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BLKÖ:Torre, Raimund della

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 45 (1882), ab Seite: 114. (Quelle)
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44. Raimund (della Torre), welcher zu Ende des sechzehnten und in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts lebte, ist der einzige Sohn Franz Thurn’s (della Torre) aus dessen Ehe mit Laura geborenen Gräfin Arco. Seme Jugendjahre verlebte er an den Höfen der Erzherzoge Karl und Ferdinand, wo er sich bald die geschmeidigen Umgangsformen aneignete. welche ihn zu seinen späteren Aemtern so sehr befähigten. Als Johann Graf Cobenzl die Hauptmannschaft von Gradisca erhielt, dieselbe aber nicht persönlich antreten konnte, stellte er der Erzherzogin-Witwe am 25. September 1590 Raimund della Torre als den Einzigen vor, welcher im Besitze der erforderlichen Eigenschaften befähigt sei, ihn als Hauptmann der Vestung und des umliegenden Gebietes vollkommen zu vertreten. Als Kaiser Rudolph II. nach Veit von Dornberg’s Abgange von dem Gesandtschaftsposten bei der Republik Venedig eines Nachfolgers auf demselben bedurfte, fiel seine Wahl auf Raimund, welcher sich kurz vor Ablauf des Jahres 1593 nach der Lagunenstadt begab, wo er vier Jahre, bis zur Uebernahme der Gesandtschaftsstelle in Rom, verweilte. Folgendes Schreiben des Papstes Clemens VIII. an Raimund ddo. 30. April 1604 gibt Nachricht, in welcher Gunst derselbe bei jenem stand. „Benché Ella si ritrovi“, schreibt der Papst, „assai lontana da Noi, pure le siamo con Nostro Paterno affetto sempre vicini e memori de’ di Lei meriti a segno tale che la ricordanza della di Lei Persona ci è al sommo giocondo. Ella avendo al suo incarico si esattamente sodisfatto, ed all’Imperatore, ed a Noi nulla riescendo più grato, che la di Lei diligenza e buona fede, non era duopo lo scusarsi, poichè Ella ha abbondantemente operato. Ma il di Lei umano modo di pensare è di tal tempra, che supera ogni aspettazione, e le fa apparire d’aver mancato, quando anzi avendo a tutti compacciuto, solo di se medesima dimenticatossi“. Raimund war zweimal verheiratet, zuerst mit einer Tochter Matthias Hoffer’s, und nach deren Ableben mit ihrer Schwester, nachdem er durch Vermittlung des Kaisers den päpstlichen Dispens dazu erlangt hatte. Dank diesem Dispens errichtete Raimund in Gradisca das Servitenkloster. –