Zum Inhalt springen

BLKÖ:Kuglmayer, Anton Gotthard

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Kuffner, Christoph
Nächster>>>
Kuh, David
Band: 13 (1865), ab Seite: 339. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Gotthard Kuglmayr in der Wikipedia
Gotthard Kuglmayr in Wikidata
GND-Eintrag: 1017815178, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Kuglmayer, Anton Gotthard|13|339|}}

Kuglmayer, Anton Gotthard (Abt des Benedictinerstiftes Admont, geb. zu Wurmberg im Marburger Kreise 15. März 1754, gest. zu Gratz 18. September 1825). Nachdem er in Gratz die philosophischen Studien beendet, trat er im Jahre 1770 in das Benedictinerstift Admont und legte im folgenden Jahre, den Klosternamen Gotthard annehmend, die Ordensgelübde ab. Die Theologie hörte K. an der Hauslehranstalt in Admont, im Jahre 1774 sendete ihn aber sein Abt Matthäus nach Rom, damit er im dortigen Collegium seines Ordens zum h. Callistus die theologischen Studien vollende. In Rom erhielt K. vom Papste Pius VI. im Jahre 1776 die Priesterweihe. Nach einer in das Königreich Neapel unternommenen wissenschaftlichen Reise kehrte er nach Admont zurück, wo er als Sonntagsprediger, dann als Professor des Kirchenrechtes und der Dogmatik und als Stiftsrentmeister thätig war, nach des Abtes Thaddäus Tode aber von seinen Mitbrüdern am 17. April 1788 zum. Abte erwählt wurde. 37 Jahre bekleidete K. die Prälatenstelle und ist seine Regierung eine der Glanzepochen seines Stiftes. Auf die Eisenwerke Admonts richtete K. vor Allem sein Augenmerk, und förderte diesen Fabrikszweig zu einer bis dahin unbekannten Bedeutung. Seine Energie nach dieser Richtung hin hatte die Aufmerksamkeit des Monarchen auf ihn gelenkt und ihn dieser, um die steiermärkisch-österreichischen Eisengewerkschaften neu einzurichten und in Flor zu bringen, an die Spitze derselben gestellt. Bei der Hofcommission, welche wegen des Wiener-Neustädter Canalbaues zusammentrat, führte K. den Vorsitz. Seine innige Vertrautheit mit den Verhältnissen von Ober- und Untersteiermark veranlaßte seine Wahl zum Verordneten der steierischen Stände, welches Amt er 15 Jahre lang gewissenhaft versah. Die Errichtung der Sparcasse in Gratz ist vornehmlich sein Werk, daher diese Anstalt auch ihm, dem Ersten, das Präsidium über dieselbe übertrug. Gründlich wissenschaftlich gebildet, unterstützte er Gelehrte, Schriftsteller und Künstler reichlich. Sein Stift bildete bald einen Kreis so ausgezeichneter Männer, daß man es mit einer Akademie der Wissenschaften zu vergleichen liebte. In Anerkennung seiner Verdienste wurde K. im Jahre 1799 zum geheimen Rathe ernannt und im Jahre 1808 mit dem eben gestifteten Leopold-Orden ausgezeichnet. K. starb im Alter von 71 Jahren und sein ebenbürtiger Nachfolger in der Abtwürde war Benno Kreil, dessen Lebensskizze schon [S. 178 d. Bds.] mitgetheilt wurde.

Steiermärkische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G. F. Schreiner,Dr. Alb. v. Muchar, [340] C. G. Ritter v. Leitner und A. Schrötter (Gratz, 8°.) Neue Folge. VI. Jahrg. (1841), Heft 2, S. 34. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 307. – (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) Jahrgang 1817, S. 523. – Landwirthschaftliche Verhandlungen und Aufsätze (Grätz 1825), Heft 20, S. 169.