Zum Inhalt springen

BLKÖ:Habsburg, Maria Josepha (Königin von Polen)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
Band: 7 (1861), ab Seite: 49. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Maria Josepha von Österreich (1699–1757) in der Wikipedia
Maria Josepha von Österreich in Wikidata
GND-Eintrag: 11917426X, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Habsburg, Maria Josepha (Königin von Polen)|7|49|}}

237. Maria Josepha, Erzherzogin von Österreich , Königin von Polen, Churfürstin von Sachsen (geb. 8. December 1699, gest. zu Dresden 17. November 1755[WS 1]). Tochter des Kaisers Joseph I. [Bd. VI, Nr. 123] aus dessen Ehe mit Amalie Wilhelmine von Braunschweig-Lüneburg [Bd. VI, Nr. 16]. [50] Sie wurde zu Wien am 20. August 1719 mit dem damaligen Churprinzen von Sachsen, Friedrich August, nachmaligem Könige August III. von Polen, vermält. Sie entsagte bei dieser Ehe allen Ansprüchen auf die Erbfolge in den österreichischen Staaten, dessen ungeachtet erhob 1741 ihr Gemal deren, entsagte ihnen aber wieder. Maria Josepha behauptete längere Zeit und zum Frommen ihres Gemals ihren Einfluß auf denselben, aber dem schlauen und habsüchtigen Minister, Grafen Brühl, war dieser Einfluß sehr ungelegen. Er wußte sich allmälig des Königs ganz zu bemächtigen, wie er dann auch alle Macht in seine Hände bekam, von Amt zu Amt stieg und so auf einmal Kammerpräsident und Ober-Steuerdirector, General-Accisdirector und Vorstand der Ober-Rechnungskammer, geheimer Conferenz- und Cabinetsminister, General-Feldzeugmeister in Polen, Oberkämmerer, dazu für Polen Katholik, für Sachsen Protestant war. Unter solchen Umständen war ihm die Königin nicht immer angenehm; er umgab sie also zuvörderst mit seinen Creaturen und brachte sie endlich um allen Einfluß bei ihrem Gemale. Wohl merkte Maria Josepha die Sclaverei, in der sie sich befand, aber, als sie die Ketten brechen und ihren Gemal enttäuschen wollte, war es zu spät, denn dieser war für Brühl verblendet und ihr Arm gefesselt. Immerhin aber war die Königin, so viel ihr möglich, thätig, und unter ihrem Einflusse insbesondere entstanden 1744 und 1756 die Bündnisse Sachsens mit Oesterreich. Maria Josepha gebar ihrem Gemale fünfzehn Kinder, davon fünf Söhne und fünf Töchter, welche den Titel königliche Prinzen und Prinzessinen von Polen und Lithauen führten, ihn überlebten, u. z. die Söhne: der Churprinz Friedrich Christian (geb. 5. September 1722, gest. 17. December 1763); Franz Xaver August, französischer General-Lieutenant und nachheriger Administrator Sachsens (geb. 25. August 1730, gest. 20/21. Juni 1806); Karl Christian Joseph (geb. 13. Juli 1733, gest. 16. Juni 1796), von 1758–1763 Herzog von Kurland; Albrecht Kasimir August (geb. 11. Juli 1738, gest. 10. Februar 1822), durch seine Gemalin Christine Maria, Erzherzogin von Österreich [Bd. VI. Nr. 44] und Tochter der großen Maria Theresia, Herzog von Teschen und Gouverneur der österreichischen Niederlande bis 1793; und Clemens Wenzeslaus (geb. 28. September 1739, gest. 27. Juli 1812), kais. General-Feldmarschall-Lieutenant, dann Erzbischof und Churfürst von Trier (1768); die Töchter: Maria Amalia (gest. 27. September 1760), Königin von Neapel, dann von Spanien; Maria Anna (gest. 17. Februar 1797), Churfürstin von Bayern, Maria Josepha (gest. 13. März 1767), Gemalin des Dauphins; Maria Christina (gest. 18. November 1782), Aebtissin von Remiremont; Maria Elisabeth (gest. 24. December 1818) und Maria Kunigunde (geb. 10. November 1740, gest. 8. April 1826), war bei ihrem Tode die Seniorin des ganzen sächsischen Hauses.

Hermann (Anton), Leben und Tugenden der Frau Maria Josepha, Königin in Polen und Churfürstin zu Sachsen (Leipzig 1766, 4°.). – Böttiger (C. W. Dr.), Geschichte des Churstaates und Königreiches Sachsen. 2. Bd. (Hamburg 1831, Friedr. Perthes). S. 296 u. f. – Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) III. Jahrg. (1844), S. 482: „Vermählung der Prinzessin Maria Josepha“. Porträte. 1) C. Weigel sc. (Fol ), Schwarzk.; – 2) J. Kupezky p., B. Vogel sc. (Fol.), Schwarzk., Hüftbild; – 3) L. Silvestre p., G. Bodenehr sc. (gr. Fol.), Schwarzk.; – [51] 4) Rotari p., J. Canale sc. (4°.); – 5) L. de Silvestre p. 1743, G. F. Schmidt sc. (Roy. Fol.), Kniestück.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nach Anderen gestorben 1757.