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BLKÖ:Lésar, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lertha
Band: 15 (1866), ab Seite: 10. (Quelle)
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Lésar, Anton (Schulmann, geb. zu Suša, einem Dorfe im Rybniker Thale Krains, 14. Jänner 1824). Den ersten Unterricht erhielt er in der Rybniker Schule, dann ging er nach Laibach, wo er folgeweise die Normalschule, das Gymnasium, die philosophischen Jahrgänge besuchte und zuletzt in das theologische Seminar trat, in welchem er im Jahre 1848 die theologischen Studien beendete, dann aber in einer Adelsfamilie eine Erzieherstelle übernahm. Als im Jahre 1849 die Uebersiedlung der Eltern seines Zöglings nach Klagenfurt erfolgte, trat L. in die Seelsorge und wurde Beneficiat zu Idria, von wo ihn im Jahre 1850 der Bischof Anton Alois Wolf als bischöflichen Caplan nach Laibach berief, wo er seit 1852 auch als Lehrer der slovenischen Sprache thätig ist. Auf diesem Posten war L. für die Förderung der bis vor ihm stark vernachlässigten slovenischen Sprache ungemein thätig. Nicht nur daß er überall die Liebe für die durch Germanismen entstellte slovenische Sprache weckte und bemüht war, sie in ihrer Reinheit durch Anwendung wirklich slovenischer Wörter herzustellen, so war er überdieß auch schriftstellerisch thätig, und schrieb für das landwirthschaftliche gemeinnützige Blatt: „Novice“, für die kirchliche Zeitschrift: „Zgodnia danica“, und außer mehreren slovenischen Andachtsbüchern, einem deutschen Gebetbuche für die studirende Jugend unter d. Tit.: „Mein Schutzengel“ (Laibach 1857) und mehreren kirchlichen Handbüchern für die Jugend noch folgende Werke: „Glasoslovje slovenskega jezika“, d. i. Die Lautlehre der slovenischen Sprache (Laibach 1861); – „Zgodbe sv. pisma“, d. i. Geschichten aus der h. Schrift (Wien 1863); – „Zgodbe sv. katoliske cerkve“, d. i. Geschichten der h. katholischen Kirche (Klagenfurt 1863); – „Slovenska slovnica v spregledih“, d. i. Slovenische Grammatik im Grundriß (Laibach 1863); – „Prvi nauk lepo- in hitropisja“, d. i. Erster Unterricht im Schön- und Schnellschreiben (Brünn 1863); – „Ponovilo [11] najpotrebnišich naukov za nedeljske skole na kmetih“, d. i. Wiederholungs-Lesebuch der nothwendigsten Kenntnisse für die Sonntagsschule der Bauern (Wien 1863 und 1864); – „Liturgika ali sveti obredi pri vnanji službi božyi“, I. a II. del, d. i. Liturgik oder die heiligen Gebräuche der christlichen Kirche (Brünn 1863). Ferner übersetzte er für die auf Kosten des Bischofs Wolf ausgeführte Herausgabe der slovenischen Bibel, das Buch Jesus Sirach, die Apostelgeschichte, den Brief des Apostels Paulus an die Epheser und den ersten Brief an die Korinther. Eine von ihm verfaßte topographische Beschreibung des Rybniker Thales liegt druckfertig in Handschrift.

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 1239.