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BLKÖ:Stadl, Hans Rudolph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stadl, Hans Christoph
Band: 37 (1878), ab Seite: 50. (Quelle)
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6. Hans Rudolph Stadl, welcher in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lebte, uns von dem Freiherr von Hammer-Purgstall in seiner „Gallerin auf der Rieggersburg“, ein höchst charakteristisches Bild entwirft. Die in Gratz erscheinende Tagespost enthielt im J. 1862, [51] Nr. 40, im Feuilleton den Artikel: „Aus dem Culturleben der Steiermark VI. Ein Eheproceß des 17. Jahrhunderts“, welcher über die Ehescheidung des Hans Rudolph von Stadl von seiner Frau, einer geborenen Freiin von Wechsler, Ausführliches erzählt, und ein ganz eigenthümliches Bild ehemännischer Rohheit, ja Verthierung eines Edelmannes bietet. Komisch genug bezeichnet die „Tagespost“ als Quelle ihrer Mittheilung: „Hammer-Purgstalls Gallerie der Riegersburg“, statt „Die Gallerin auf der Riegersburg“ ein dreibändiges Werk, worin Hammer die Geschichte der denkwürdigen Gallerin erzählt. Hans Rudolphs vorerwähnte Gemalin, eine geborene Wechsler, hieß Elisabeth Katharina, und war in erster Ehe mit Hans Wilhelm von Galler vermält, der im Jahre 1649 als Hofkriegsraths-Präsident starb. Als Katharina Elisabeths einziger Bruder Seifried von Wechsler in jungen Jahren starb, und kurze Zeit darauf (1648) ihm auch dessen Oheim Sigmund von Wechsler , der letzte männliche Sproß dieses Geschlechtes, folgte, fiel dessen großes, aus in Steiermark liegenden Gütern bestehendes Vermögen an Seifrieds Schwester, die vorbenannte Elisabeth Katharina , welche ihren Wohnsitz auf der Riegersburg hatte. Nach ihres ersten Gatten, des Hofkriegsraths-Präsidenten Hans Wilhelm von Galler , Tode, erweiterte sie durch großartige Bauten ihr Schloß Riegersburg und machte es so zu einer wichtigen Grenzfestung wider die Türken. In ihrem zweiten Manne, dem kaiserlichen Oberst Freiherrn Detloff von Kapell , gab sie dem Schlosse einen Commandanten. Aber dieser fiel schon 1664 bei St. Gotthard, in der siegreichen Schlacht, welche Montecuculi den Türken geliefert. Zehn Monate nach Detloff ’s Tode vermälte sich Elisabeth Katharina zum dritten Male mit dem oben benannten Hans Rudolph Freiherrn von Stadl , welcher seine Frau auf die roheste, schimpflichste, eines Edelmannes ganz und gar unwürdige Weise behandelte. In Folge dessen hinterließ Elisabeth Katharina , ihre Besitzungen ihrem einzigen Kinde erster Ehe Regina , welche mit Johann Ernst Grafen Purgstall [Bd. XXIV, S. 87, Nr. 13] vermält war. –