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BLKÖ:Nemetz, Andreas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 20 (1869), ab Seite: 182. (Quelle)
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Nemetz, Andreas (Tonsetzer, geb. zu Chalkowitz, einem Dorfe in Mähren, 14. November 1799, gest. zu Wien 21. August 1846). Seine Eltern waren arme Bauersleute, welche der Sohn später viele Jahre lang bis an seinen Tod unterstützte. Schon als Knabe zeigte er großes Talent zur Musik, und um seine Neigung, Violine zu spielen, zu befriedigen, verfertigte er sich selbst ein Instrument, das einer Violine ähnlich sah und ihr ähnliche Töne hervorbringen sollte, dem jedoch so nicht war. Als ihn der Vater in die Dorfschule schickte, lernte er dort etwas Musik; aber erst in Kremsier bei dem Stadt-Turnermeister Leopold Kunerth erlangte er gute Kenntnisse in der Musik und erlernte er auch die deutsche Sprache. Um der Militärstellung [183] zu entgehen, begab er sich später nach Ungarn, lebte vom Unterrichtertheilen einige Zeit in Oedenburg, von wo er sich nach Wien begab, wo er im Orchester des Hof-Operntheaters als Posaunist angestellt wurde und fünf Jahre in dieser Stellung verblieb. Nun trat er als Capellmeister in das Infanterie-Regiment Landgraf Hessen-Homburg Nr. 19, in welchem er durch achtzehn Jahre, bis an seinen im Alter von erst 47 Jahren erfolgten Tode, diente. N. war ein tüchtiger, gründlich gebildeter Musicus, der namentlich die Blasinstrumente mit Meisterschaft behandelte. Ueberdieß spielte er auch Clavier, Guitarre, und Violine. Er hatte mehrere Tänze und Märsche u. dgl. m. für Militärmusik componirt, überdieß aber mehrere theoretische Werke für den Unterricht in jenen Instrumenten, auf denen er Meister war, herausgegeben, und zwar eine „Hornschule für das einfache, das Maschinen- und das Signalhorn“ (Wien, Diabelli); – „Neueste Trompetenschule“ (ebd.) und „Neueste Posaunenschule“ (ebd.). Als sein verdienstlichstes Opus aber wird seine „Allgemeine Musik-Schule für Militärmusik“ (Wien, Diabelli) bezeichnet; das darin enthaltene Arrangement und die Harmonisirung für Militärmusik der Haydn’schen „Volkshymne“ nimmt jedoch der ehemalige Armee-Capellmeister A. Leonhardt [vergl. Allgem. Wiener Musik-Zeitung 1845, Nr. 34, S. 135] als seine Composition in Anspruch.

Allgemeine Wiener Musik-Zeitung herausg. von August Schmidt (Wien, 4°.) Jahrg. 1845, Nr. 34, S. 135: Sonderbares Zusammentreffen“; Jahrg. 1846, Nr. 102, S. 408: Nekrolog. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, gr. 8°.) S. 645. – Schilling (G. Dr.) Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 250 [der in diesem und im Gaßner’schen Lexikon aufgeführte Anton Nemetz ist Niemand anderer, als der obige Andreas, und die in den genannten zwei Werken über ihn mitgetheilten Notizen wurden durch obige Lebensskizze theils berichtigt, theils ergänzt].