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BLKÖ:Waldstätten, Johann Ernst Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 52 (1885), ab Seite: 206. (Quelle)
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4. Johann Ernst Ritter von Waldstätten (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, geb. zu Keresmező im Marmaroscher Comitate Ungarns am 7. Juli 1789, gest. in Wien 11. März 1860). Er trat im November 1805 als Cadet in das 62. Infanterie-Regiment und wurde 1809 Fähnrich in demselben. Von 1814 bis zu dem 1845 erfolgten Tode des k. k. Feldmarschalls Heinrich Grafen Bellegarde war er dessen Adjutant und rückte in dieser Stellung 1830 zum Major, 1837 zum Obersten und 1844 zum Generalmajor vor. Anfangs 1849 zog er in den Kampf gegen Ungarn, trat aber schon am 31. Jänner dieses Jahres mit Feldmarschall-Lieutenantscharakter in Pension. Seine Ehe mit Maria geborenen Freiin de Vaux blieb kinderlos. Generalmajor Waldstätten war ein eifriger Münzensammler, und seine Sammlung umfaßte zwei Hauptpartien, nämlich Münzen und Medaillen [207] des österreichischen Kaiserstaates, zusammen 1892 Stück, und Münzen und Medaillen der römisch-deutschen Kaiser von Karl dem Großen bis Franz II., zusammen 3796 Stück. Beide Partien gingen im Jänner 1837 durch Verkauf an Karl Egon Fürsten von Fürstenberg über. Dann sammelte er von Neuem, kaufte die Sammlung des Doctor Franz Sales Frank, vermehrte sie und ließ sie im October 1844 versteigern. Nach dem gedruckten Kataloge waren es 2481 Münzen und 78 Medaillen auf berühmte Personen. Eine minder werthvolle Collection von römischen Silber- und Bronzemünzen verkaufte er zu Anfang der Vierziger-Jahre an den Münzhändler Joseph Oberndörffer. Näheres über diese Sammlungen berichtet Joseph Bergmann in seiner Monographie: „Pflege der Numismatik in Oesterreich durch Private“ in den „Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften philosophisch-historischer Classe“ Bd. XLI (1863) S. 82.