Zum Inhalt springen

BLKÖ:Krbec, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Krazmann
Band: 13 (1865), ab Seite: 170. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Johann Krbec in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Krbec, Johann|13|170|}}

Krbec, Johann (theologischer Schriftsteller, geb. zu Mažic im Budweiser Kreise Böhmens 9. October 1791, gest. zu Prag 27. April 1857). Nachdem er im Jahre 1810 die Gymnasialclassen zu Budweis beendet, ging er nach Prag, wo er die Philosophie hörte, und 1812 nach Budweis, wo er in das dortige Seminar eintrat, um Theologie zu studiren. Im Jahre 1815 erhielt er die h. Weihen. Er trat nun in die Seelsorge, war 5 Jahre als Caplan thätig, bis er 1821 Pfarrer zu Slabce im Rakonitzer Kreise wurde. Von dort berief ihn Erzbischof Chlumczańsky zu sich nach Prag, wo er das neugeschaffene Amt eines Pönitentiarius an der St. Veitkirche und zugleich provisorisch die Leitung des neuen geistlichen Correctionshauses zu St. Georg erhielt. Seit er nach Prag übersiedelt, begann er in čechische Blätter zu schreiben, und zwar in den „Časopis pro katolick. duchovenstvo“, in den „Časopis českého Museum“. Im Jahre 1835 wurde er [171] definitiv zum Rector des obenerwähnten geistlichen Correctionshauses, und im Jahre 1842 vom Erzbischof Alois von Schrenk zum erzbisch. Notar ernannt. K. war auf schriftstellerischem Gebiete sehr thätig. In den Jahren 1848 bis 1851 besorgte er die Ausgabe einer neuen böhmischen Bibel. In den Jahren 1854 ging er an die Vorarbeiten zur Herausgabe eines čechischen Cancionals, in welcher Arbeit er schon weit vorausgeschritten war und an deren Vollendung nur durch den Tod unterbrochen wurde. Sonst hat er herausgegeben: „Pořádek života kněžského“, d. i. Die Ordnung des geistlichen Lebenswandels (Prag 1846), eine Uebersetzung aus dem Lateinischen und zugleich mit einer Biographie des Lemberger Erzbischofs Franz de Paula Pištěk; – „Poučení o pití kořalky“, d. i. Die Belehrung über die Branntweinpest (ebd. 1838, 4. Auflage 1846), eine Uebersetzung aus dem Deutschen; – „Malý zelinář“, d. i. Der kleine Gärtner (ebd. 1841); – „Šestinedělní pobožnost k uctění sv. Aloys. Gonzagy“, d. i. Sechswochentliche Andacht zu Ehren des H. Alois Gonzaga (ebd. 1833 und noch öfter); – „Život sv. Jiří“, d. i. Leben des H. Georg (ebd. 1824); – „Desatero knih historie cerkevní“, d. i. Zehn Bücher der Geschichte der Kirche (ebd. 1855), nach dem H. Eusebius; – „O bezženztví kněžském v kat. církvi“, d. i. Von der geistlichen Ehelosigkeit in der katholischen Kirche (ebd. 1845); – „Sv. Frant. Salesia Filothea“, d. i. Die Philothea des H. Franz von Sales (ebd. 1843 und 1850), eine Uebersetzung nach älteren Ausgaben; – „Pobožnost křížové cesty“, d. i. Die Andacht des h. Kreuzweges (ebd. 1840 und öfter); – „Sv. Cyril a Methóděj“, d. i. Die HH. Cyrill und Methodius (ebd. 1847); – „Výtah z posledního pořízení Frant. Langra“, d. i. Auszug aus dem Testamente des Franz Langer (ebd. 1840). Noch soll K. eine Monographie über die Kirche auf dem Laurenzerberge bei Prag, jedoch ohne Angabe seines Namens, verfaßt und herausgegeben haben. Um die čechische Liturgie, namentlich durch Auffinden und Herausgabe älterer kirchlicher Lieder, besitzt K. unbestreitbare Verdienste und in seinen Schriften beurkundet er tüchtige Kenntnisse in der kirchlichen Archäologie. Wie der „Lumír“ in seinem Nekrologe [s. d. Quellen] berichtet, so hatte Wenzel Hanka [Bd. VII, S. 301] an einer ausführlicheren Biographie Krbec’s, seines langjährigen Freundes, gearbeitet. Jedoch scheint dieselbe nicht herausgekommen zu sein.

Lumír, belletristicky tydenník, d. i. Lumir, belletristisches Wochenblatt (Prag, gr. 8°.) Jahrg. 1857, Nr. 18, S. 427 [nach diesem geboren 10. October 1791]. – Slovenské Noviny, d. i. Slovenische Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1857, Nr. 55 [nach dieser geboren 9. October 1791, gestorben 28. April 1857]. – Rittersberg, Kapesní slovníček novinářský i konversační, d. i. Kleines Taschen-Conversations-Lexikon (Prag 1850 und 1851, 12°.) Theil II, S. 297 [nach diesem geb. 9. October 1791]. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 976 [nach diesem geb. 29. October 1791 und gest. 27. April 1857]. – Tagesbote aus Böhmen (Prager politisches Blatt, Fol.) 1857, Nr. 118. – Jungmann (Josef), Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, Řiwnáč, 4°.) Zweite, von W. W. Tomek besorgte Ausgabe, S. 446, Nr. 1066; S. 459, Nr. 1205; S. 480, Nr. 1546; S. 520, Nr. 2425, und S. 585.