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BLKÖ:Malinský, Joseph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 16 (1867), ab Seite: 332. (Quelle)
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Malinský, Joseph (Holz- und Elfenbeinschnitzer, geb. zu Brnian bei Doxan in Böhmen im Jahre 1756, gest. zu Prag im Jahre 1816). Schon als Knabe beurkundete er durch seine ohne Vorbild und Anleitung ausgeführten Schnitzereien ein seltenes Talent, und so wurde denn die Herrschaft auf den Jungen aufmerksam und gab ihn nach Leitmeritz zu einem Bildhauer in die Lehre. Nach zurückgelegten Lehrjahren ging M. nach Prag, wo er sich bleibend niederließ und später auch das Bürgerrecht erhielt. Als Holzschnitzer besaß M. einen bedeutenden Ruf, seine in Holz und Elfenbein ausgeführten Arbeiten, als: Figuren, Blumen u. dgl. m. waren sehr geschätzt und gesucht. Sein Modell des [333] Grabes des heil. Norbert in Strahow, so wie auch die Engel für dasselbe werden von Kennern als Meisterstücke bezeichnet. Auch sind mehrere Denkmäler von ihm, unter anderem das des Erasmus Dionys von Krieger, Suffraganbischofs von Prag, in der Marienkirche zu Altbunzlau, welches er im Jahre 1793 gearbeitet. Franz Graf Sternberg kaufte von ihm ein besonders schön gearbeitetes Crucifix um den Preis von 800 fl., welches aus der Verlassenschaft des Grafen später nach München kam. Viele kleinere, aber mit großem Geschick ausgeführte Elfenbeinschnitzereien befinden sich im Besitze von Privaten in Prag, vornehmlich in jenem des Herrn Emanuel Zdekauer.

Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Haase, kl. 4°.) Bd. II, Sp. 250. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Professor Fr. Müller, fortgesetzt von Dr.Karl Klunzinger (Stuttgart 1857, Ebner u. Seubert. gr. 8°.) Bd. III, S. 11. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VIII, S. 217. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladislaus Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 63.