Zum Inhalt springen

BLKÖ:Tarnóczy, die Adelsfamilie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Tarnóczy, Andreas
Band: 43 (1881), ab Seite: 80. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Tarnóczy, die Adelsfamilie|43|80|}}

Die Tarnóczy. Der Name Tarnóczy kommt mehreren Adelsfamilien in Ungarn zu, so den Tarnóczy von Alsó-Lelócz und Jezernicze, einer noch heute in Ungarn blühenden Familie; den im Trencsiner Comitate ansässigen Tarnóczy, welchen der berühmte protestantische Superintendent Martin [81] [S. 82, Nr. 5] angehört; den Tarnóczy de eadem, die bereits im siebzehnten Jahrhunderte erloschen sind, und den gleichfalls ausgestorbenen Tarnóczy de Királyfalva, über welche nur die spärlichsten Nachrichten vorliegen. Die ansehnlichste und historisch am meisten denkwürdige Familie sind die Tarnóczy von Alsó-Lelócz und Jezernicze, von welchen sich im vorigen Jahrhunderte ein Zweig loslöste und nach Tirol übersiedelte, wo derselbe heute noch fortblüht, und welchem der Salzburger Erzbischof Maximilian von Tarnóczy [s. d. S 78] angehört. Herr Iván Nagy gedenkt in seinem Adelswerke „Magyarország családai“ dieses Zweiges mit keiner Sylbe, obwohl diese Tarnóczy eine alte ungarische Familie sind, welche ihre Stammregister bis ins fünfzehnte Jahrhundert zurückführt, in welchem ein Valentin als Ahnherr dieser Familie genannt wird. Sein Ururenkel Martin schreibt sich zuerst Tarnóczy de Jezernicze, und dessen Sohn Andreas fügte obigem Namen noch das Prädicat de Alsó-Lelócz hinzu. Der gegenwärtige Chef des Hauses ist Kasimir [siehe die Nebenspalte, Nr. 4], dessen Sohn Béla, Barser Vicegespan, mit Riza Vosjnich den Sohn Kasimir (geb. 1864) zeugend, das Geschlecht fortpflanzte.

Wappen. Quergetheilter blaurother Schild. In der oberen blauen Hälfte schreitet auf der Theilungslinie ein geflügelter Löwe mit ausgereckter rother Zunge und emporgeschlagenem Schwanze, in beiden Ecken rechts von einem goldenen Sterne, links vom Halbmonde begleitet; in der unteren rothen Hälfte ein nach rechts laufender im Halse von einem goldenen Pfeile durchbohrter weißer Hund. Auf dem Schilde ruht ein rechtsgekehrter Turnierhelm, aus dessen Krone der erwähnte geflügelte Löwe hervorwächst, dessen rechte Vorderpranke drei Tulpen emporhält. Die Helmdecken sind rechts blau, links roth, beiderseits mit Gold unterlegt. Devise. Auf silbernem Bande in schwarzen Uncialbuchstaben: „Opressurn defendo“.