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BLKÖ:Peška, Friedrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pesjak, Luise
Band: 22 (1870), ab Seite: 50. (Quelle)
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Peška [sprich: Peschka], Friedrich (čechischer Schriftsteller, geb. zu Wildenschwert in Böhmen 25. October 1820). Nachdem er drei Jahre die Ortsschule besucht hatte, schickten ihn die Eltern nach Müglitz in Mähren, damit er dort die deutsche Sprache erlerne, worauf er auf das Gymnasium nach Leitomischl kam, wo er sieben Classen, die achte aber in Brünn unter Professor Klácel [Bd. XII, S. 1] beendete. Nun bezog er die Prager Hochschule, hörte die Rechte, nach deren Beendigung er in die Dienste des Prager Magistrates trat, an welchem er seit dem Jahre 1864 die Stelle eines Rathes bekleidet. Schon seit dem Jahre 1842, damals noch anonym, betheiligte er sich mit schriftstellerischen Arbeiten an den belletristischen Blättern seines Vaterlandes und wirkte bei der Bildung der patriotischen Vereine mit, welche in den Kreisen des Prager Gewerbestandes im Zuge war. Im Jahre 1848 war er auch einige Zeit Obmann des National-Ausschusses, der aber nicht lange seine Thätigkeit entfaltete. Herausgegeben hat er folgende Schriften: „Slova přátelstvi a lásky“, d. i. Worte der Freundschaft und Liebe (Prag 1849), das Buch wurde in der Folge verboten und was davon noch auf dem Lager war, confiscirt; – „Gratulant“, d. i. Der Gratulant, wovon im Jahre 1865 [51] bereits die dritte Auflage erschienen ist; „Naše mohyly, památka výtečníkům českolovanského národu“, d. i. Unsere Berge, Andenken an die Virtuosen des čecho-slavischen Volkes (Prag 1861, Pospišil, 16°.), in Gemeinschaft mit J. V. Jahn herausgegeben; – „Od jara do jara. Našim dítkám“, d. i. Von Frühling zu Frühling. Für unsere Kinder (Prag 1864, 12°.). In der letzteren Zeit ist er ein fleißiger Mitarbeiter der „Humoristický listy“, eines čechischen Spottblattes, das die Deutschen in Oesterreich und ihre hervorragendsten Männer mit der Lauge seines Spottes und seiner Satyre begießt, worin P. jedoch die Pfeile seines čechischen Humors aus einem Verstecke (i. e., ohne Namen) abschießt; ferner des Fachblattes „Právník“, d. i. der Rechtsgelehrte, worin er vorzugsweise aus den städtischen Büchern Musterstücke des alten böhmischen Rechtes mittheilt. Ferner ist er als geschickter Bearbeiter mehrerer Operntexte bekannt. Auch hat er sich als Uebersetzer von Dichtungen des berühmten polnischen Poeten Adam Mickiewicz versucht und eine Probe davon, dessen Ballade: „Die Flucht“ (Útěk) ist im „Časopis českého Muzeum“(1852, Heft 4, S. 112) veröffentlich:; durch einen Irrthum ist dort J. P. Koubek als Uebersetzer angegeben.

Slovník naučný, Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladislaus Rieger (Prag 1859, I. L. Kober, Lex. 8°.) Bd. VI, S. 286.