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BLKÖ:Herberstein, Wilhelm

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 8 (1862), ab Seite: 343. (Quelle)
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67. Wilhelm (geb. 1489, gest. zu Wien 9. März 1560). Der Stifter der ältern österreichischen, auch von Matzen genannten Linie. Jüngster Sohn Leonhard’s [56] aus dessen Ehe mit Barbara v. Lueg. Auch eine der hervorragendsten Rittergestalten seiner Zeit; führte den jugendlichen Karl, nachmals Kaiser Karl V., über’s Meer nach Spanien in sein Erbreich und erhielt darob von Kaiser Max I. den feierlichen Ritterschlag; focht 1511–1515 im kaiserlichen Heere gegen die Venetianer in Tirol und Friaul. Im Jahre 1529 unter den Vertheidigern des von Soliman hart bedrängten Wien verrichtete er auf der Schotten- und Burgbastei mit vielen Anderen Wunder der Tapferkeit; 1556 zog er mit Andreas von Rintscheid mit 600 Kürassieren zum Entsatze Szigeths dem unvergeßlichen Niklas Zrinyi zu Hilfe. Nach der Herrschaft Matzen, die er 1558 gekauft, wird seine Linie auch genannt; aus seiner Heirath erwarb er die Herrschaft Greißeneck. In seiner Stellung, als der Königin Anna Hof- und Oberstabelmeister, erwarb er sich die besondere Gunst ihres Gemals, des Königs Ferdinand I., der ihm wiederholt Beweise derselben gab. Aus seiner ersten Ehe mit Regina von Plumeneck (seit 2. Jänner 1558) besaß er eine Tochter, Anna, und drei Söhne: Dietrich (geb. 1533, gest. kinderlos 11. Februar 1561), Julius (geb. 1539, gest. 7. April 1605) und Karl (geb. 1538, gest. 24. November 1590), von denen Julius Kriegs-, Karl diese und auch Gesandtschaftsdienste verrichtete und die Linie fortpflanzte. –