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BLKÖ:Weißenbacher, Simon

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Weißenbach, Alois
Band: 54 (1886), ab Seite: 173. (Quelle)
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Anklingend an den Namen des Arztes und Poeten lautet der des Bergknappen Simon Weißenbacher, dessen Andenken sich noch bis zur Stunde erhalten hat in der Festlichkeit, welche alljährlich am 8. October in der St. Barbaracapelle auf dem Erzberge zu Eisenerz in Obersteier stattfindet. Der einst so blühende Eisenerzer Bergbau war 1669 in die mißlichsten Verhältnisse gerathen. so daß die Auflösung der Hauptgewerkschaft und das Eingehen des Betriebes in Aussicht stand. Der dreißigjährige Krieg, der Bauernaufstand im Lande ob der Enns, Elementarunfälle mit ihren Verheerungen, Stockung des Handels, allgemeine Verarmung und zuletzt Auswanderung einzelner Mitglieder der Hauptgewerkschaft waren die Ursachen des Verfalls. Schon stieg die Noth aufs Höchste und das Traurigste schien unabwendbar, als ein Ereigniß eigener Art eintrat und mit demselben eine plötzliche Wendung zum Besseren und beginnendes sich steigerndes Gedeihen. Am 8. October 1669 befand sich der Bergknappe Simon Weißenbacher bei seiner Arbeit; als er eben mit seinem Werkzeug ein Erzstück zerschlug, spaltete sich dasselbe in zwei Theile, und die inneren Flächen zeigten das Bildniß der göttlichen Jungfrau mit dem Jesukinde. Bei diesem Vorfalle war noch der Bergknappe Balthasar Müllauer zugegen. Die merkwürdige Erzstufe wurde nun dem kaiserlichen Bergrichter Matthäus Weißenberg gezeigt. Die Kunde von dem Ereignisse kam alsbald in der ganzen Gegend herum, und die moralische Wirkung desselben war, daß man, den Vorfall als einen Wink vom Himmel betrachtend, den Bergbau mit erneuertem Muthe und frischen Kräften betrieb, infolge dessen derselbe wieder gedieh und zur alten Blüte stieg. Die Wunderstufe aber überbrachte man dem Kaiser Leopold I., der sie in der kaiserlichen Schatzkammer aufbewahren ließ. Auf Ansuchen des Eisenerzer Oberstkammergrafen Freiherrn Heinrich von Haugwitz wurde sie 1747 von der Kaiserin Maria Theresia der Innerberger Hauptgewerkschaft wieder zurückgegeben, und seit dieser Zeit wird sie in der Consultationskanzlei der Eisenerzer Eisenwerksdirection aufbewahrt, bei dem Feste aber, welches alljährlich in der St. Barbaracapelle stattfindet, und zu welchem die gesammte Knappschaft ausrückt, vor dieser hergetragen. Die zweite Säcularfeier fand am 8. October 1868 statt. [Katholische Blätter. Herausgegeben vom kathol. Centralverein in Linz (Linz, 4°.) XIV. Jahrgang, 22. November 1862, Nr. 94: „Die Wunderstufe“. Von P. Fab. Ulrich.]