ist infulirter Propst und tirolischer Landstand. Außer der ihren Namen tragenden Stammburg besaßen die Welsberg in Tirol noch mehrere Ansitze, welche mit der Zeit auf andere Familien übergingen, und nach diesen Gütern führten sie auch, so lange sie im Besitze derselben waren, den Namen; so besaßen sie: das unweit des Dorfes Zell gelegene Zellburg, welches Felicitas von Welsperg (gest. 1679) ihrem ersten Gemal Andra von Rekordin zubrachte; dann Zellheim, das 1440 durch Anna von Welsperg an die Tiroler Liechtenstein überging; Primör (auch Castell di Pietra genannt), welches, nachdem es manchen Wechsel des Besitzes erfahren, im Jahre 1401 Herzog Leopold seinem Kammermeister Georg von Welsperg gegen Erlag von 4000 Goldgulden zu Lehen gab; die Welsperg schreiben sich noch heute nach dieser Herrschaft, obwohl sie dieselbe nicht mehr besitzen; ferner das auf dem Toblocher Felde gelegene Schloß Ligöde, nach welchem sich die Herren von Welfesberg die von Ligöde nannten; das in der Pfarre Taisten gelegene, 1503 noch dem Ritter Hans von Welsperg gehörige Schloß Thurn, dessen Caplaneibeneficium, nachdem am 15. Mai 1766 das Schloß ein Raub der Flammen geworden, in die Pfarre Taisten überging, wo der eigene Welsperg’sche Beneficiat noch heute besteht; schließlich den Ansitz Englös. – Die Welsperg waren immer große Wohlthäter der Kirche, so schenkte Heinrich von Welsperg 1241 dem Kloster Wilten seinen Hof in Tschövs bei Sterzing; 1257 der Kirche in Inichen den Hof Unterfelden in Villgraten, 1259 ein Gut auf Kolles; 1328 machte Nicolaus von Welsperg eine Schenkung auf den von ihm gestifteten Heiligengeistaltar in der Pfarre Taisten. über welche 1334 Bischof Albert von Brixen den Herren von Welsperg das Patronat verleiht, „weil der ehrbare Ritter Niklas von Welsperg zu der Kirche in Taisten, wo er auch begraben, viel Besserung gethan“; Pankraz von Welsperg, Pfarrer in Brixen, zuletzt Pfarrer in Fossa, stiftete zur Friedhofscapelle in Brixen ein Beneficium und gab dazu ein Haus in der Runggaden; Siegmund von Welsperg, Marschall des Erzherzogs Siegmund, 1498 Oberstfeldhauptmann des Kaisers Maximilian und Obersthofmeister der Kaiserin Blanca Maria, Maximilians zweiter Gemalin. stiftete in der Pfarre zu Innsbruck [247] ein Beneficium. – Was die Würden und Aemter, welche dieses Geschlecht besaß, anbelangt, so standen mehrere Welsperg in Hofdiensten, ja bereits im 12. Jahrhunderte als Hofjunker der Grafen von Tirol und als Erbbeamte der Grafen von Görz; andere dienten im Heere und in der Kirche; so finden wir die Welsperg unter den siegreichen Kämpfern in der Schlacht, welche zwischen den Tirolern und Venetianern am 10. August 1487 bei Calliano geschlagen wurde, wo Letztere 3000 Todte auf der Wahlstatt ließen und 5000 Wagen verloren; dann blieb ein Welsperg, der kaiserlicher Oberst war, 1690 bei der Erstürmung Belgrads durch die Türken; ein Wilhelm von Welsperg wurde Bischof von Brixen; ein Guidobald war oberösterreichischer Regimentsrath und Vogt zu Nellenburg. Der Freiherrenstand gelangte zu verschiedenen Malen in die Familie, so durch Johann von Welsperg, der bei Kaiser Ferdinand I. die Stelle eines geheimen Rathes bekleidete, und mit Diplom ddo. 3. Juli 1539 durch die Vettern Siegmund und Karl, welche 1551 die Erlaubniß erhielten, mit ihrem Familienwappen das des erloschenen Geschlechtes der Herren von Villanders zu vereinen. Mit Diplom vom 9. Juni 1567 wurden, die Welsperg Reichsfreiherren. Als 1568 Kaiser Ferdinand im Lande Tirol das Oberst-Erbstall- und Küchenmeisteramt errichtete, erhielt Christoph Freiherr von Welsperg der Erste dasselbe und 1571 von Kaiser Max II. den Zusatz des Wappens und Titels von Primör und Raitenau. Freiherr Guidobald ward mit Diplom ddo. 15. April 1693 in den Grafenstand erhoben. Schließlich empfing Graf Philipp, Gouverneur von Innerösterreich am 29. Februar 1791 die steirische Landmannschaft. Was die Töchter dieses Hauses betrifft, so heirateten sie in die ersten und edelsten Geschlechter des Kaiserstaates, wie sich die Söhne ihre Gattinen aus denselben holten. Wir begegnen unter diesen Geschlechtern den Namen: Brandis, Fuchs, Fugger, Hardegg, Hohenembs, Lodron, Spaur, Sprinzenstein, Thurn, Wolkenstein, Zollern und anderen. [Genealogisches Taschenbuch der deutschen gräflichen Häuser (Gotha, Perthes, 32°.) XVII. Jahrg. (1844) S. 631. – Historisch-heraldisches Handbuch zum genealogischen Taschenbuch der gräflichen Häuser (Gotha 1855, Just. Perthes, 32°.) S. 1066. – Mairhofer (Theodor). Pusterthals alte Adelsgeschlechter (Brixen und Lienz 1863, Weger, gr. 8°.) S. 66 u. f.: „Welsperg“. – Die zwei Stammtafeln berücksichtigen nur zwei Linien dieses Geschlechtes, welche zu diesem Werke in nächster Beziehung stehen. Die Erfahrungen bei meinen vielen vergeblichen Versuchen, von den betreffenden Familien die erforderlichen Materialien für meine Arbeit zu erhalten, haben mich veranlaßt, ein- für allemal davon abzusehen und mir mit jenen Materialien zu helfen, die ich eben haben kann. Die vorhandenen Quellen: Zedler, Kneschke, „Handbuch zum Taschenbuch der gräflichen Häuser“ u. s. w. machen aber die Darstellung einer ununterbrochenen Stammesfolge unmöglich. Bei dieser Gleichgiltigkeit verkennen diese Familien ebenso ihre Pflicht als ihren Vortheil.

