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BLKÖ:Schwichlik, Anton Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schwetz, Johann B.
Band: 32 (1876), ab Seite: 379. (Quelle)
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Schwichlik (čechisch: Švihlik), Anton Alexander (Jugendschriftsteller, geb. zu Königsberg in Böhmen 6. Februar 1794, gest. zu Tachlovič, 26. September 1846). Nach beendeten Vorbereitungsstudien begann er die Theologie und erhielt am 10. August 1825 die Priesterweihe. Nun in der Seelsorge verwendet, wurde er Caplan zu Janovič, dann Administrator zu Tachlović, in welcher Eigenschaft er fünfzigjährig starb. Von früher Zeit voll Interesse für die heimische Sprache und Literatur, lag ihm die Entwicklung der ersteren sehr am Herzen. Dabei sammelte er mit Fleiß und Sorgfalt Volks- und Ortssagen, schrieb moralische und historische Erzählungen und zeigte dabei ein hübsches Erzählertalent, das ihn wohl auch zu einem volksthümlichen Schriftsteller befähigt haben würde. Sein Biograph meint, daß es sehr bedauerlich sei, daß man damals statt an diesen volksthümlichen Gaben lieber an Uebersetzungen der verkehrten Arbeiten eines Clauren, van der Velde, Schmid, Nieritz und Hoffmann Gefallen fand. Die Nebeneinanderstellung der genannten Namen ist mehr als komisch. Wie kommen der schlüpfrige Clauren, der oberflächliche van der Velden, beide leider zu ihrer Zeit beliebte Unterhaltungs-Autoren, mit den berühmten und vielleicht unerreichten deutschen Jugendschriftstellern Christoph Schmid, Gustav Nieritz, Hoffmann in eine Linie zusammen? Diese letzten drei Jugendschriftsteller, wie solche kaum ein anderes Volk in ähnlicher Art aufzuweisen hat und deren Arbeiten in die meisten gebildeten Sprachen des Continents übertragen sind. Die Čechen haben das auch, wie billig, erkannt und um den Schmerzensruf des Herrn Ra, Biographen Schwichlik’s, unbekümmert, viele Werke der genannten deutschen Jugendschriftsteller in’s Čechische übersetzt. Doch soll durch diese Apostrophe der Werth der Arbeiten Schwichlik’s nicht im geringsten geschmälert, sondern nur ein seichtes Urtheil abgefertigt werden. [380] Die Titel derselben sind: „Jan Bohumysl. Původní mravná povídka“, d. i. Johann Bohumysl (etwa Gottdank), eine sittliche Original-Erzählung (Prag 1825, Straschiripka); – „Edmund a Belinka. Původní mravná povídka“, d. i. Edmund und Belina u. s. w. (Königgrätz 1832, Pospišil, 8°.); – „Albina. Původní“ u. s. w., d. i. Albina (Prag 1842, W. Heß, 8°.); – „Helena z Jilovi. Původní“ u. s. w., d. i. Helene von Iglau (Prag 1841, 8°.); – „Blahoslav a Valdburga“, d. i. Blahoslaw und Waldburg (Prag 1831, 8°.); – „Slavibor aneb: Podvrženec“, d. i. Slavibor, oder das untergeschobene Kind (Prag 1842, Heß, 8°.); – „Marcel poutník z dvanáctého století“, d. i. Marcel, der Pilger aus dem 12. Jahrhunderte (Prag 1843, 8°.); – „Nalezenec“ d. i. Der Findling u. s. w., 2 Theile (ebd. 1844, Heß, 8°.); – „Pravidla hry dovolene“, d. i. Ein Spielbuch (Prag 1839). Ein ihm von Ra, im „Slovník“ zugeschriebenes Andachtsbuch: „Der Kreuzweg“ (cesta křižova) (Prag 1836, erzbischöfl. Druckerei, 8°.) ist nicht von obigem Anton Alexander Schwichlik, sondern von J. Schwichlik (Švihlik).

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladisl. Rieger (Prag 1859, I. L. Kober, Lex. 8°.) Bd. IX, S. 224.