Zum Inhalt springen

BLKÖ:Tyn, Emanuel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Tymolski, Fabian
Band: 48 (1883), ab Seite: 182. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Emanuel Tyn in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Tyn, Emanuel|48|182|}}

Tyn, Emanuel (čechischer Schriftsteller, geb. zu Nachod in Böhmen am 16. August 1825, gest. in Prag 22. Februar 1870). Nachdem er das Gymnasium in der Prager Altstadt besucht hatte, begann er das Studium der Theologie, welches er nach dem dritten Jahre aufgab, um sich dem Lehrfache zu [183] widmen. In Budweis wurde er zunächst Supplent am Gymnasium und das Jahr darauf wirklicher Professor zu Kaschau in Ungarn. Aus dieser Stadt in gleicher Eigenschaft nach Olmütz, von da nach Pesth übersetzt, trat er in Folge der Magyarisirung der Mittelschulen in Disponibilität. Nach einiger Zeit erhielt er eine Professur in Troppau und im Jahre 1865 eine solche in Prag am Altstädter Gymnasium, wo er bis 1869 wirkte. Tyn galt als gründlicher slavischer Philolog, als welcher er sich auch mit seinem Werke: „Časoslovo české ve významu a bohatosti svých tvarův“, d. i. Das čechische Zeitwort, seine Bedeutung und der Reichthum seiner einfachen und Präpositions-Formen (Prag 1866, Řiwnáč, 8°.) bethätigte. Außerdem schrieb er, obgleich bereits durch Krankheit ans Bett gefesselt: „Padesáte žalmů v rýmu novověkém“, d. i. Fünfzig Psalmen in modernen Reimen (Pilsen 1869, K. Mansch, 8°.), eine Arbeit, welche von der Kritik mit Wärme aufgenommen wurde.

Slovník naučný. Redaktoři Dr. Frant. Lad. Rieger a J. Malý, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger und J. Malý (Prag 1872, I. L. Kober, Lex.-8°.) Bd. IX, S. 679.