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BLKÖ:Schams, Franz (Maler)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schanda
Band: 29 (1875), ab Seite: 113. (Quelle)
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Schams, Franz (Maler, Zeichner, Lithograph, geb. zu Wien im Jahre 1823). Der Sohn eines Schneiders. Da er ein ausgesprochenes Talent für die Kunst besaß, trat er im Mai 1837, damals 14 Jahre, in die k. k. Akademie der bildenden Künste, in welcher er sich dem Historienfache widmete. Im Jahre 1852 stellte er im November zum ersten Male im österreichischen Kunstverein aus und seit dieser Zeit beschickte er fleißig die Ausstellungen dieses Vereins. So geben denn die von ihm ausgestellten Gemälde, Zeichnungen und Lithographien ein annähernd ziemlich vollständiges Bild seiner künstlerischen Thätigkeit und Herausgeber läßt des Künstlers Werke hier in chronologischer Aufzählung folgen. Das historische Genre, wenn es gestattet ist, diesen Ausdruck zu gebrauchen, ist es vornehmlich, das S. mit Glück pflegt, und zunächst daran schließen sich kleine humoristische Vorfälle aus dem täglichen Leben, welche S. mit besonderer Vorliebe behandelt. Von Schams’ Bildern in Oel und sonstigen Arbeiten waren in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins in Wien zu sehen, im Jahre 1852, im November: „Koltschitzky bringt dem Grafen Starhemberg die Nachricht von dem zum Entsatze heranrückenden kais. Heere“ (Eigenthum des Bürgermeisters Zelinka); – December: „Clavierübung mit der linken Hand“ (250 fl.); – 1858, Juni: „Aufforderung zum Kreuzzuge“ (vom Kunstverein angekauft um 550 fl.); – November: „Bilderkrämerei auf einem Jahrmarkte“ (370 fl.); – December: „Bauernküche“ (Eigenthum des Herrn F. Schön); – 1855, April: „Mariä Heimsuchung“, Altarblatt für die Kirche in Auersthal bei Wagram; – September: „Mittelalterliches Wirthshaus an der Strasse“ (110 fl.); – 1856, Mai: „Friedrich Schiller liest seinen Mitschülern in der Karlsschule zu Stuttgart sein Trauerspiel: „Die Räuber“ vor“ (vom K. V. angek. um 800 fl.); – 1857, Februar: „Ein Brautpaar“ (400 fl.); – Mai: „Ein Moment aus Mozart’ss letzten Tagen“ (vom K. V. angek. um 500 fl.); – 1858, Jänner: „Römische Wallfahrer“ (vom K. V. angek. um 200 fl.); – 1859, Jänner: „Mozart als Knabe an der Orgel“ (vom K. V. angek. um 550 fl.); – 1860. Jänner: „Kaiser Joseph im Controlorgange“ (vom K. V. [114] angek. um 1000 fl.), der Künstler fertigte davon zuerst eine Kohlenskizze, dann eine Farbenskizze (150 fl.), im Jahre 1858 bei St. Anna in Wien ausgestellt; – November: „Der Versucher“ (350 fl.); – 1861, Jänner: „Ein Portier“ (130 fl.); – April: „Der bürgerliche Scharfschützen-Unterofficier“ (vom K. V. angek. um 230 fl.); – 1862, Jänner: „Eine sehr wichtige Neuigkeit“ (300 fl.); – April: „Kaiser Joseph II. und Papst Pius VI.“, Original-Lithographie von des Künstlers eigener Hand; Mai: „Das erste (Kolschützky’sche) Kaffeehaus in Wien. 1684“ (650 fl.); – Juni: „Die Erstürmung der Veste Rauhenstein durch die Wiener. 1467“. Aquarell (50 fl.); – 1863, März: „Der liebe Nachbar“. Aquarell-Imitation (Eigenthum von Reiffenstein und Rösch); – September: „Nach dem Hochzeitsschmause“ (vom K. V. angek. um 450 fl.); – 1864, Juli: „Die Verlassene“ (550 fl.); – „Der Schlosswächter“ (100 fl.); – September: „Das echte Testament“; – „Verschüttet“, zwei Concursskizzen; – 1865, Februar: „Erstürmung des Königshügels“; – „Gefecht bei Oeversee“. dieses und das vorige Chromolithographien nach Bleibtreu, Verlag von Reiffenstein u. Rösch (à 25 fl.); – November: „Die Verschütteten“, nach der Concursskizze im Auftrage des österr. Kunstvereins in Oel gemalt (700 fl.), – 1866, März: „Jugenderinnerung“ (200 fl.); – September: „Der Pädagog“ (200 fl.); – December: „Die versäumte Predigt“ (150 fl., Eigenthum des Grafen Braida); – 1868, Juli: „Recognoscirung der feindlichen Stellung“ (Eigenthum des Herrn Sterio); – 1871, Jänner: „Briefbote“ (250 fl.); – in der III. allgemeinen deutschen Kunstausstellung in Wien im September 1868: „Die Verlassene“; – „Nach dem Hochzeitsschmause“; – in den Jahres-Ausstellungen bei St. Anna, 1859: „Schiller und Herzog Karl von Württemberg“ (350 fl.); – in der I. großen internationalen Kunstausstellung im Künstlerhause in Wien, im April 1869: „Vor der Taufe“ (500 fl.); – in der II. großen internationalen Kunstausstellung in Wien im April 1870: „Der neue Bürgermeister“ (550 fl.); – in der III. gr. intern. Kunstausstellung im April 1871 und in der Kunsthalle der Weltausstellung 1873 in Wien: „Wiederholt kundgemachte Verordnung“ (800 fl., Eigenthum des Herrn Rothberger); – in der deutschen allgemeinen und historischen Kunstausstellung in München, 1858: „Aufforderung zum Kreuzzuge“. In der modernen Abtheilung der kaiserlichen Gemälde-Gallerie im Belvedere ist Schams durch eines seiner früheren Bilder vertreten. Es stellt den „Als Minnesänger verkleideten Herzog Friedrich IV., der von seinen treuen Tirolern erkannt wird“ vor; es ist 3 Schuh 8 Zoll hoch und 3 Schuh 11 Zoll breit, auf Leinwand gemalt und „F. Schams 1851“ bezeichnet. Was die künstlerische Bedeutung S.’s betrifft, so stimmen die Urtheile darin überein, daß seine Arbeiten Leben und Wahrheit athmen, daß sie mit Sorgfalt bis in das kleinste Detail ausgeführt sind; weniger glücklich im historischen, ist er Meister im humoristischen Genre, in welchem er seine Wirkung auf den Beschauer nie verfehlt und seinen Gegenstand oft mit echt künstlerischer Malice, wie sein Bild: „Eine sehr wichtige Neuigkeit“ es beweist, behandelt. Er wählt meist interessante Stoffe, man sieht es seinen Bildern an: der Künstler gehöre zu den Denkern in seinem Fache.

Bohemia (Prager polit. u. belletrist. Blatt, 4°.) 1862, Nr. 126, im Ausstellungsberichte. – Debatte (Wiener polit. Blatt) 1865, Nr. 298, im Ausstellungsbericht. – Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) [115] 1861, Nr. 1 12, in der Rubrik: „Theater und Kunst“. – Kölnische Zeitung 1861, Nr. 289, im Feuilleton in Herm. Becker’s Ausstellungsbericht. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1866, Nr. 834; 1867, Nr. 1129. – Ostdeutsche Post (Wiener Blatt) 1857, Nr. 103. Im Ausstellungsbericht von L. J. Semlitsch. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1863, Nr. 263, im „Kunstberichte“. – Vaterland (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 92, im Feuilleton. – Vorstadt-Zeitung (Wiener polit. Bl.) 1863, Nr. 111, im Feuilleton im Ausstellungsbericht. – Wiener Lloyd 1864, Nr. 126, im Ausstellungsbericht. – Zellner’s Blätter für Musik, Theater u. s. w. (Wien, kl. Fol.) 1864, Nr. 43; 1866, Nr. 100; 1868, Nr. 63, in den Ausstellungsberichten. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Professor Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 433. Das Alter des Künstlers wird verschieden angegeben, nach Engerth’s Belvedere-Katalog, moderne Schule, ist er im Jahre 1824, nach Müller-Klunzinger bereits 1821 geboren. Das Aufnahms-Protokoll der Wiener Akademie der bildenden Künste gibt das Jahr 1823 als sein Geburtsjahr an. – Monats-Verzeichnisse des österreichischen Kunstvereins, 1852, November Nr. 2; December Nr. 49; 1853, Juni Nr. 37; November Nr. 2; December Nr. 54; 1855, April Nr. 15; September Nr. 22; 1856, Mai Nr. 31; 1857, Februar Nr. 7; Mai Nr. 37; 1858, Jänner Nr. 19; 1859, Jänner Nr. 44; 1860, Jänner Nr. 37; November Nr. 6; 1861, Jänner Nr. 17; April Nr. 19; 1862, Jänner Nr. 18; April Nr. 62; Mai Nr. 32; Juni Nr. 224; 1863, März Nr. 83; September Nr. 22; 1864, Juli Nr. 3, 30; September Nr. 106, 107; 1865, Februar Nr. 78, 79; November Nr. 38; 1866, März Nr. 5; September Nr. 37; December Nr. 100; 1868, Juni Nr. 21; Juli und August Nr. 20, 25; 1871. Jänner Nr. 81. – Kataloge der Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna, 1858, S 20, Nr. 305, 306; 1859, S. 10, Nr. 162; 1864. S. 7, Nr. 127.