[248]
I. Stammtafel der Grafen Welsperg von Primör und Raitenau.
Jakob Hannibal Freiherr
geb. 1593, † 1620.
Beatrix Gräfin Lodron,
nachmals verehelichte Franz Graf Spaur.

Marcus Siegmund
† 1664.
Johanna Gräfin Wolkenstein-Rodeneck †
Johann Siegmund
† 1689
Felicitas Gräfin Welsperg.

Johanna Felicitas
geb. 1682, † 1731,
vm. 1) Karl Anton Graf
Liechtenstein † 1702.
2) Bernardin Graf
Künigl-Ehrenburg † 1732.
Anna Katharina
vm. Johann Otto
Graf Fugger-
Kirchberg.
Clara
Dorothea †.
Claudia
Felicitas †.
Paris
Franz †.
Marcus
Siegmund †.
Ferdinand Karl
Domherr
in Brixen † 1697.
Guidobald
Anastasius,
D. O. R.
⚔ bei Esseg 1691.
Georg
Bonaventura,
Landoberst † 1692.
Katharina
Euphemia
Gräfin Arz.
Karl Leopold
geb. 1680, †.
Josepha Freiin von Guttenberg
† 1740.
Johann Franz,
Domherr zu Brixen
† 1746.
Friedrich Joseph Graf
geb. 1677, † 1732.
1) Anna Gräfin Thun † 1717.
2) Josepha Gräfin Fugger-Kirchberg.
Rosalia
geb. 1724.
Johanna Karolina,
Stiftsdame in Regensburg.
N. N.,
vm. Baron Christiani.
Francisca,
vm. Graf Felix Arz.
Felicia Francisca,
vm. Freiherr von Rehlingen.
Johann Marquard.
Aloisia Gräfin Welsperg.
Theresia † 1840.
vm. Joseph Graf Khuen †.
M. Anna †,
vm. Alois Graf Sarentheim †.
Joseph †. Marquard,
Domherr zu Trient
† 1792.
Karl,
Soldat †.
Johannes Nep. [S. 243]
geb. 16. Februar 1765, † 29. Februar 1840.
1) Anna Gräfin Taxis
† 1802.
2) Karoline Gräfin Wolkenstein-Trostburg,
verwitwete Colonna-Völs.
[248a] [WS 2]
II. Stammtafel der Grafen Welsperg von Primör und Raitenau.
Siegmund Wolfgang Freiherr
geb. 1597. †.
Helena Gräfin Wolkenstein-Rodeneck.
Cäcilia
geb. 1630, †.
Karl Gaudenz
geb. 1627, †.
Helena Katharina
geb. 1629,
vm. Johann Karl
Graf Fingers von Friedberg.
Karl Hannibal,
Domherr zu Brixen
geb. 1628, † 1685.
Ursula Hortensia
geb. 1626, †,
vm. Franz Wilhelm Graf Wolkenstein-Trostburg.
Christoph Siegmund, Hauszeugmeister in Tirol
geb. 1625, † 1675.
1) Anna Gräfin von Raittenau †.
2) Katharina Benigna Gräfin Wolkenstein-Rodeneck † 1672.
Clara
geb. 1624, †.
Johann Karl †. Clara Sidonia,
vm. Freiherr von Aichelburg.
M. Felicitas
vm. Johann Siegmund v. Welsperg † 1689.
Guidobald Anastasius, Graf 1693.
oö. Reg-Präsident,
geb. 1655, † 1731.
Ursula Gräfin Spaur.
Siegmund Wolfgang,
Domherr in Trient
† 1682.
Karl Ulrich
† um 1693.
Maria Karolina
geb. 1690, †,
vm. Joseph Anton Graf Hendl von Goldrain.
