Zum Inhalt springen

BLKÖ:Rothschütz, Georg Sigmund Freiherr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 27 (1874), ab Seite: 143. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Georg Sigmund Rothschütz in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Rothschütz, Georg Sigmund Freiherr|27|143|}}

Rothschütz, Georg Sigmund Freiherr (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Bernhof in Sachsen im Jahre 1730, gest. zu Preßburg 14. Juli 1775). Entstammt einer älteren Adelsfamilie, über welche die Quellen nähere Nachrichten geben. Freiherr Georg Sigismund trat, 16 Jahre alt, in die kaiserliche Armee, in [144] welcher er sich bald durch Muth und Talent bemerkbar machte. Zu Anbeginn des siebenjährigen Krieges, 1756, damals erst 26 Jahre alt, war R. bereits Major und der Herzog von Lothringen wählte ihn zu seinem General-Adjutanten. In dieser Stellung machte er alle Feldzüge mit, bis er zum Obersten befördert wurde. Bei vielen Gelegenheiten gab er solche Proben seiner Bravour, daß ihn Feldmarschall Daun zu allen Aufträgen verwendete, welche besonders wichtig und gefährlich waren und rasch ausgeführt werden mußten. Im Treffen bei Maxen – am 20. und 21. November 1759 – erkämpfte er sich das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Im Gewirre des Kampfes erspähte nämlich R. eine Gelegenheit, mit unserer Cavallerie der feindlichen Infanterie mit Erfolg in die Flanke zu fallen. Sofort nahm er einige Schwadronen, rückte dem dieses Angriffs sich nicht versehenden Feinde hart an den Leib und eröffnete sofort eine Attaque, in welcher der Feind völlig über den Haufen geworfen und 10 Kanonen mit den Fahnen von 2 Bataillonen erbeutet wurden. Mit der Nachricht von dem Siege bei Hochkirch wurde R. nach Wien geschickt; er beschleunigte bei dieser Gelegenheit seine Reise derart, daß er der Kaiserin zu ihrem Namenstage diese Freudenbotschaft überbringen konnte. Als Oberst kehrte R. zur Armee zurück. Im Jahre 1763 kam er in gleicher Eigenschaft zu Bretlach-Kürassieren und rückte im Jahre 1771 zum General-Major vor. In der 5. Promotion (23. Jänner 1760) wurde er mit dem Maria Theresien-Orden ausgezeichnet. In der Friedensepoche betheiligte er sich mit großem Erfolge an der Vervollkommnung der Armee-Organisation. Schon früher hatte ihm die Kaiserin ein Kürassier-Regiment verliehen, das aber im Jahre 1772 reducirt wurde. Zu Anfang des Jahres 1775 erhielt er die zweite Inhaberstelle des 8. Kürassier-Regiments – erster war der Erzherzog Maximilian – aber schon wenige Monate darnach starb er zu Preßburg, erst 45 Jahre alt.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 106 u. 1729. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser (Gotha, Justus Perthes, 32°.) XII. Jahrg. (1862), S. 643.