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BLKÖ:Straß Ritter von Hohenstraeten, Karl van der

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Straßen, von der
Band: 39 (1879), ab Seite: 263. (Quelle)
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Straß Ritter von Hohenstraeten, Karl van der[BN 1] (Mitglied des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes, geb. zu Neutitschein in Mähren am 7. Mai 1817). Er entstammt einer niederländischen, jetzt in Belgien, Preußen und Oesterreich ansässigen, in letzterem Reiche seit 1875 in den Ritterstand erhobenen Familie [siehe die Quellen S. 264]. Sein Vater Karl Daniel war Doctor der Medicin und k. k. Regimentsarzt, die Mutter Barbara eine geborene Faschank. Karl widmete sich nach beendeten Vorbereitungsschulen den rechts- und staatswissenschaftlichen Studien, aus denen er am 2. April 1840 die Doctorwürde erlangte. Am 7. August 1846 erfolgte seine Ernennung zum mährisch-schlesischen Agenten und am 31. October 1848 zum mähr.-schles. Landes-Advocaten für Bielitz in Schlesien, wo er seit 27. März 1849 zugleich als Wechselnotar fungirte. Anfangs Jänner 1855 kam er als Advocat nach Neutitschein, von da am 13. October 1860 in gleicher Eigenschaft nach Brünn. Am 8. Mai [264] 1848 ging er aus den Wahlen für den mährisch-schlesischen Landtag als Vertreter der Stadt Bielitz, am 13. Mai aus jenen für das Frankfurter Parlament (constituirende deutsche Nationalversammlung) als Abgeordneter des Bielitzer Wahlbezirkes hervor. In Frankfurt vertrat er zu dieser Zeit, wie auch später, den großösterreichischen Standpunct. Im Jahre 1861 wurde er wieder in den mährisch-schlesischen Landtag, dieses Mal als Vertreter des Landwahlbezirkes Neutitschein-Fulnek-Freiberg geschickt, im Landtage aber fand im nämlichen Jahre seine Wahl zum Abgeordneten des österreichischen Reichsrathes statt. Bei der neuen Wahlperiode im Jahre 1867 sendeten ihn die Städte Neutitschein und Stramberg in den mährischen Landtag und dieser ihn am 10. April d. J. in das Abgeordnetenhaus des Reichsrathes. In der Reichsraths-Session 1872 war S. mit der Berichterstattung über die neue Strafproceßordnung betraut. Am 21. Jänner 1873 erfolgte seine Wahl zum Mitgliede des Staatsgerichtshofes. In Anbetracht seiner vielfachen Verdienste als Rechtsanwalt, Landtags- und Reichsrathsabgeordneter wurde ihm mit ah. Handschreiben ddo. 17. April 1873 der Orden der eisernen Krone dritter Classe und den Statuten desselben gemäß im Jahre 1875 der erbländische Ritterstand mit dem Prädicate von Hohenstraeten verliehen. Am 12. März 1876 wählte ihn die Stadt Brünn zu ihrem Bürgermeister. Einige Zeit war van der Straß auch in seinem Fache schriftstellerisch thätig. Der von Dr. Wildner von Maithstein in den Jahren 1839–1844 herausgegebene „Jurist“ enthält von ihm folgende Aufsätze: „Widerlegung der in dem 3. Hefte, Bd. X des „Jurist“ aufgenommenen Abhandlung über die Begriffsbestimmung der Ausdrücke „Blutsverwandte“ und „Blutsfreundschaft“ in den §§. 141 und 142 der allgemeinen, dann 216 und 217 der galizischen Gerichtsordnung“ [Bd. XII, S. 86 u. f.]; – „Beitrag zur Beantwortung der Frage: Kann ein Kind nach österreichischen Gesetzen mehr als Einen leiblichen Vater haben?“ [Bd. XV, S. 470] und „Kann den übergangenen Kindern eines enterbten Notherben auf Grund des §. 733 des a. b. G. B. ein Klagerecht zukommen?“ [Bd. XVI, S. 435]. – Ueber Straß’s Familienstand aus seiner Ehe mit Emilie Meißner siehe die Quellen.

Der Reichsrath. Biographische Skizzen der Mitglieder des Herren- und Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes (Wien 1861, Fr. Forster, 8°.) Heft I, S. 48. – Ritterstands-Diplom ddo. Wien, 23. Juni 1875.
Zur Genealogie der Familie Van der Straß. Die Voreltern Karls van der Straß (nicht zu verwechseln mit der ursprünglich aus der Schweiz stammenden Familie von der Straßen, aus welcher etliche Sprossen für Oesterreich denkwürdig sind und deren weiter unten Erwähnung geschieht) stammen aus dem Hennegau, wo Ende des siebzehnten und Anfang des achtzehnten Jahrhunderts Jean van Overstraeten zu Chièvres lebte. Dieser hatte aus seiner Ehe mit Marie geborenen Ber einen Sohn Norbert (geb. 1705), der (seit 6. November 1731) mit Maria Josepha geborenen Raton vermält war. Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne: Benoni van Overstraeten und Danil (Denis) Joseph van Overstraeten, genannt van de Stradt, später van der Straß. Benoni (geb. 19. Juli 1735) vermälte sich am 10. Februar 1756 mit Maria Josepha geborenen Fourmanoy und wurde mit derselben der Stifter der noch in Belgien blühenden Linie, genannt van de Straden. Danil Joseph (geb. 12. Februar 1739, gest. zu Groß-Glogau am 12, Mai 1784) [265] stiftete die österreichische Linie. Sein älterer Sohn Karl Daniel Jacob van der Straß (geb. zu Glogau 23. August 1770, gest. zu Neutitschein am 11. August 1827) vermälte sich am 22. Juni 1813 mit Barbara Faschank (geb. 20. October 1792, gest. 6. October 1857). Aus dieser Ehe stammt der Reichsrathsabgeordnete und jetzige Bürgermeister der Stadt Brünn Karl van der Straß Ritter von Hohenstraeten, dessen Lebensskizze S. 263 mitgetheilt wurde. Karl van der Straß vermälte sich am 21. September 1848 mit Emilie Meißner (geb. 6. Juni 1824), der Tochter des (1863 gestorbenen) gräflich Podstatzky-Liechtenstein’schen Wirthschaftsdirectors Ferdinand Meißner. Aus dieser Ehe sind zwei Kinder vorhanden: ein Sohn, Karl Ferdinand Daniel (geb. zu Bielitz 10. October 1849), Doctor der Rechte und k. k. Lieutenant in der Reserve, und eine Tochter, Emilie Barbara Josepha (geb. zu Bielitz 7. December 1852). Danil Josephs jüngerer Sohn Joseph Gottlieb Anton (geb. 31. März 1777, gest. zu Oppeln im Jahre 1840) vermälte sich am 25. November 1799 mit Johanna Eleonora geborenen Schild (gest. 1822) und ist mit ihr der Stifter der in Preußen (Schlesien und Westphalen) blühenden Linie van der Straß, seit 1862 genannt von Overstraeten

Berichtigungen und Nachträge

  1. Van der Straß, siehe: Straß von Hohenstraten, Karl van der [Bd. XXXIX, S. 263]. Nachtrag. Karl Straß von Hohenstraten starb am 29. Mai 1880. Van der Straß [Bd. 49, S. 250.]