Anna Martina
geb. 1683, †,
vm. Anton Rupert Graf Fugger-Kirchberg.
Joseph Karl
geb. 1678, † 1723.
1) Violanta Gräfin Fugger-Kirchberg † 1704.
2) Johanna Freiin von Rost † 1758.
noch mehrere Kinder,
darunter drei Ursulinernonnen,
die übrigen jung †.
Maria Anna †. Anton
⚔ bei Planian 1757.
Karl † 1751.
Josepha Gräfin Starhemberg.
Joseph Ignaz † 1760.
1) Maria Gabriele Gräfin Sprinzenstein † 1741.
2) Maria Theresia
Truchseß Gräfin Waldburg-Trauchburg † 1755.
Aloisia
vm. Johann Marquard Graf Welsperg.
M. Theresia † 1755,
vm. Constantin Graf Rost.
Leopoldine † 1785,
vm. v. Hornstein.
Anna
vm. Johann Graf Fugger-Kirchberg.
Philipp,
g. Rath. Gouverneur zu Gratz † 1806.
1) Maximiliana Gräfin Wallis † 1774
2) Dominica Gräfin Thurn-Valsassina-Bleiburg.
Johann Joseph,
Domherr zu Passau und Trient
geb. 1732, †.
Philipp
geb. 1781, †.
Karl Joseph Anton [3][1]
geb. 1. März 1779, † 12. October 1873.
1) Henriette geborene Gräfin von Türkheim
† 4. März 1840.
2) Maria Anna geborene Gräfin Thurn-Valsassina,
verwitwete Gräfin Steinach
geb. 27. Jänner 1804.
Heinrich
geb. 6. October 1782, † 23. November 1832.
Adelheid
geb. 4. October 1793, †,
vm. Joseph Freiherr von Pach
zu Hausenheim und Pernegg
† 1844.
Albertine, Stiftsdame
geb. 4. März 1798, †.
Anna
vm. Johann Graf Fugger-Kirchberg.
Eugen, Rittmeister [1]
geb. 25. März 1808, † 29. August 1867.
Elisabeth Gräfin Spaur
geb. 24. Juni 1821.
Max Valerie
geb. 13. April 180
vm. Bauer von Eisenegg, genannt von Fichardt
geb. 27. Februar 1846.
Mathilde
geb. 12 März 1810, †,
vm. Ernst Ritter von Gold
geb. 20. Mai 1853.
Helene
geb. 25. Jänner 1812,
vm. Ferdinand Graf Orstich von Slavetich
4. März 1878.
Richard [5]
k. k. Feldm.-Lieut.
geb. 28. Februar 1813,
† 25. December 1878
Wolf Dietrich
geb. 14. Mai 1820
Marie Emilie von Micheli.
Heinrich Karl
geb. 15. Juli 1850.
Johanna Karoline Amalie geborene Freiin von Moll
geb. 31. Juli 1852.

Conrad
geb. 1. September 1882.
Marie
geb. 6. September 1852,
vm. Otto Freiherr Unterrichter von Rechtenthal
geb. 5. Jänner 1818.
Johanna Eugenie
geb. 8. December 1854,
vm. Alfred Freiherr Unterrichter von Rechtenthal
geb. 2. Juli 1846.

  1. Die in den Klammern [ ] befindlichen Zahlen weisen auf die kürzeren Biographien Nr. (1–8), welche sich auf S. 247–251 befinden.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: ewähntes.
  2. In der Vorlage ohne Seitenzahl.