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BLKÖ:Purkyně, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Purschka, Norbert
Band: 24 (1872), ab Seite: 103. (Quelle)
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Purkyně, Karl (Maler, geb. zu Breslau 15. März 1834, gest. zu Prag 5. April 1868). Der jüngere Sohn des Naturforschers Johann Ev. Purkyně. In Breslau besuchte er die ersten Gymnasialclassen und in Prag, als er dahin mit seinem Vater im Jahre 1850 übersiedelte, die Realschule, aus welcher er dann, sich der Kunst widmend, in die Prager Maler-Akademie trat. Nachdem er an derselben einige Zeit gearbeitet, begab er sich zuerst nach Dresden, dann nach München, wohin ihn das durch den König Ludwig geweckte Kunstleben trieb. Von München reiste er nach Paris, wo er längere Zeit verweilte, und dann nach Venedig. Ueberall studirte er die alten Meister, meist Historienmaler und copirte mehrere berühmte Bilder derselben so z. B. Murillo und malte auch eigene Bilder, meist Genrestücke und Porträte, die er im J. 1852 in Prag und 1854 in München ausstellte; dann übernahm er für die in Kober’s Verlag erschienene čechische Uebersetzung des „Don Quichote“ die Illustration des zweiten Bandes, worin das Studium französischer Vorbilder unverkennbar, aber auch das illustrative Talent P.’s sich kund gibt. In der letzten Zeit redigirte er den illustrativen Theil der in Prag erscheinenden Zeitschrift „Květy“, d. i. Blüthen, welche manche nette Zeichnung von seiner Hand brachte. Für die Prager čechischen Blätter arbeitete er die Kunstberichte und Kritiken der Ausstellungen. Ein nicht geringes Verdienst erwarb er sich überdieß im Jahre 1864 bei Gelegenheit der Shakespeare-Säcularfeier, indem er im Theater zu Prag die künstlerische Partie der Feier mit großem Geschicke besorgt hatte. In dem schönsten Alter von erst 34 Jahren raffte den noch vielversprechenden Künstler zum tiefsten Schmerze des greisen Vaters der Tod hin.

Světozor (Prager čechisches illustr. Blatt) 1868, Nr. 1 u. 17. S. 168: „Karel Purkyně“. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. VI, S. 1120, Nr. 3.