Zum Inhalt springen

BLKÖ:Lobkowitz, Ladislaus (II.)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 15 (1866), ab Seite: 326. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Ladislaus Popel von Lobkowitz in Wikidata
GND-Eintrag: 1076054951, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Lobkowitz, Ladislaus (II.)|15|326|}}

35. Ladislaus (II.) (geb. 1501, gest. 15. December 1584), von dem Chlumetzer Nebenaste, ein Sohn Ladislaus (I.) aus dessen Ehe mit Anna Kragirz von Kraig. Man nannte ihn im Gegensatze zu seinem Zeitgenossen, dem Ladislaus von dem Zbirower Zweige, auch Ladislaus den Aelteren; er war kön. Kämmerer, seit 20. Jänner 1548 erster Präsident des damals in Prag für die zur Krone Böhmens gehörigen Länder errichteten obersten Appellationshofes, vom Jahre 1570 Oberstburggraf, dann Hofmarschall und zuletzt Oberstlandhofmeister des Königreiches Böhmen. Die bereits ansehnlichen Besitzungen, welche er ererbt, vermehrte er noch durch Ankauf des Städtchens Jistebnice mit vielen Dörfern, und der Veste Kamenice mit allem Zubehör. Von Kaiser Max II. aber erhielt er Neustadt an der Waldnab, eine reichsunmittelbare Herrschaft in der Oberpfalz, geschenkt. Zweimal vermält, zuerst mit Benigna von Starhemberg, verwitweten von Schwarzenberg, und dann mit Johanna Berka von Dub und Lipa, hatte er nur aus zweiter Ehe drei Söhne und fünf Töchter. Nachdem er durch 60 Jahre, unter vier Kaisern, Karl V., Ferdinand I., Max II. und Rudolph II., gedient, starb er im Greisenalter von 83 Jahren. Nach Jungmann’s „Historie literatury české“, S. 142, Nr. 242, wird sein handschriftlicher Nachlaß (wahrscheinlich im Familienarchive zu Raudnitz) noch aufbewahrt. Ueber seine Söhne Ladislaus und Zdenko Adalbert folgt mehr unter Nr. 37 u. 52, S. 326 u. 336. –