Zum Inhalt springen

BLKÖ:Hussár, Valentin von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Huß, Karl
Nächster>>>
Hussár, Coloman
Band: 9 (1863), ab Seite: 448. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Valentin von Huszár in Wikidata
GND-Eintrag: 117073377, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Hussár, Valentin von|9|448|}}

Hussár, auch Huszár, Valentin von (Orientalist, geb. zu Wien 26. Juni 1788, gest. zu Wien um das Jahr 1850). Beamtenssohn, der 1800 als Zögling in die orientalische Akademie trat, dieselbe 1807 wieder verließ und zur Internuntiatur nach Constantinopel kam, an der er 20 Jahre hindurch als gründlicher Sprachkenner und Dolmetsch Dienste that. Im Jahre 1823 nach Wien berufen, begleitete er als Legationssecretär den Fürsten Metternich nach Czernowitz, wo eine Zusammenkunft der Kaiser von Oesterreich und Rußland stattfand. 1824 wurde er wirkl. Hofsecretär, 1827 Staatskanzleirath und mit einer außerordentlichen Sendung nach Constantinopel betraut. Unter den schwierigsten politischen Verhältnissen war er dort als erster Dolmetsch in so ausgezeichneter Weise thätig, daß er noch im nämlichen Jahre nach der Schlacht von Navarin mit dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens ausgezeichnet wurde. Im Jahre 1829 wurde er nach Wien zurückberufen und, als im folgenden Jahre die Unruhen an der bosnischen Grenze einen immer drohenderen Charakter annahmen, nach Agram in außerordentlicher Sendung geschickt, von der er nach Beilegung aller Mißhelligkeiten und nach Bereisung der ganzen Militärgrenze zurückkehrte. Am 29. Mai 1838 wurde H. zum wirklichen Hofrathe und geheimen Staatsofficialen ernannt. Seltene und kostbare Manuscripte von seiner Hand befinden sich in der Bibliothek des Serails zu Constantinopel und in der k. k. Privatbibliothek zu Wien. In Ebersberg’s „Zuschauer“ begegnete man seinem Namen oft seit Begründung dieses, namentlich in den ersteren Jahren vortrefflichen Jugendblattes. H. war correspondirendes Mitglied der asiatischen Gesellschaft in Paris, und Sultan Mahmud [449] hatte ihn schon 1836 mit dem Nischani Iftihar in Brillanten ausgezeichnet.

Weiß von Starkenfels (Victor), Die k. k. orientalische Akademie zu Wien (Wien 1839, C. Gerold). S. 70. – Oesterreichischer Zuschauer, herausg. von J. S. Ebersberg (Wien, gr. 8°.) Jahrg. 1837, Bd. II, S. 772. –