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BLKÖ:Haller von Hallerkeö, Ladislaus Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 7 (1861), ab Seite: 253. (Quelle)
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Haller von Hallerkeö, Ladislaus Graf (Obergespan des Marmaroscher Comitates und Schriftsteller, geb. in Ungarn 1717, gest. 1. März 1751). Graf Ladislaus ist ein Sohn des Grafen Gabriel aus dessen Ehe mit Clara Károlyi. Er widmete sich dem Staatsdienste und, erst 24 Jahre alt, wurde er von der Regierung mit einem Auftrage betraut, für dessen umsichtige und taktvolle Ausführung er als Lohn die Würde eines kön. Rathes und eines Obergespans des Marmaroscher Comitates erhielt. Im Jahre 1751, im Alter von 34 Jahren, wurde er zum Oberrichter des Septemviralgerichtes ernannt; aber schon im nämlichen Jahre entriß ihn der Tod der Wissenschaft und dem Staate. Graf Ladislaus war ein Freund der Wissenschaft und Literatur und benützte die Mußestunden zur Vollendung der ersten ungarischen Uebersetzung von Fenelon’s berühmtem Werke: die Reisen des Telemach; aber erst sein Bruder, Graf Gabriel, gab diese Uebersetzung im Drucke heraus; unter dem Titel: „Telemakus Bujdosának történetei, mellyeker Frantzia nyelven irtt Feneloni Saligniak ferentz kameraki Ersek, magyarra forditott Hallerköi Haller László Groff úr Hajdan Fékentetes nemes Máramaros Vármegyének fö Ispannya“, erschien sie zuerst im Jahre 1755 zu Kaschau, und fand solchen Beifall, daß im Jahre 1758 die zweite, im Jahre 1770 die dritte Ausgabe nöthig wurde, von welch’ letzterer auch bereits die ganze Auflage vergriffen ist. In Anbetracht der damals noch wenig ausgebildeten ungarischen Sprache hat sich H. durch diese von Kennern als gelungen bezeichnete Uebersetzung ein nicht geringes Verdienst um die Sprache seines Vaterlandes, welche er sowohl durch Ausdrücke als neue Wendungen [254] bereicherte, erworben. Außerdem hat Graf Ladislaus einen Theil von Ovid’s Metamorphosen in’s Ungarische übertragen; wohin jedoch dieses Fragment nach seinem Tode gekommen, ist nicht bekannt. Graf Ladislaus war mit Rosa Gräfin Forgach vermält [siehe unten die Quellen].

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Daniélik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) S. 179. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1776, Ant. Löwe, 8°.) Tom. II, p. 72. – Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie, II. Sect. 1. Theil, S. 306. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. II, S. 483. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de M. le Dr. Hoefer, Bd. XXIII, Sp. 184. – Nagy (Iván). Magyarország családai czimerekkel és leszármazási táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1859, Rath). Bd. V, S. 29, Stammtafel III u. S. 35. – Kővári (László), Erdély nevezetesebb családai, d. i. Siebenbürgens berühmtere Familien (Klausenburg 1854, Barra u. Stein, 8°.) S. 107 Stammtafel u. S. 109 Text. – Stand der Familie des Grafen Ladislaus. Graf Ladislaus war mit Rosa Gräfin Forgach vermält, aus welcher Ehe Graf Gabriel (gest. 1819) stammt. Aus dessen Ehe mit Clara Bornemisza entstammen zwei Söhne: Graf Ladislaus (gest. 1837) und Graf Gabriel (gest. 1832). Graf Ladislaus war mit Anna Gräfin Gyulay vermält und deren einzige Tochter Anna (geb. 1815) ist bereits zweimal verheirathet, das erste Mal mit Georg Grafen Kálnoky, das andere Mal mit Sigmund Baron Szent-Kereszti. Des Grafen Ladislaus Bruder, Graf Gabriel, vermälte sich mit Antonia Gräfin Bethlen, welche ihm drei Kinder gebar: Graf Georg (geb. 1818), Gräfin Franzisca, vermälte Baron Ludwig Josika (gest. 1843), und Gräfin Gabriele, vermälte Theodor Weiß. Graf Georg ist gegenwärtig das Oberhaupt der zweiten (siebenbürgischen) Linie. Aus seiner Ehe mit Barbara Balinth stammen bisher zwei Töchter: Gräfin Leopoldine (geb. 1852) und Gräfin Fanni (geb. 1856). In obigen Angaben folgte ich jenen von L. Kővári in seinen „Erdély nevezetesebb családai“ und den neuesten (1859) von Iván Nagy in seinem „Magyarország Családai“, Bd. V, S. 29, Stammtafel III, welche von den Angaben Kneschke’s in seinen „deutschen Grafen-Häusern“, Bd. I (1852), S. 310, ganz abweichen; nach Kneschke wäre Graf Georg mit Aloisia Gräfin Bethlen vermält, und stammte aus dieser Ehe ein Sohn, der Graf Franz; ferner wäre der Bruder des Grafen Georg, Graf Gabriel, mit einer Freiin von Bornemisza vermält; die folgende Stammtafel nach Iván Nagy wird die Puncte, in welchen Kneschke’s Angaben von jenen Nagy’s abweichen, leicht ersichtlich machen[1]. Uebrigens ist es nicht möglich bei aller Genauigkeit und mit allen Combinationen, aus den Stammtafeln und Genealogien, wie sie Nagy, Kővári, Kneschke und das Genealogische Taschenbuch der gräflichen Häuser aufstellen, die Verwirrung zu lösen, welche in den Angaben über die siebenbürgisch-ungarische Familie Haller herrscht. Am räthlichsten erscheint es, den Angaben Nagy’s zu folgen. – Porträt. Im „Erdélyi Museum“, d. i Siebenbürgisches Museum (Pesth 1817), befindet sich des Grafen Ladislaus Haller Porträt.

  1. Graf Ladislaus,
    Uebersetzer des „Telemach“.
    Gemalin: Rosa Gräfin Forgach.

    Gabriel, † 1819.
    Gemalin: Clara Bornemisza.
    Ladislaus, † 1837.
    Gemalin: Anna Gräfin Gyulay.

    Anna, geb. 1815.
    Vermält:
    1) Georg Graf Kálnoky;
    2) Sigmund Baron Szent
    Kereszty.
    Gabriel, † 1832.
    Gemalin: Antonia Gräfin Bethlen.
    Georg, geb. 1818.
    Gemalin:
    Barbara Balinth.

    Leopoldine, geb. 1852.     Fanny, geb. 1856.
    Franzisca, † 1843.
    Vermält:
    Ludwig Baron Josika.
    Gabriele,
    Vermält:
    Theodor Weiß.