Zum Inhalt springen

BLKÖ:Vogt, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Voglsanger, Thomas
Nächster>>>
Vogt, Adam
Band: 51 (1885), ab Seite: 224. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Johann Vogt in Wikidata
GND-Eintrag: 1030425035, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Vogt, Johann|51|224|}}

Vogt, Johann (Schulmann, geb. in Kronstadt am 11. August 1816). Der Sohn eines mittellosen Tuchmachers, besuchte er das Gymnasium in Kronstadt und begab sich 1840 ins Ausland, wo er bis 1843 an der Universität Berlin studirte, um vornehmlich die Vorträge des Professors Beneke zu hören und seine pädagogischen Kenntnisse zu erweitern. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland dem Lehramte sich [225] widmend, erhielt er eine Professur am Kronstädter evangelischen Gymnasium, zu dessen Conrector er am 2. März 1869 gewählt wurde. In seinem Fache als Schulmann auch schriftstellerisch thätig, gab er im Druck heraus im Programm des evangelischen Gymnasiums zu Kronstadt 1853/54 den Aufsatz: „Einige Bemerkungen, betreffend das Fachsystem in seinem Verhältnisse zu dem im Organisationsentwurf für österreichische Gymnasien gestellten höchsten Zwecke der Gymnasialbildung: daß aus derselben ein edler Charakter hervorgehe“; – in der „Kronstädter Zeitung“ vom Jahre 1848: „Vom Senfkorn“; diesem Zeitungsartikel folgte aus der Feder des damaligen Stadtpredigers in Neustadt, Friedrich Philippi, eine Schilderung des Elends vieler Kronstädter armer Eltern und Kinder, worauf freiwillige Beiträge zur Gründung einer Waisenerziehungsanstalt einliefen. Die Angelegenheit wurde immer energischer betrieben; es bildete sich ein Frauenverein, dessen Statuten, durch die mittlerweile ausgebrochene Revolution verzögert, erst 1861 die höhere Genehmigung erhielten. Die Wirksamkeit dieses Vereines und die durch ihn bewerkstelligte Fondsvermehrung ist ausführlich dargestellt in dem Büchlein. „Vom Senfkorn. Erinnerungsblätter, gesammelt und gewidmet dem Frauenvereine zur Erziehung evangelischer Waisen in Kronstadt von einigen Freunden“ (Kronstadt 1864, Römer und Kamner, 12°., 34 S.). So gab der oben angeführte Zeitungsaufsatz Vogt’s „Vom Senfkorn“ den Anstoß zur Begründung eines humanen Vereines, dessen wohlthätiges Wirken großem Elende steuerte. Noch erschien von Vogt die Flugschrift: „Ein Brillenwischer oder die rechte Seite von den Internaten, besonders von unserem Kronstädter Internat, richtiger Alumnat. Eine Beleuchtung der Anfälle, die auf dasselbe in Nr. 73–80, 90 und 91 der Kronstädter Zeitung gemacht worden sind“ (Kronstadt 1868, Römer und Kamner, 8°., 32 S.); diese Abhandlung, welche Manche unangenehm berührte, rief eine Polemik anders gesinnter Lehrer in Kronstädter und Hermannstädter Blättern hervor und hatte schließlich den guten Erfolg, daß man von maßgebender Seite auf zeitgemäße Abstellung der wirklichen Mängel ernstlich bedacht war und dazu auch Hand anlegte. Ueberdies gab Vogt den „Kleinen Kalender“ von Johann Gött und den bei Römer und Kamner erscheinenden Kalender „Der Burzenländer Wandersmann“ durch mehrere Jahre heraus.

Trausch (Jos.). Schriftsteller-Lexikon oder biographisch-literarische Denkblätter der Siebenbürger Deutschen (Kronstadt 1861, Joh. Gött und Sohn, gr. 8°.) Bd. III, S. 479.