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BLKÖ:Grenier, Ludwig I.

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Greth, Amand
Band: 5 (1859), ab Seite: 329. (Quelle)
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Grenier, Ludwig I. (Architekt, geb. zu Amiens in Frankreich 1733, gest. zu Salzburg 11. April 1811). Erhielt seine Ausbildung in der bürgerlichen, militärischen und Wasserbaukunst an der Akademie zu Paris, diente 10 Jahre als Civilbaumeister in Prag und folgte 1774 einem Rufe des Erzbischofs Hieronymus in Salzburg als Wasserbau-Inspector und Ingenieur-Hauptmann., In dieser Stelle wirkte er 36 Jahre hindurch – bis an seinen Tod – und führte namhafte Wasserbauten aus; u. z. das große Faschinenwerk bei St. Joseph unweit Salzburg, und da war er der Erste, welcher den Faschinenbau am Wasser im Salzburg’schen einführte; die große Wehr in Kaferham an der Saale, das große Vorwerk an der Alm in Schellenberg und am Passe, genannt der hängende Stein, und viele andere Bauten an der Salzach von Hallein bis Laufen, wie an der Saale und am Almfluße. G. legte auch die Straße über das Firmianmoos an, leitete den Umbau in der Winterresidenz zu Salzburg, in Mirabell, Hellbrunn, Klesheim und den Bau der neuen Residenz, wovon jedoch sein Plan nicht ganz ausgeführt wurde. In der Festung Hohensalzburg errichtete er auch die zweckmäßige [330] Feuer-Beobachtung-Maschine. G. unterrichtete die jungen salzburgischen Artilleristen, von denen die meisten 1801, als sie aus dem französ. Feldzuge heimkamen, mit Medaillen ausgezeichnet waren. G. starb im hohen Alter von 78 Jahren. – Ludwig II. (Geometer und Zeichner, geb. in Salzburg um 1780, gest. wann?). War ein Sohn des Vorigen, widmete sich der Kunst des Vaters und trat in öffentliche Dienste. Im J. 1818 war er Wegmeister zu Radstadt. Als Prof. Thiersch von München als Alterthümer-Untersuchungs-Commissär nach Salzburg geschickt worden war und die Nachgrabungen leitete, zeigte G. eine solche Eignung zu derlei Arbeiten, daß er nach der Rückkehr des Prof. Thiersch mit der Fortsetzung der Nachgrabungen und der Oberaufsicht derselben betraut wurde. Im J. 1817 leitete er auch die antiquarischen Nachgrabungen auf einem Felde bei dem Dörfchen Glas unweit Salzburg. Auch war er[WS 1] es, der viele von den alterthümlichen Objecten, z. B. die Mosaik-Fußböden, die Münzen, römischen Ziegel u. dergl. m., welche bei diesen Nachgrabungen aufgefunden wurden, mit großer Treue zeichnete; mehrere Blätter ließ er von Günther in Kupfer stechen und gab sie öffentlich heraus.

v. Koch, Ueber Straßen- und Wasserbau S. 61 –68, 188, 198. – Pillwein (Benedikt), Biographische Schilderungen oder Lexikon salzburgischer, theils verstorbener theils lebender Künstler (Salzburg 1821, Mayr, kl. 8°.) S. 68. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allg. Künstler-Lexikon (München 1837, 8°.) V. Bd. S. 362.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vergleiche dazu den Artikel Höß, Nikolaus (Sohn).