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BLKÖ:Obermayer, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Obermeier, Joseph
Band: 20 (1869), ab Seite: 458. (Quelle)
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Obermayer, Joseph (Tonkünstler, geb. zu Nezabudicz in Böhmen im Jahre 1749, Todesjahr unbekannt). Da er Talent für Musik besaß, erhielt er darin, und zwar im Violinspiele, guten Unterricht und der berühmte Violinvirtuos und Compositeur Anton Kammel [Bd. X, S. 423] war sein Lehrer. Vincenz Graf Waldstein, der sich für den talentvollen jungen Musicus interessirte, schickte denselben zur weiteren Ausbildung in der Musik nach Italien und dort wurde der berühmte Tartini sein Lehrer. Nach einiger Zeit kehrte er in sein Vaterland und, wie es heißt, wieder in die Dienste des Grafen, seines Mäcens, zurück, dessen Kammerdiener O. gewesen sein soll. Mit dem Grafen hatte O. auch viele Reisen gemacht, auf denselben mancherlei Künstler zu sehen und zu hören Gelegenheit gehabt, wodurch er auch seine eigene künstlerische Ausbildung steigerte. In den letzten zwei Jahrzehenden des 18. Jahrhunderts ließ O. sich mehrmals in Prag öffentlich hören, er galt seiner Zeit für einen der ersten Violinvirtuosen Deutschlands; ganz in der Weise seines Meisters Tartini spielte er das Adagio mit einem Ausdrucke und dabei doch mit einer Zartheit ohne Gleichen, ohne doch im Allegro etwas an der flammenden [459] Gluth seines Vorbildes vermissen zu lassen. Um die Mitte der Neunziger-Jahre gab er seinen Dienst und auch seine Kunst auf und zog sich auf das Land zurück, wo er als Landwirth im Jahre 1816, damals 67 Jahre alt, noch am Leben war. O. hat auch für sein Instrument Mehreres geschrieben, jedoch ist von seinen Compositionen nichts im Drucke erschienen.

Dlabacz (Gottfried Joh.), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 401. – Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813, Kühnel, gr. 8°.) Bd. III, Sp. 601. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Jul. Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1856, R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. III, S. 51. –