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BLKÖ:Jirasek, Franz Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Jirasek, Johann
Band: 10 (1863), ab Seite: 179. (Quelle)
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Jirasek, Franz Anton (Bergmann, Chartograph und Zeichner, geb. zu Leitmeritz in Böhmen 26. März 1781). Sein Vater Johann [siehe den Folgenden] kam im J. 1789, als Franz Anton 8 Jahre zählte, nach Salzburg und dort beendete Franz Anton die philosophischen und rechtswissenschaftlichen Studien und trat im J. 1800, zur Zeit des Einfalls der Franzosen in’s Salzburgische, als Praktikant bei dem eben errichteten Polizeiamte ein. Bald jedoch ging Franz Anton zum Forstwesen über, wurde 1801 Forstpraktikant in Hallein und kam noch im nämlichen Jahre zur Oberstwaldmeisterei in Salzburg. 1802 wurde er Forstrath-Auscultant bei der dortigen Hofkammer; 1803 schickte ihn der Churfürst Ferdinand auf die Forstschule nach Eichstädt, wo sich ihm neben seinem amtlichen Berufe Gelegenheit bot, die größeren Städte Bayerns, u. z. Augsburg, Baireuth, München, Nürnberg, Regensburg u. m. a. zu besuchen. Im J. 1805 wurde J. zum Forstreferenten bei der Hofkammer in Salzburg und zum Inspector des Mappirungsbureaus befördert und dem damals errichteten Oberforstamte als Assessor zugetheilt. J.’s Leistungen im Mappirungsbureau, aus welchem mehrere tüchtige von ihm gebildete Zöglinge hervorgingen, wurden von der Wiener Hofstelle, wie auch von Kennern des Auslandes gewürdigt und der bayerische Legationsrath von Koch-Sternfeld gedenkt desselben in ehrenvoller Weise in seinen „Notizen über Straßen- und Wasserbau und Bodencultur“ (Salzburg 1811, 8°.). J. hat sowohl als Fachmann in seinem Amte, wie auf schriftstellerischem Gebiete und als Künstler Verdienstliches geleistet. Er hat die „Charte von Salzburg und Berchtesgaden“ (Salzburg 1812) gezeichnet, welche ebenso schön als richtig und nur im Steindrucke etwas zu dunkel ausgefallen ist. In der Folge wurde J. zum Bergrathe ernannt, und als im J. 1823 eine Berg- und Salinendirection für den Salzburger Kreis errichtet ward, wurde ihm die unmittelbare Leitung des ausgedehnten (über 100 □ Meilen messenden) Forstbezirkes zugewiesen. J.’s Thätigkeit als Schriftsteller beschränkt sich auf folgende Arbeiten, u. z. auf das selbstständig erschienene Werk: „Beiträge zur botanischen Provincial-Nomenclatur von Salzburg, Baiern und Tirol“ (Salzburg 1806, Duyle), in welchem Werke J. dem Namensverzeichnisse der Pflanzen schätzbare Anmerkungen über die Nahrungsmittel der Alpenbewohner und über die von ihnen selbst bereiteten Medicamente aus dem Pflanzenreiche beigefügt hat. Seine übrigen Schriften sind in periodischen Werken erschienen, u. z. im Sylvan: „Ueber den weißen Hasen“ (1814, S. 25 u. f.); – in Meyer’s Zeitschrift für das Forst- und Jagdwesen in Bayern: „Beiträge [180] zur Forstterminologie in Baiern“ (II. Jahrgang, 4. Heft); – „Bruchstücke einer Geschichte und der Bewirthschaftung der Eichstädtischen Waldungen“ (5. Heft); – „Verzeichniß der im ehemaligen Fürstenthume Eichstädt im Freien fortkommenden Bäume, Sträucher und Erdhölzer“ (III. Jahrg. 1. Heft); – „Unter die Geschäftsverhältnisse der Oberwaldämter in dem ehemaligen Herzogthume Salzburg und Fürstenthume Berchtesgaden“ (2. Heft); – und „Beiträge zu Forstzoologie des Herzogthums Salzburg“ (ebd). Ein Idiotikon von Salzburg – eine sehr umfangreiche Arbeit – hatte er schon in den zwanziger Jahren druckfertig liegen. Noch enthalten das von Vierthaler und Pillwein redigirte „Intelligenzblatt von Salzburg“ und Riedler’s „Archiv“ Aufsätze von localem Interesse aus seiner Feder. Ueberdieß war J. ein geschickter Künstler und zwar ein trefflicher Porträtmaler. Diese Fertigkeit benützte er, um eine Sammlung von Porträten halleinischer Salinen- und salzburgischer Forstbeamten anzulegen, welche sich durch große Aehnlichkeit auszeichnen. Auch begann er früh Alles, was auf Salzburgs Geschichte Bezug hat, eifrig zu sammeln und brachte dadurch eine Sammlung zu Stande, die manchen werthvollen Schatz enthielt. J. scheint im J. 1857 noch am Leben gewesen zu sein, denn Dr. Franz Storch in dem in den Quellen angeführten Werke gedenkt seines Vaters, dessen Todesdatum er angibt, und seiner, bei ihm jedoch nur das Geburtsdatum anführend.

Der Obige und der Folgende erscheinen auch öfter unter dem Namen Irasek. – Storch (Franz Med. Dr.), Skizzen zu einer naturhistorischen Topographie des Herzogthums Salzburg (Salzburg 1857, Mayr, 8°.) S. 7. – Pillwein (Benedict), Biographische Schilderungen oder Lexikon salzburgischer, theils verstorbener, theils lebender Künstler u. s. w. (Salzburg 1821), S. 106.