Zum Inhalt springen

BLKÖ:Vittinghof, die Freiherren von, Genealogie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Vittorelli, Jacopo
Band: 51 (1885), ab Seite: 80. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Vietinghoff (Adelsgeschlecht) in der Wikipedia
Vietinghoff in Wikidata
GND-Eintrag: 189502363, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Vittinghof, die Freiherren von, Genealogie|51|80|}}

Zur Genealogie der Freiherren von Vittinghoff. Die Vittinghoff oder mit ihrem vollen Namen Vittinghoff genannt Scheel von Schellenberg [im „Genealogischen Almanach der freiherrlichen Häuser“ finden sie sich zuerst (1853) Vietinghoff, in der Folge Vittinghof geschrieben) sind ein altes ritterbürtiges, im Hochstifte Essen und in der Grafschaft Mark in Westphalen ansässiges Geschlecht. Von da aus verbreiteten sich Zweige desselben, deren mehrere bereits erloschen sind, nach Kurland, Liefland, Preußen, nach Oesterreich-Ungarn u. s. w. und unterschieden sich, während sie das alte einfache Stammwappen beibehielten, nur durch Bei- und Güternamen von einander, so: die Vittinghoff genannt Hörde, die Vittinghoff zum Broich, zu Altendorf, zu Scheppen, die Vittinghoff genannt Nortkerke, und Vittinghoff genannt Schele, Schell von Schellenberg, welch Letztere zuerst in Belehnungsurkunden der Abtei Werden aus den Jahren 13253–1344 vorkommen. Die Sprossen der Familie bekleideten hohe Aemter in der Kirche, am Rathstische und im Heere: so lebten als Domherren: Wilhelm Franz und Theodor Haro Ignaz 1700 zu Paderborn, Franz Johann 1712 in Münster, Hermann Arnold 1739 zu Münster und Hildesheim; ein Vittinghoff war 1740 Landeshauptmann der Insel Oesel; ein anderer 1713 holländischer Generallieutenant und ein dritter 1718 mecklenburgischer Oberst. 1726 starb ein Vittinghoff als ältester General der Cavallerie in den Generalstaaten, 1735 diente ein solcher als General und Commandant von Danzig, und ein Georg Friedrich von Vittinghoff genannt Schell Herr auf Lassen, Grienwald, Weißensee und Creiden segnete 1756 als kaiserlicher Oberstlieutenant das Zeitliche, ohne Erben zu hinterlassen. – Was die Adelswürden der Familie betrifft, so erhielt dieselbe 1680 von König Christian von Dänemark den Freiherrenstand, in Schweden wurde ein Erich von Fitinghof am 21. December 1710 baronisirt und 1720 unter die Friherras introducirt. Noch sei bemerkt, daß die Familie dem Deutschen wie dem Johanniter-Orden viele Comthure und Ritter gegeben hat. In welche Zeiten die in Oesterreich-Ungarn ansässigen Vittinghoff zurückreichen, dies zu bestimmen, fehlen uns alle Daten. Freiherr Clemens August hatte unter anderen Kindern zwei [81] Söhne: Maximilian Friedrich,[WS 1] königlich preußischen Kammerherrn und Major im 17. Landwehr-Regimente, und Karl Friedrich (geb. 1786, gest. 5. August 1849). In welchen verwandtschaftlichen Verhältnissen zu den Genannten unser Künstler Karl Freiherr von Vittinghoff steht, können wir auch nicht angeben. Karl Friedrich, k. k. Kämmerer und zuletzt k. k. Major außer Dienst, war Herr der Allodialherrschaft Tischnowitz im Brünner Kreise Mährens. Aus seiner Ehe mit der k. k. Sternkreuz-Ordensdame Ludovica Freiin von Loë-Wissen (geb. 1794, gest. 4. März 1859) stammen die vier Töchter: Alexandrine (geb. 1819). k. k. Sternkreuz-Ordensdame und Ehrendame des königlich bayrischen Theresienordens, vermält am 18. Juni 1853 mit Paul Grafen von Coudenhove, k. k. Kämmerer und Hofrath, Witwe seit 29. März 1864; – Sophie, k. k. Sternkreuz-Ordensdame und Ehrendame des königlich bayrischen Theresienordens, vermält am 2. Juni 1851 mit Gabor Grafen Zichy zu Zich und Vasonykeö, k. k. Kämmerer und Major a. D.; – Kunigunde (geb. 1. März 1826), k. k. Sternkreuz-Ordensdame, vermält am 13. Juni 1846 mit Friedrich Freiherrn von Dalberg, k. k. Kämmerer; – und Helene (geb. 18. August 1836), vermält am 15. November 1860 mit Ernst Grafen von Waldstein-Wartenberg, k. k. Kümmerer. Als eine Eigenthümlichkeit dieses Geschlechtes sei schließlich bemerkt, daß die sämmtlichen jetzt lebenden Sprossen, sowohl die männlichen, als die weiblichen, unter ihren Taufnamen immer den Namen Hubert, respective Huberte tragen.

Wappen. Silberner Schild, darin ein schwarzer, mit drei goldenen Kugeln belegter schrägerechter Balken. Auf dem Schilde ruht ein offener Helm, den ein rundes schwarzes Turnierhütchen[WS 2] mit rothem Umschlage bedeckt, und auf welchem ein natürlich rother, nach rechtshin fliehender und im Rachen eine Kugel tragender Fuchs zu sehen ist. Die Helmdecken sind schwarz mit Silber belegt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Maximilian Friedrich von Vittinghoff (Wikipedia).
  2. Vorlage: Turnierhüttchen.